Düsseldorf - Es sind harte Worte: Die Pflichtverteidiger hätten sich nicht ausreichend um ihren Mandanten gekümmert und seien deshalb vom Verfahren ausgeschlossen worden. Das erklärte ein Gerichtssprecher am Donnerstag in Düsseldorf. Er bestätigte damit einen Bericht des Südwestrundfunks (SWR).
Auf Antrag von Adem Yilmaz, einem der drei Angeklagten, habe das Gericht entschieden, dass eine sachgerechte Verteidigung mit den bisherigen Anwälten nicht möglich sei, hieß es.
Bislang hatten zwei Kölner Anwälte den Angeklagten vertreten. Doch ihr Vertrauensverhältnis zum Mandanten sei seit Monaten gestört, berichtete der SWR. So hätten die Verteidiger ihren Mandanten seit Mitte November nicht mehr in der Haft besucht. Einer der beiden sei noch nie persönlich beim Mandanten gewesen, habe das Gericht in seinem siebenseitigen Beschluss festgestellt.
Neue Anwälte von Yilmaz seien ab sofort eine Münchner Strafverteidigerin und ein Rechtsanwalt aus Essen.
Den drei Männern wird vorgeworfen, Sprengstoffanschläge insbesondere gegen amerikanische Staatsbürger und US-amerikanische Einrichtungen mit einer möglichst hohen Opferzahl geplant zu haben. Mögliche Tatorte waren nach Angaben der Bundesanwaltschaft unter anderem Frankfurt am Main, Ramstein, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Stuttgart und München.
Das Trio war am 4. September 2007 in einer spektakulären Aktion im sauerländischen Medebach-Oberschledorn festgenommen worden. Schon vor der Festnahme hatten Ermittler heimlich die zwölf Fässer mit Chemikalien für den Bombenbau ausgetauscht, um jede Gefahr für die Bevölkerung auszuschließen.
vme/AP/dpa
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