Deutsche Importeure hatten sich den günstigen Strahlenschrott aus Indien besorgt - offenbar ohne von der unsichtbaren Gefahr zu wissen. In der Branche herrscht jedenfalls helle Aufregung.
Warnsymbol vor radioaktiver Strahlung: In zwölf Bundesländern landete indischer Strahlenschrott
Die Kontaminationen werden durch das radioaktive Isotop Kobalt 60 verursacht, das hauptsächlich aus drei indischen Gießereien in verschiedenste Produkte in Deutschland gelangt ist - vor allem von einer Firma namens Vipras Casting bei Mumbai. Funde gibt es unter anderem in Niedesachsen, Saarland, Rheinland-Pfalz, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
Einem internen Vermerk aus dem Bundesumweltministerium zufolge überschritten fünf Tonnen Edelstahlspäne den gesetzlichen Grenzwert so sehr, dass sie der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) übergeben werden mussten. Bekannt sind den Behörden bisher Kontaminationen bei Ventilen, Gussteilen, Edelstahlseilen, Maschinenteilen und Altmetallspänen.
Einen Teil davon schickten die betroffenen Firmen wieder zurück nach Indien, der Rest lagert bei den Unternehmen, bis die Behörden entschieden haben, wie das Material sicher entsorgt werden kann.
Fachleute aus dem Bundesumweltministerium sagen, der Import des radioaktiv verseuchte Metalls habe eine "riesige Dimension". Der erste von insgesamt 19 Funden vom August 2008, ein Container mit belasteten Edelstahlstangen im Hamburger Hafen, strahlte besonders stark. Der Aufenthalt in der Nähe des Materials hätte nach knapp 24 Stunden mehr als die Strahlendosis von einem Millisievert ergeben, die laut Strahlenschutzverordnung einem Normalbürger für ein ganzes Jahr erlaubt ist.
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