Berlin - Die CDU will Wort halten. Denn Kanzlerin Angela Merkel bestreitet immer wieder, dass Mehrwertsteuererhöhungen geplant seien. Deshalb dementierte Generalsekretär Ronald Pofalla am Donnerstag auch prompt einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Es sei "absoluter Unsinn", dass die Union entgegen allen Beteuerungen eine saftige Anhebung prüfe. "Derartige Überlegungen gibt es für die nächste Legislaturperiode definitiv nicht", sagte Pofalla. "CDU und CSU werden die Menschen entlasten und nicht belasten."
Ähnlich äußerte sich CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt: "Das ist höchstmöglicher Unfug." Sein Parteikollege, Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ergänzte in Berlin, für eine Steuererhöhung sehe er keine Option. "Das wäre ein falsches Signal in der Krise."
"Bild" hatte unter Berufung auf Parteikreise gemeldet, zum Abbau der Rekord-Neuverschuldung sei eine Erhöhung des niedrigen Steuersatzes von derzeit sieben Prozent auf 19 Prozent im Gespräch. Dieser Satz gilt derzeit unter anderem für Lebensmittel und Schnittblumen. Nach Berechnungen aus der Fraktion könnte diese Anhebung rund 14 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen für die Staatskasse bringen, hatte es geheißen.
Pofalla: "CDU und CSU werden die Menschen entlasten und nicht belasten."
Die Union verspricht in ihrem Wahlprogramm sogar Steuersenkungen in zweistelliger Milliardenhöhe. Am Mittwoch hatte das Kabinett den größten Schuldenhaushalt in der bundesdeutschen Geschichte mit 86 Milliarden Euro neuen Krediten allein 2010 verabschiedet.
Auch bei den Sozialleistungen könnte es nach der Bundestagswahl Einschnitte geben, berichtete "Bild". Die Union erwäge unter anderem die Einführung einer Mietkostenpauschale für Hartz-IV-Empfänger. Insgesamt könnten dadurch zusätzlich "mehrere Milliarden Euro" jährlich im Bundeshaushalt eingespart werden, hieß es laut "Bild" in der Fraktion.
Auch der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil erteilte Gedankenspielen über eine Mehrwertsteuererhöhung eine deutliche Absage. "Wer so was sagt und redet - an dessen wirtschaftspolitischem Verstand muss man zweifeln", sagte der FDP-Politiker im Bayerischen Rundfunk. Solche Diskussionen seien Gift für die Konjunktur.
Wirtschaftsexperten rechnen dagegen damit, dass zur Deckung der Löcher und zur Einhaltung der neuen Schuldenbremse Steuererhöhungen und eine Sparpolitik unausweichlich sind. Der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, forderte, zur Begrenzung der Staatsverschuldung müssten Subventionen abgebaut und Steuern erhöht werden. "Da der Spielraum durch die Kürzung von Subventionen nicht ausreichen dürfte, wird es wohl auf Steuererhöhungen hinauslaufen", sagte er der "Berliner Zeitung".
Auch Wirtschaftsexperte Udo Ludwig vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle hält Steuererhöhungen nach der Bundestagswahl für wahrscheinlich. "Die neue Regierung wird da etwas tun müssen, denn sie kann dieses Haushaltsloch nicht bis zum Ende ihrer Tage mitschleppen", sagte Ludwig in MDR aktuell.
"Sparmöglichkeiten sind sehr beschränkt, die sind schwer durchsetzbar, so dass letztendlich der Weg bestritten werden dürfte über Steuererhöhungen die Löcher sukzessive zu stoppen."
als/AP
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Sehr geehrter Herr O Cromwell! Wenn man etwas nicht belegen kann, sollte man solche Aussagen besser lassen. Es mag wohl der Eine oder Andere, der auf SPON seine Meinung schreibt, auch zu den von Ihnen so bezeichneten [...] mehr...
Da kann man Ihnen nur zustimmen. mehr...
Sehr netter Artikel. Die erste theoretische Hintergrundschilderung, die ich gelesen habe, also guter Journalismus. Was die Unüberwindbarkeit zwischen dem, dass Wwelle also seit geraumer Zeit Unsinn erzählt und der theoretischen [...] mehr...
Was hat das mit meiner Frage zu den Vorstandsgehältern und den Gerwerkschaften zu tun? mehr...
Wieviele Millarden sind es die unberechtigt jährlich beim Staat hängen bleiben wegen falsch deklarierten Steuererklärungen und/oder nicht eingeforderter Rückzahlungen und/oder allgemeiner Unwissenheit des Bürgers ob des vom [...] mehr...
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