Hamburg - Der parteiinterne Steuerstreit hat sich für die Union in der Wählergunst nicht negativ ausgewirkt. In der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL erzielen CDU/CSU wie in der Vorwoche 36 Prozent, ihr bisheriges Jahreshoch. Die FDP kommt wieder auf 15 Prozent. Gemeinsam ergibt sich für Schwarz-Gelb damit wie in der Woche zuvor eine absolute Mehrheit von 51 Prozent.
Die SPD konnte von den unionsinternen Querelen nicht profitieren. Sie fiel um einen Punkt und liegt jetzt mit 21 Prozent zum zweiten Mal in diesem Jahr auf ihrem Jahrestief. Bundesweit ist sie damit genauso schwach wie bei der Europawahl vor dreieinhalb Wochen, als sie nur 20,8 Prozent der Stimmen erhielt.
Die Linkspartei verbessert sich um einen Punkt auf elf Prozent. Die Grünen verharren bei zwölf Prozent. Zusammen würden SPD, Grüne und Linke 44 Prozent bekommen, sieben Punkte weniger als Union und FDP.
Mehrere Unionspolitiker waren in der vergangenen Woche für Steuererhöhungen eingetreten. Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel sah sich genötigt, zu bekräftigten, mit ihr werde es dies nicht geben. Stattdessen vereinbarten die Unionsparteien in ihrem Wahlprogramm Steuersenkungen.
Doch den Versprechen für Steuersenkungen nach der Bundestagswahl schenken die Deutschen kein Vertrauen. In einer weiteren Umfrage für den "Stern" gaben 93 Prozent an, sie glaubten diesen Wahlversprechen nicht. Nur fünf Prozent erwarten tatsächlich Steuersenkungen nach der Wahl.
An der Forsa-Umfrage nahmen 2.500 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 22. bis 26. Juni teil.
amz/Reuters
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