Erfurt - "Ich kandidiere am 14. März für Platz eins der Landesliste meiner Partei, der CDU-Thüringen. Ich bin bereit, weitere fünf Jahre Verantwortung als Ministerpräsident für unseren schönen und erfolgreichen Freistaat Thüringen zu übernehmen", hieß es in einer von der Partei verbreiteten Erklärung. Althaus ist nach dem Skiunfall zu Jahresbeginn wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU): Mehrheit der Deutschen unterstützt neue Kandidatur
Althaus schrieb, die Entscheidung habe er "nach Gesprächen mit meiner Familie und sehr vielen Freunden, nach ausführlicher Beratung mit meinen Ärzten und nach dem Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens getroffen". Und: "Ich trete an."
"Das überrascht mich keineswegs", kommentierte der Spitzenkandidat der Linkspartei in Thüringen, Bodo Ramelow, die Erklärung. Der "Thüringer Allgemeinen" sagte Ramelow, jetzt müsse die CDU über das weitere Vorgehen entscheiden. Er erneuerte seine Zusage, den Skiunfall von Althaus nicht im Wahlkampf zu thematisieren.
Mehrheit der Deutschen wünscht sich Althaus als Kandidat
Erleichtert reagierte die Thüringer CDU. "Dieter Althaus hat heute Klarheit um seine politische Zukunft geschaffen. Damit dokumentiert Althaus nun auch gegenüber der Öffentlichkeit, dass er für die Union in den Landtagswahlkampf ziehen möchte. Wir wollen Dieter Althaus mit aller Kraft in dieser Aufgabe unterstützen," sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Mike Mohring. Damit entbehrten nun auch die Spekulationen um einen eventuellen Rückzug von Althaus jeglicher Grundlage.
Die Mehrheit der Deutschen ist laut einer Umfrage dafür, dass Althaus (CDU) erneut für das Amt kandidiert. Dem am Donnerstag veröffentlichen ARD-Deutschlandtrend zufolge sprachen sich 61 Prozent dafür aus, dass Althaus trotz des Skiunfalls und der juristischen Folgen wieder antritt. Sein Anwalt erklärte, dass nach dem Gerichtsurteil nun auch der Schadensausgleich rasch geregelt werden soll.
Laut Umfrage waren nur 33 Prozent der Befragten der Meinung, Althaus solle wegen seines Skiunfalls nicht mehr als Ministerpräsident antreten. Der Anteil derer, die eine erneute Kandidatur von Althaus zur Thüringer Landtagswahl Ende August befürworten, überwog sowohl bei den Anhängern der Union als auch bei den Anhängern von FDP, SPD und Grünen. Bei der Linkspartei hielten sich Befürworter und Gegner nahezu die Waage.
Althaus war in Österreich wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von insgesamt 33.300 Euro sowie 5000 Euro Schmerzensgeld verurteilt worden. Dem CDU-Politiker wird eine Mitschuld am Tod einer 41-jährigen Frau angelastet, mit der er am Neujahrstag beim Skifahren zusammengeprallt war. Wegen des Unfalls, der Verurteilung und auch der gesundheitlichen Verfassung von Althaus wurden wiederholt Zweifel laut, ob der Ministerpräsident in sein Amt zurückkehren kann.
Der deutsche Anwalt von Althaus, Erich Bähr, sagte dem MDR, es werde eine möglichst zügige und unbürokratische Einigung über den Schadensausgleich mit der Familie der bei dem Skiunfall tödlich verunglückten Frau angestrebt. Außerdem habe Althaus zugesagt, für das hinterbliebene Kind der Skifahrerin mehr zu tun, als es seine gesetzliche Pflicht sei. Eine konkrete Summe für den Schadensausgleich nannte Bähr nicht. Zunächst müsse der Vorschlag des Hinterbliebenen-Anwalts abgewartet werden. Auch der Salzburger Anwalt der Opferfamilie, Alexander Rehrl, sagte dem MDR, er sei zuversichtlich, dass die Verhandlungen bald beendet werden könnten.
beb/AFP/dpa
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