Hamburg - Eigentlich soll das 2003 in Berlin gegründete Institut für Medizinischen Arbeits- und Umweltschutz der Bundeswehr sich seit Mai auch um die Behandlung von Soldaten kümmern, die an posttraumatischen Belastungsstörungen leiden.
Solche Störungen erleiden Menschen, die Extremsituationen miterleben mussten, im Falle von Soldaten etwa den Tod eines Kameraden oder Situationen, in denen das eigenen Leben bedroht war.
Auslandseinsätze wie der in Afghanistan sorgen dafür, dass solche Fälle auch unter Bundeswehrsoldaten immer wieder auftreten. Doch die eigens bestellten Fachleute für diesen Bereich können dem Wissenschaftsrat zufolge ihre Arbeit nicht richtig erledigen. In Schlüsselbereichen fehlten dem Institut Experten.
Dabei sei die Arbeit des Instituts an und für sich "zwingend geboten", heißt es in dem Bericht, den der Wissenschaftsrat für die Bundesregierung angefertigt hat. Doch die erwartete Forschungsleistung werden "deutlich unterschritten" und entspreche nicht mehr dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Ebenso kritisch bewerten die Gutachter den mehrfachen Wechsel der Institutsleitung. Seit seiner Gründung im Jahr 2003 hatte das Institut vier Direktoren. Auch die Rekrutierung des übrigen wissenschaftlichen Personals sei "mit den Anforderungen an ein wissenschaftliches Arbeiten nicht vereinbar". Mit anderen Forschungseinrichtungen können die Bundeswehr-Wissenschaftler nicht auf Augenhöhe kooperieren. Der Wissenschaftsrat empfiehlt deshalb eine grundlegende Neuordnung oder die Schließung der Einrichtung.
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