Berlin - Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen setzt bei der Kontrolle des Verkaufsverbotes von Killerspielen an Minderjährige auf jugendliche Testkäufer. Dies sei auch ohne ein Bundesgesetz durchsetzbar, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch.
Familienministerin von der Leyen: "Bußgeld schreckt ab"
"Das ist das erste Mal, dass ich erlebe, dass sich eine Niederlage zum Guten auswächst", sagte von der Leyen. Die Verantwortung sei dort gelandet, wo sie hingehöre, nämlich bei den Landkreisen. "Wenn kontrolliert wird und den Verkäufern klar ist, dass es sie 50.000 Euro Bußgeld kosten kann, bestimmte Computerspiele an einen 14-Jährigen über den Ladentisch zu schieben oder Schnapsflaschen an einen 16-Jährigen zu verkaufen, schreckt es ab." Die Diskussion über jugendgefährdende Computerspiele kam nach dem Amoklauf von Winnenden mit 16 Toten wieder in Gang. Der Täter hatte sich noch am Abend vor der Tat mit einem solchen Killerspiel beschäftigt.
Unterdessen geht die Forderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Waffenbesitzer schärfer zu kontrollieren, einer Mehrheit der Bürger noch nicht weit genug. Nach einer Umfrage des Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL sind 59 Prozent der Bürger dafür, den Besitz von Waffen und Munition in Privathaushalten generell zu verbieten. Vor allem Menschen aus ostdeutschen Bundesländern (68 Prozent) und Frauen (65 Prozent) sprachen sich dafür aus.
In den politischen Lagern gehen die Meinungen auseinander: Während Anhänger von Union und FDP gegen ein Verbot sind (52 und 51 Prozent), stößt es bei Wählern von SPD (68 Prozent), Grünen (61 Prozent) und Linkspartei (78 Prozent) auf breite Zustimmung.
jok/AP
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