In Lettland haben die Parteien der russischstämmigen Minderheit überraschende Erfolge gefeiert. Das Parteienbündnis "Harmoniezentrum" kam auf etwa 20 Prozent der Stimmen - doppelt so viel wie vorhergesagt. Die Bewegung "Für Menschenrechte in einem geeinten Lettland", die ebenfalls die russische Minderheit vertritt, kam auf rund zehn Prozent. Wahlsieger ist die erst im vergangenen Jahr gegründete Zivilunion mit rund 24 Prozent.
Schon zum Auftakt der Europawahl hatte in den Niederlanden eine Partei triumphiert, die bisher nicht zu den etablierten Kräften zählte: Die Anti-Islam-Partei des Filmemachers Geert Wilders wurde zweitstärkste politische Kraft des Landes. Die Freiheitspartei (PVV) kommt demnach auf rund 17 Prozent. Die Christdemokraten von Regierungschef Jan Peter Balkenende erreichen knapp 20 Prozent, die mitregierenden Sozialdemokraten rund zwölf Prozent. Vor jubelnden Anhängern sagte Wilders, der Erfolg seiner Freiheitspartei sei ein Votum gegen einen EU-Beitritt der Türkei, gegen die immer größer und teurer werdende EU und gegen die niederländische Regierung.
In Dänemark ist die rechtspopulistische DVP der große Gewinner. Sie steigerte ihren Stimmenanteil nach EU-Angaben von 6,8 auf rund 15 Prozent. Sie fungiert seit 2001 als Mehrheitsbeschafferin für die bürgerliche Minderheitsregierung in Kopenhagen und gilt als treibende Kraft hinter der betont harten dänischen Ausländerpolitik. Deutliche Verluste von 32,6 auf rund 21 Prozent mussten die oppositionellen Sozialdemokraten hinnehmen. Sie bleiben jedoch knapp stärkste Kraft vor den Rechtsliberalen von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen, die auf rund 20 Prozent kam. Die Volkssozialisten konnten ihr Ergebnis mit rund 16 Prozent verdoppeln.
ler/oka/ddp/AFP/Reuters
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