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Autonome Nationalisten Rechte Schläger im Kapuzenpulli

2. Teil: Die AN stehen auch auf Schulhöfen - weil viele selbst noch Schüler sind

Auch für den Verfassungsschutz sind die AN eine echte Herausforderung. Aus einem einfachen Grund: "Viele von uns machen hier mit, weil wir als Nationalisten anonym bleiben wollen. Deshalb werden wir auch immer mehr", sagt einer, der in Dortmund dabei war, um Gleichgesinnte zu treffen. Niemand weiß genau, wie groß die Gruppe der AN inzwischen ist. Offizielle Schätzungen variieren deutschlandweit um ein paar Hundert. Um ein Vielfaches höher ist die Sympathisantenszene.

Buchtipp
Christoph Ruf / Olaf Sundermeyer

"In der NPD -
Reisen in die National Befreite Zone"

Beck'sche Reihe; 2009; 229 Seiten; 12,95 Euro

Mehr Informationen unter www.in-der-npd.de

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Noch ist es vor allem ein Großstadtphänomen. Die Dortmunder Wortführer leben in einer Wohngemeinschaft im westlichen Stadtteil Dorstfeld, nicht weit von der Universität. Von hier aus versuchen sie die dortige Jugendkultur zu dominieren. Mit ihren "Spuckis"- den handlichen Klebezetteln mit der Forderung nach einer "Todesstrafe für Kinderschänder, 0 Prozent Rückfallquote" - sind Laternenpfähle, Mülleimer und der S-Bahnhof übersät.

Einzelne Schulen werden regelmäßig mit Flugblattaktionen heimgesucht. Anders als beispielsweise die rechtsextreme NPD, die ihre Funktionäre vor die Schulen schickt, stehen die AN auch auf den Schulhöfen, weil viele selbst noch Schüler sind.

In der Stadt agitieren sie auf dem Hauptbahnhof, in der Fußgängerzone, auf der Südtribüne des BVB-Stadions, und in Kneipen, wo sie niemand als Neonazis ausmacht. Die AN sind so etwas wie eine Stadtguerilla, eine Art außerparlamentarische Opposition von rechts. Manche sind ausschließlich erlebnisorientiert, andere stark politisiert. Rassistisch, antisemitisch, nationalistisch, globalisierungsfeindlich und antiamerikanisch.

Und alle sind sie sehr jung.

Der 23-jährige Giemsch gehört bereits zu den Veteranen der AN, die 2003 erstmals in NRW auffiel. Der Trend kam aus Berlin. Giemsch gibt sich als junger Mann mit bürgerlichen Umgangsformen, der in Jeans, Ringelsweatshirt und schwarzen ledernen Adidas-Schuhen steckt. Unter seiner Kappe schauen zwei braune Augen aus einem freundlichen Bubigesicht. Wie Giemsch sehen die Neonaziführer der Generation Internet aus, und sie bespielen ihre Gruppe professioneller als die gesamte NPD, die kaum Einfluss auf die AN hat.

Was ist eigentlich mit der NPD, Herr Giemsch?

"Ich wünsche ihr viel Glück auf ihrem Weg über die Parlamente, aber wir glauben nicht an die Demokratie", sagt er und wirkt dabei echt gleichgültig. Wenn es so etwas gibt, sind Giemsch und seine Autonomen die ehrlicheren Neonazis. In diesem Jahr sind hier Kommunalwahlen. "Dabei werde ich jedenfalls nicht für die NPD kandidieren."

"Abwarten", sagt der Hamburger Neonazi Thomas Wulff, ein Parteirebell, der als Bindeglied zur Szene den freien Neonazikameradschaften im Bundesvorstand der NPD sitzt. "Leider lassen sich die jungen Leute immer wieder korrumpieren, die Verlockung ist einfach zu groß."

In NRW sind die AN längst kein Flügel mehr, sondern eine wachsende Mehrheit innerhalb der Bewegung. Deshalb kämpft der NPD-Landesvorsitzende Claus Cremer auch um ihre Gunst: "Warum sollte nicht ein charakterstarker und disziplinierter Kamerad, der bei den autonomen Nationalisten aktiv ist und schon Jahre im nationalen Widerstand verbracht hat, auch auf einer NPD-Liste auftauchen?"


Aus: Christoph Ruf/Olaf Sundermeyer: "In der NPD - Reisen in die National Befreite Zone"; Beck'sche Reihe, 2009; 229 Seiten; 12,95 Euro

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insgesamt 28 Beiträge
Mulharste 27.04.2009
Rechte "kopieren" die Linken und sind der schwarze Block?! AHA!
Zitat von sysopSie kopieren den Stil der Linksautonomen - Palästinensertuch, Sonnenbrille, schwarzer Kapuzenpulli - und schlagen gerne zu: die militante Rechten von den "Autonomen Nationalisten". Am 1. Mai werden sie wieder als schwarzer Block auftreten. Die Polizei rechnet mit Krawall. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,620467,00.html
Rechte "kopieren" die Linken und sind der schwarze Block?! AHA!
grenzwart 27.04.2009
wie im artikel beschrieben, besetzen offenbar diese gruppen themen, für die "die linken" die presche geschlagen haben: natürlich waren auch deutsche und "die deutschen" opfer dieser jahre des vergangenen [...]
wie im artikel beschrieben, besetzen offenbar diese gruppen themen, für die "die linken" die presche geschlagen haben: natürlich waren auch deutsche und "die deutschen" opfer dieser jahre des vergangenen jahrhunderts. indem man sie zu "opfern dritten grades" stilisiert, provoziert man das vorgehen der rechten bis hinein in die detail-argumentation. sowas kommt von sowas.
camba 27.04.2009
...wenn allen strafrechtlich aufgefallenen Links - und Rechtsextremisten alle Sozialleistungen gestrichen werden.
...wenn allen strafrechtlich aufgefallenen Links - und Rechtsextremisten alle Sozialleistungen gestrichen werden.
Mischa Dreesbach 27.04.2009
...ganz egal, wie "modern" sich Neonazis geben, sie verbreiten immer nur denselben atavistischen Hass und geistigen Schwachsinn, der zwar leider bei einigen Jugendlichen auf fruchtbaren Boden fällt, aber ansonsten so [...]
Zitat von sysopSie kopieren den Stil der Linksautonomen - Palästinensertuch, Sonnenbrille, schwarzer Kapuzenpulli - und schlagen gerne zu: die militante Rechten von den "Autonomen Nationalisten". Am 1. Mai werden sie wieder als schwarzer Block auftreten. Die Polizei rechnet mit Krawall. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,620467,00.html
...ganz egal, wie "modern" sich Neonazis geben, sie verbreiten immer nur denselben atavistischen Hass und geistigen Schwachsinn, der zwar leider bei einigen Jugendlichen auf fruchtbaren Boden fällt, aber ansonsten so attraktiv ist wie Fußpilz. Schlimmer sieht's da mit deren Gewaltbereitschaft aus, man wird sich wohl in diesem Land wieder wehren müssen.
Paul Bennard 27.04.2009
Ich hoffe, dass die Polzei aus den Fehlern und Versäumnissen der vergangenen Jahre gelernt hat und den rechten Verbrechern und Idioten nicht nochmal die Möglichkeit gibt einen kompletten Zug, wie in Hamburg im letzten Jahr, zu [...]
Ich hoffe, dass die Polzei aus den Fehlern und Versäumnissen der vergangenen Jahre gelernt hat und den rechten Verbrechern und Idioten nicht nochmal die Möglichkeit gibt einen kompletten Zug, wie in Hamburg im letzten Jahr, zu kapern und ihre Gesinnung zu verbreiten. Leider haben die Bundesregierung und die Landesregierungen den Etat für den Kampf gegen Rechtsradikalismus gekürzt. Langsam müssten es doch auch alle kapiert haben, dass die Rechten nicht ausschließlich eine Glatze haben und Springerstiefel tragen. Mittlerweile tragen sie auch Anzüge und sind Rechtsanwälte (obwohl sie geschworen haben, die Verfassung der Bundesrepublik zu achten und zu schützen). Zwischen vielen Vollidioten gibt es immer einen, der halbwegs intelligent ist. KEINE TOLERANZ FÜR RECHTE IDIOTEN!
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