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28.06.2009
 

Umfrage

Steinmeier verliert dramatisch an Zustimmung

Miserable Noten für die SPD: Nach einer Umfrage der ARD trauen nur noch 14 Prozent der Wähler den Sozialdemokraten zu, die Wirtschaftskrise zu bewältigen - und auch Kanzlerkandidat Steinmeier wird abgestraft.

Berlin - Krisenstimmung bei den Sozialdemokraten: Die Parteiführung sorgt sich um die Geschlossenheit der SPD angesichts schwacher Umfragewerte. Nach Informationen des SPIEGEL wollen Partei-Chef Franz Müntefering und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier ihre ganze Autorität aufbieten und die Genossen zur Geschlossenheit zu mahnen. In der anstehenden Sommerpause könnten sonst Querelen und Flügelkämpfe die Wahlchancen von Steinmeier verschlechtern.

Kanzlerkandidat Steinmeier: Sorgen vor der Wahl im September
REUTERS

Kanzlerkandidat Steinmeier: Sorgen vor der Wahl im September

Doch die Aussichten auf einen Sieg Steinmeiers im September werden immer schlechter. Der SPD-Kandidat erhält nach jüngsten Umfragewerten immer weniger Zuspruch von den Bürgern. Nach der Erhebung von Infratest dimap für den "Bericht aus Berlin" halten nur noch 42 Prozent den Außenminister für den richtigen Kanzlerkandidaten.

Das seien 14 Prozentpunkte weniger als Anfang Juni, teilte das ARD-Hauptstadtstudio am Sonntag mit. Auch sein Engagement in der Wirtschaftskrise wird demnach schlechter bewertet. 40 Prozent meinen, Steinmeier leiste gute Arbeit bei der Bewältigung der Krise. Das ist ein Rückgang um 15 Punkte.

Insgesamt hat sich der Abstand zwischen Union und SPD bei der Frage vergrößert, welche Partei die Wirtschaftskrise und deren Folgen bewältigen kann. CDU und CSU verlieren nach der Umfrage dabei einen Punkt und kommen auf 42 Prozent. Aber nur noch 14 Prozent sind davon überzeugt, die SPD werde dieser Aufgabe am ehesten gerecht.

Das sind acht Punkte weniger im Vergleich zur letzten Umfrage. Trotz ihres Engagements für Opel und Arcandor verliert die SPD auch bei der Frage, wer sich am ehesten um die Arbeitnehmer kümmert, zwölf Punkte und kommt auf 36 Prozent. Die Union kann dagegen um fünf Punkte auf 27 Prozent zulegen. Für die Erhebung wurden 1000 Personen am 23. und 24. Juni befragt.

Auch in den letzten Wählerumfragen liegen die Sozialdemokraten derzeit weit abgeschlagen hinter CDU und CSU. Jüngst legten die Unionsparteien in der wöchentlichen Umfrage von "Stern" und RTL gar noch zu und erreichten 36 Prozent. Die FDP kam erneut auf 15 Prozent. Gemeinsam ergäbe sich damit eine absolute Mehrheit von 51 Prozent.

Die SPD gewann zwar einen Punkt hinzu, liegt mit 22 Prozent aber mit 14 Punkten Abstand weiter deutlich hinter der Union.

Doch die Siegchancen für die SPD bei der Wahl im Herbst sinken auch deshalb, weil die Union nach Informationen des SPIEGEL bei der Bundestagswahl überproportional von sogenannten Überhangmandaten profitieren könnte.

beb/dpa

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