Berlin/Augsburg - Die CSU will weitere Schritte gegen Gentechnik bei Pflanzen unternehmen. Nach dem vergangene Woche ausgesprochenen Anbauverbot für Genmais stellte Markus Söder nun neue Forderungen. Am Donnerstag verlangte Bayerns Umwelt- und Gesundheitsminister auch einen vorübergehenden Stopp der Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Das Moratorium solle gelten, bis mit der Wissenschaft ethische Fragen geklärt seien, sagte Söder der "Welt".
Genmais-Versuchsfeld bei Borken: Die CSU will solche Tests künftig unterbinden
Genpflanzenversuche sollten, wenn überhaupt, nur noch in Gewächshäusern stattfinden. "Hier geht es um grundsätzliche ethische Positionen", hob er hervor. Söders Sprecherin fügte hinzu: "Kein Unternehmen hat das Recht, in die Schöpfung einzugreifen." Die bayerische Regierung selbst hat bereits die Freilandversuche auf eigenen Flächen abgebrochen.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hatte in der vergangenen Woche den Anbau der Genmaissorte MON 810 verboten , der einzigen bislang für den regulären Anbau zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanze. Sie soll bei der umstrittenen Entscheidung auch unter dem starken Druck ihrer eigenen Partei CSU gestanden haben.
In einer am Wochenende veröffentlichten Umfrage unterstützten allerdings rund 75 Prozent aller Bundesbürger die Entscheidung. Die CSU will Aigner nun offenbar auch zum Verbot der genetisch veränderten Kartoffel Amflora drängen.
ler/AFP/AP
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