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Minutenprotokoll Union freut sich über "Tiefschlag für die SPD"

2. Teil: So lief der Wahlgang

14.00 Uhr: Wulff will zum Fußball

Die Auszählung läuft. Anspannung herrscht aber nicht nur wegen der Wahl zum Bundespräsidenten, sondern auch wegen des spannendsten Fußball-Nachmittags der Saison. Viele der 1123 Wahlmänner und Wahlfrauen hoffen auf ein Ergebnis der Präsidentenwahl bereits im ersten Wahlgang, dann wäre die Sache gegen 14.15 Uhr gelaufen. Und dann, so das Kalkül, wäre noch genügend Zeit, um den letzten Spieltag der Bundesliga zu verfolgen. Ganz besonders aufgeregt ist Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff. "Ich hoffe, ich kann den Zug nach Wolfsburg um 15.48 Uhr erreichen", sagte er. Dann käme er - sofern ihn die Bahn nicht im Stich lässt - um 16.53 an und könnte es bis zum Abpfiff ins Stadion schaffen. Dort kann der VfL Wolfsburg am Nachmittag gegen Bremen seine erste Meisterschaft perfekt machen. "Dann kann ich noch die Meisterschale überreichen", frohlockte der niedersächsische Landesvater.

ler/AFP

13.38: Die Auszählung der Stimmen hat begonnen

Mit Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat am Samstag gegen halb zwei die letzte der insgesamt 1223 Wahlmänner und -frauen ihre Stimme abgegeben. Daraufhin begann in der Bundesversammlung in Berlin die Auszählung der Stimmzettel des ersten Wahlgangs.

13.36: 18 Mal Müller

Bei der Bundespräsidentenwahl haben die Müllers dem Namen nach die größte Fraktion gestellt. 18 Wahlleute mit dem klassischen deutschen Familiennamen wurden am Samstag in der Bundesversammlung in Berlin zur Stimmabgabe aufgerufen. Darunter waren auch fünf "Müllerinnen", allen voran die frühere Staatsministerin Kerstin Müller (Grüne). Als prominente Wahlmänner dieses Nachnamens kamen zudem der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) und Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller in den Reichstag.

ler/AFP

13.20 Uhr Merkel hat gewählt

Bei der Abstimmung im Reichstag ist inzwischen der Buchstabe M erreicht: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Stimme abgegeben. Mit einem Ergebnis des ersten Wahlganges wird gegen 14.00 Uhr gerechnet.

sac

13.10 Uhr Linke hält sich Wahltaktik offen

Die Linkspartei will sich noch nicht festlegen, wie sich verhält, wenn Horst Köhler im ersten Wahlgang nicht gewählt wird. Fraktionschef Gregor Gysi sagte im ZDF, dann wäre er dafür, dass die Linke ihren Kandidaten Peter Sodann auch in einen zweiten Wahlgang schickt. Vor einem möglichen dritten Wahlgang, bei der es nur noch auf die einfache Mehrheit ankommt, werde sich die Linke Zeit für Beratungen nehmen. Mit Blick auf die SPD, die für diesen Fall automatisch auf die Stimmen der Linken für Gesine Schwan setzt, sagte Gysi: "Wir sind keine Automaten."

sac/dpa

12.30 Uhr: Stimmabgabe läuft

Im Reichstag läuft die Stimmabgabe. Gut 20 Minuten nach der Eröffnung der Bundesversammlung hat der alphabetische Namensaufruf zur Stimmabgabe der Wahlmänner und -frauen begonnen. Inzwischen ist Buchstabe C erreicht: Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen hat bereits gewählt.

12.16 Uhr: Antrag der Rechtsextremen abgelehnt

Zu Beginn der Sitzung konnten sich die Rechtsextremen von NPD und DVU mit einem Antrag zur Geschäftsordnung, nicht durchsetzen. Sie wollten ihren Kandidaten Frank Rennicke ausführlicher vorstellen.

ler/dpa

12.04 Uhr: Grüne für Schwan

Trotz eines heftigen Schlagabtauschs um die Bewertung der DDR wollen die Grünen mit großer Mehrheit SPD- Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan wählen. In einer Fraktionssitzung war am Freitagabend insbesondere die Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, mit Schwan aneinandergeraten. Dabei ging es um Schwans umstrittene Äußerung, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen. Birthler zählt zu den 95 Grünen- Delegierten der Bundesversammlung, die am Samstag vollzählig antraten. Der baden-württembergische Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann sagte, Schwans Ausführungen hätten "viele nicht überzeugt in der Frage, ob die DDR ein Rechts- oder Unrechtsstaat war". "Das muss man aber nicht gleich mit Liebes- und Stimmentzug bestrafen", sagte Kretschmann.

ler/dpa

12.00 Uhr: Bundesversammlung beginnt

Im Berliner Reichstag ist am Mittag die Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten zusammengekommen. Die Entscheidung fällt zwischen Amtsinhaber Horst Köhler und Herausforderin Gesine Schwan. Bundestagspräsident Norbert Lammert hat vor Beginn der Wahl des neuen Bundespräsidenten die Verfassung Deutschlands als weltweit beispielhaft gewürdigt. Lammert sagte am Samstag in Berlin, Deutschland könne "auf sechzig außergewöhnlich gute, erfolgreiche Jahre in Frieden und Freiheit zurückschauen".

ler/dpa

11.48 Uhr: Unionsfraktion und Freie Wähler vollzählig

Die Unionsfraktion geht vollzählig in die Wahl des Bundespräsidenten. Das ergab der sogenannte Zählappell rund eine Stunde vor Beginn der Wahl, wie Teilnehmer der Fraktionssitzung am Samstagvormittag in Berlin berichteten. CDU und CSU schicken 497 Wahlmänner und -frauen in die Bundesversammlung und stellen damit die größte Gruppe. Gemeinsam mit der FDP reicht dies aber noch nicht für eine absolute Mehrheit für Amtsinhaber Horst Köhler. Diese Mehrheit ist nur mit Hilfe der zehn bayerischen Freien Wähler zu erreichen. Auch diese Delegiertengruppe teilte mit, man gehe vollzählig in die Wahl und stehe zu Köhler.

ler/dpa

11.44 Uhr: Freie Wähler wollen geschlossen für Köhler stimmen

Die zehn Mitglieder der bayerischen Freien Wähler in der Bundesversammlung wollen bei der Präsidentenwahl geschlossen für Amtsinhaber Horst Köhler stimmen. Der Landesvorsitzende Hubert Aiwanger sagte nach einem letzten Zählappell am Samstagvormittag: "Wir sind 10:0 für Köhler. An uns würde es nicht scheitern, wenn Stimmen fehlen sollten." Aiwanger ging davon aus, dass Köhler bereits im ersten Wahlgang gewählt wird.

ler/dpa

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