Berlin - Noch sind es gut drei Monate bis zur Bundestagswahl - aber über die Frage, wer mit wem regieren könnte, wird schon jetzt eifrig diskutiert. Und seit die Grünen bei der Europawahl erstaunlich stark abschnitten, ist plötzlich eine ganz neue Option denkbar: eine Koalition zwischen der Öko-Partei und CDU/CSU.
Schäuble und Trittin: Ist Schwarz-Grün ein Modell für den Bund?
Und natürlich der mögliche Partner. Bei den Grünen ist das Stimmungsbild zu dem Zweier-Bündnis jedoch nicht ganz eindeutig. In pragmatischen Landesverbänden wie Baden-Württemberg wird eine solche Option keineswegs ausgeschlossen - die Parteispitze will davon hingegen bislang nichts wissen. Der Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl, Jürgen Trittin, erteilte Spekulationen über ein schwarz-grünes Bündnis eine Absage. "Die Union ist für Atomkraft, Steuersenkungen für Gutverdienende, Freiheit für die Finanzlobby und Aufweichung von Klimaschutz zugunsten von Spritfressern und Industrie", sagte er dem "SPIEGEL". Mit Blick auf mögliche Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl fügte er hinzu: "Das wird ein sehr kurzes Gespräch."
Auch Grünen-Chef Cem Özdemir äußerte sich skeptisch. "Es wäre wirklich verfrüht, jetzt das Totenglöckchen für die SPD zu läuten", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Stattdessen spekuliert er auf ein Ampelbündnis mit SPD und FDP nach der Bundestagswahl. "Künftig werden Koalitionen aus drei Parteien die Regel sein", glaubt er. Eine Jamaika-Koalition aus Grünen, Union und FDP komme aber nicht in Frage: "Jamaika haben wir inhaltlich ausgeschlossen. Denn wir sagen, dass der Atomausstieg nicht verhandelbar ist. Wir wollen nicht der Mehrheitsbeschaffer für die Politik von Union und FDP werden."
Doch auffällig ist: Programmatisch versuchen die Unionsparteien sich den Grünen anzunähern - zumindest was deren Kernthema, die Umweltpolitik, angeht. "Ökologie wird für die Ökonomie des 21. Jahrhunderts immer wichtiger", heißt es laut der "Berliner Zeitung" im Entwurf des Wahlprogramms der Union. Die Umwelttechnik sei einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. Als konkretes Projekt werde eine Modellregion zur Erprobung von Elektroautos genannt, um den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern, schreibt die Zeitung. "Unsere Vision für das 21. Jahrhundert ist die CO2-freie Stadt", wird aus dem Programm zitiert.
Einer scheint alles andere als begeistert von der derzeitigen Debatte zu sein: FDP-Chef Guido Westerwelle. Er kritisierte die "schwarz-grünen Anbändeleien" der Union und unterstrich die Bedingungen für eine Koalition seiner Partei mit CDU/CSU: "Mit der FDP gibt es nur einen Koalitionsvertrag mit einem neuen fairen Steuerrecht. Sonst unterschreibe ich nicht", sagte er der "BZ am Sonntag".
Derlei Töne kommen beim Wunschpartner jedoch momentan überhaupt nicht gut an. Innenminister Schäuble warnte die FDP vor Übermut. "Im Augenblick muss man der FDP vielleicht sagen, sie solle mal besser nicht von der absoluten Mehrheit träumen", sagte er dem "Tagesspiegel". "Bei der Europawahl war sie nur die viertstärkste Gruppe."
vme/dpa
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Was heißt denn "linke Stimmen ins rechte Lager tragen"? Wenn jemand links ist, dann soll er entsprechend wählen und nicht die SDP, die ja hinlänglich über Jahrzehnte bewiesen hat, daß sie nicht links ist. Und die [...] mehr...
...die Linken! Oder sind die bloss aus Versehen nicht mit drin? mehr...
schwarz / grün --- chance oder risiko? antwort: katasthophe und betrug!!! katastrophe deßhalb weil: wieder einmal linke und rechte stimmen - vermischt werden, ohne den wähler vorher zu fragen! betrug deßhalb weil: [...] mehr...
das mit dem Grün-Schwarz. Mit J.F. hatten die Grünnen ja bereits ihren reaktionären Probelauf...Übung haben sie also darin, sich für die Macht zu verhökern. Also warum nicht mit der CDU? mehr...
Hamburg hat doch gezeigt, daß die Union von den gottverdammten Grünen die Finger lassen muß! mehr...
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