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22.04.2009
 

Handel mit Bombenbau-Material

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Chemiker

Er soll der Sauerland-Gruppe große Mengen Wasserstoffperoxid verkauft haben - nun untersucht die Staatsanwaltschaft, ob der Chemikalienhändler aus der Lüneburger Heide noch weitere Bombenbastler beliefert hat. Laut Ermittlern hätte der Experte wissen müssen, wozu die Substanzen dienen.

Verden - Jagd auf die Bombenbastler: Die Staatsanwaltschaft Verden hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen Chemikalienhändler wegen Beihilfe zur Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens eingeleitet.

Der 38-Jährige soll Kunden beliefert haben, deren Bestellungen erkennbar dem Bau von Sprengkörpern gedient hätten, sagte eine Justizsprecherin in Verden am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht des "Weser-Kuriers".

Das Ermittlungsverfahren gegen den Händler aus der Lüneburger Heide wurde nach Angaben von Oberstaatsanwältin Silke Streichsbier im Juli vergangenen Jahres nach einer bundesweiten Razzia eingeleitet, bei der tonnenweise Chemikalien für die Herstellung synthetischer Drogen und von Sprengstoffen beschlagnahmt wurden.

Gegen den Mann werde auch wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittel- und das Arzneimittelgesetz ermittelt, sagte die Oberstaatsanwältin. Zu den Kunden zählten zahlreiche Personen aus der Drogenszene. Er habe aber auch mit Substanzen zum Bombenbau gehandelt. "Als Chemiker hat er schon aus der Bestellliste erkennen müssen, was die Kunden vorhatten", begründete die Oberstaatsanwältin den Verdacht. Die Ermittlungen gegen den Händler würden voraussichtlich im Sommer abgeschlossen.

Sauerland-Terrorprozess

Die Gruppe

Vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf mussten sich vier Mitglieder der terroristischen Sauerland-Gruppe verantworten. Es handelt sich um den zum Islam konvertierten Deutschen Fritz Gelowicz, den Neunkirchener Daniel Schneider, den Deutsch-Türken Attila Selek und den türkischen Staatsbürger Adem Yilmaz. Gelowicz und Schneider erhielten eine Haftstrafe von jeweils zwölf Jahren, der türkische Staatsbürger Yilmaz wurde zu elf Jahren Haft verurteilt. Als Helfer des Trios muss der Deutsch-Türke Selek fünf Jahre hinter Gitter.

Die Angeklagten hatten vor Gericht zugegeben, im Auftrag der Islamischen Dschihad Union (IJU) in Deutschland Anschläge geplant zu haben. Die IJU unterhält auch Kontakte zum Terrornetzwerk al-Qaida.

Der Plan

Die Festnahme

ffr/AP

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