Ein weiterer gravierender Fall erhöht die Pannenstatistik des Bundesnachrichtendienstes (BND) im Kosovo. Am vergangenen Dienstag nahmen Ermittler des Bundeskriminalamts in der Nähe von Stuttgart den 42-jährigen Anton Robert K. fest, der bis 2008 als Resident des BND in Priština tätig war. Auch sein ehemaliger Übersetzer Murat A., 28, wurde verhaftet. Hintergrund ist die intime Beziehung der beiden Männern, die in einen Fall von Landesverrat gemündet sein soll.
Der verheiratete BND-Mann, der unter falscher Identität im Deutschen Verbindungsbüro arbeitete, soll laut Bundesanwaltschaft in den Jahren 2007 und 2008 vertrauliche nachrichtendienstliche Informationen an den Übersetzer weitergegeben haben.
Dabei soll der deutsche Agent laut Bundesanwaltschaft sogar gewusst haben, dass der Dolmetscher Kontakte zur organisierten Kriminalität sowie möglicherweise zu ausländischen Nachrichtendiensten hatte. Nach einem Warnhinweis aus Deutschland berief der BND seinen Residenten zunächst ab, bei seiner Verhaftung stellten die Ermittler einen USB-Stick mit vertraulichem Material sicher.
Bereits Anfang März sorgte der BND für einen Skandal, weil der Nachrichtendienst mindestens 2500 Computer im Ausland infiltriert hatte. Nach Angaben des FDP-Politikers Gerhart Baum fehlte für diese Aktion die Rechtsgrundlage.
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