Hannover - Schluss nach fast zwei Jahrzehnten in der Partei: Die niedersächsische Landtagsabgeordnete Swantje Hartmann ist aus der SPD ausgetreten. Wie Hartmann am Donnerstag mitteilte, verlässt sie die SPD nach 19 Jahren Mitgliedschaft "ohne Zögern". Die 36-Jährige sieht sich als Opfer einer politischen Intrige. Erst am Mittwoch hatte sie nach dem Verlust mehrerer Parteiposten auch ihr Amt als ehrenamtliche Bürgermeisterin in Delmenhorst abgeben müssen.
Zur Begründung ihres Austrittes erklärte Hartmann, die SPD sei ihr fremd geworden. "In einer Partei, in der bei der Wahl der Mittel in Konkurrenzsituationen offenbar die Grenze des Anstands verloren gegangen ist, kann ich nicht bleiben", sagte sie. Mit Blick auf "die Form der Auseinandersetzungen in den Landesverbänden Niedersachsen, Hessen oder Hamburg" kritisierte Hartmann außerdem, dass der SPD "eine von gegenseitigem Respekt geprägte innerparteiliche Streitkultur" abhanden gekommen sei.
Hartmann war im Mai 2008 wegen einer Finanzaffäre um ihren ehemaligen Lebensgefährten als stellvertretende SPD-Landesvorsitzende zurückgetreten. Zudem verlor sie ihre Position als finanzpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion. Ihr Abgeordnetenmandat will Hartmann behalten. "Meine Aufgaben als direkt gewählte Landtagsabgeordnete der Stadt Delmenhorst werde ich weiter wahrnehmen", erklärte sie.
ffr/ddp
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