Von Philipp Wittrock
Berlin - Die letzte Attacke des politischen Gegners war gerade erst verhallt. "Die Union hat bis heute kein Programm, nicht einmal einen Entwurf", polterte Frank-Walter Steinmeier noch am Sonntagmittag - und die Genossen im Berliner Hotel Estrel johlten.
Die Runde, die ein paar Stunden später gut acht Kilometer entfernt im Kanzleramt zusammenkam, konnte dagegen über den Vorwurf nur müde lächeln. Zwar hat der SPD-Spitzenkandidat faktisch Recht. Und selbst in der Union war man sich lange nicht sicher, ob es gut und richtig ist, sich mit dem eigenen Wahlprogramm so viel Zeit zu lassen. Doch mit der Europawahl ist bei CDU und CSU die Gelassenheit zurückgekehrt. Solange man 17 Prozentpunkte vor den Sozialdemokraten liegt, sollen diese gern vorlegen, heißt es nicht ohne Spott.
CSU-Chef Seehofer, CDU-Chefin Merkel (auf einer Europawahlkampf-Veranstaltung bei München): Wahlkampf mit Steuergeschenken
Zudem ist auch die Union inzwischen auf der Zielgeraden angelangt. Am Sonntagabend haben sich die Spitzenleute der Schwesterparteien in der Regierungszentrale von Angela Merkel auf alle wesentlichen Grundzüge des gemeinsamen Wahlprogramms verständigt.
Die großen Streitpunkte seien ausgeräumt, ließen die Generalsekretäre von CDU und CSU, Ronald Pofalla und Alexander Dobrindt, am Montag fast wortgleich verlauten. Neben Merkel, Pofalla und Dobrindt hatten an der Runde CSU-Chef Horst Seehofer, Landesgruppenchef Peter Ramsauer und Unionsfraktionschef Volker Kauder teilgenommen.
Herzstück des "Regierungsprogramms für Deutschland 2009-2013" ist das Steuerkonzept, um das die Union intern lange gerungen hatte. Nach Angaben aus Unionskreisen wird das Papier nun das Versprechen bekräftigen, die Bürger nach der Bundestagswahl zu entlasten - trotz leerer Staatskassen. So wollen CDU und CSU im Falle eines Wahlsieges den Eingangssatz der Einkommensteuer in zwei Stufen von 14 auf letztendlich zwölf Prozent absenken. Ebenfalls schrittweise soll die Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz steigen.
Vor allem die CSU ist mit den Plänen hochzufrieden. Schließlich sind die Eckpunkte des Steuerkonzepts weitgehend identisch mit jenen Ideen, die Erwin Huber, seinerzeit noch als bayerischer Finanzminister und CSU-Chef, schon im Frühjahr vergangenen Jahres für seine Partei ausgearbeitet hatte. "Bei uns waren heute nur strahlende Gesichter zu sehen", hieß es am Montag aus CSU-Kreisen.
Zeitpunkt für Entlastungen bleibt offen
Die endgültigen Formulierungen sind noch nicht gefunden, doch werden die Steuersenkungen offenbar ein Versprechen unter Vorbehalt. Denn ein konkreter Zeitpunkt, wann die ersten Schritte der Steuerreform greifen sollen, wird dem Vernehmen nach nicht im Wahlprogramm stehen. Angesichts der dramatisch gestiegenen Neuverschuldung und der unsicheren Haushaltsperspektive will sich die Union lieber nicht auf einen Termin festlegen.
So kommt die Parteiführung auch den Kritikern aus den eigenen Reihen entgegen. Mehrere prominente Unionspolitiker hatten in den vergangenen Monaten Zweifel angemeldet, dass die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise überhaupt Spielräume für Entlastungen zulässt. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger bekräftigte am Montag seine Einschätzung, dass Entlastungen nicht sofort nach der Bundestagswahl im September umzusetzen sind: "Steuersenkungen halte ich frühestens in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode für realisierbar."
Im Folgenden einige wichtige Punkte, die nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen im Wahlprogramm stehen sollen:
Der Union bleiben nun noch zwei Wochen, um dem Programm den letzten Feinschliff zu geben. Am 28. Juni wollen die Spitzengremien von CDU und CSU das Papier in Berlin verabschieden. Tags darauf stellen die Schwestern es auf einem gemeinsamen Kongress in der Hauptstadt vor. Auf einen echten Wahlparteitag verzichtet die Union.
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Hallo, jaja und die kinder wo eltern arbeiten und das geld verjubeln? Davon gibts mehr als das bei H4 der fall ist. Am besten die kinder in staatshand geben damit alle die gleiche chance haben? Was sie da sagen endet im [...] mehr...
Sie schreiben ja da ein tolles Neidprogramm! Ich erwarte nciht den Mindestlohn , ich fordere wieder ordentliche Arbeitsplätze für die Menschen. Und keine Hartz IV Erhöhungen, vielmehr "Geld gegen Arbeit" ,damit die [...] mehr...
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