Mainz - Die Steuerdiskussion scheint der Union zu schaden: Nachdem CDU und CSU ihr Wahlprogramm vorgestellt haben, sind sie in der Wählergunst abgesackt. Die Schwesterparteien kommen in dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" zusammen nur noch auf 37 Prozent und verlieren damit drei Prozentpunkte im Vergleich zu Mitte Juni.
Die Steuerversprechen der Unionsparteien betrachten die Wähler offenbar mit großer Skepsis. 72 Prozent glauben nicht, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Zusage, die Mehrwertsteuer in der nächsten Legislaturperiode nicht zu erhöhen, halten wird. Über zwei Drittel der Befragten erwarten Steuererhöhungen - und zwar gleichgültig, ob nach der Bundestagswahl CDU und CSU an die Regierung kommen oder die SPD.
Für die Sozialdemokraten sieht es in der Umfrage des Mannheimer Forschungsinstituts dagegen wieder besser aus: Die SPD gewinnt um vier Prozentpunkte und erreicht 26 Prozent. Damit erholt sich die Partei leicht von den teilweise dramatischen Verlusten bei Umfragen in den letzten Monaten. Erst Mitte Juni hatte sie beim "Politbarometer" acht Prozentpunkte verloren.
Gelassen kann die SPD dennoch nicht in die Zukunft blicken. Ihr Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier wurde beim Deutschlandtrend der ARD von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) überholt und rangiert in der Beliebtheit nur noch auf Platz drei. Unangefochtene Spitzenreiterin bleibt Angela Merkel.
Der mögliche Koalitionspartner der SPD, die Grünen, büßen im "Politbarometer" einen Prozentpunkt ein - elf Prozent der Befragten würden für sie stimmen. Die FDP liegt mit zwölf Prozent knapp darüber und verliert zwei Prozentpunkte. Die Linke verbessert sich auf acht Prozent und gewinnt zwei Prozentpunkte.
Wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden laut "Politbarometer" längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien, sowie koalitionstaktische Überlegungen eine größere Rolle spielen. Die Union käme demnach auf 36 Prozent und verliert lediglich einen Prozentpunkt. Die SPD bleibt bei 25 Prozent, die FDP erhielte weiterhin 13 Prozent, die Grünen weiterhin elf Prozent, die Linke neun Prozent, sie würde einen Prozentpunkt gewinnen. Die sonstigen Parteien kämen zusammen weiterhin auf sechs Prozent. Damit hätten Union und FDP eine Mehrheit im Bundestag.
Die Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 30. Juni bis 2. Juli 1206 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz wird mit zwei bis drei Prozent angegeben.
kgp/AFP/DJ
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