Berlin - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat Zweifel an der vom Bundestag beschlossenen Einrichtung sogenannter Bad Banks geäußert. Für den Fall, dass die Wirtschaft trotz dieser Maßnahme weiterhin nicht ausreichend mit Krediten versorgt werden sollte, kündigte Steinbrück in der "Bild am Sonntag" deutlich weitergehende Maßnahmen an. Steinbrück bezeichnete das am Freitag vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Schaffung der Bad Banks zwar als "notwendig", ob es hinreichend sei, müsse sich jedoch erst erweisen.
Steinbrück in der Bad-Bank-Debatte: "Ein schwieriger Prozess"
Steinbrück übte zudem Kritik an der Kreditvergabepraxis der Banken. Diese bekämen derzeit von der Bundesbank sehr viel Geld für den extrem niedrigen Zinssatz von einem Prozent. "Doch die Banken stecken das Geld derzeit viel lieber in den Handel mit Devisen, Rentenpapieren und Aktien, statt es als Kredite weiterzugeben", bemängelte der Finanzminister.
Der Bundestag hatte
Unter dem Wortungetüm "Gesetz zur Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung" beschlossen Union und SPD die Einrichtung sogenannter Bad Banks (siehe Kasten). Dort können künftig Geschäftsbanken und öffentlich-rechtliche Landesbanken ihre toxischen Papiere parken.
Damit entsteht eine weitere Säule im deutschen Rettungssystem für die Finanzbranche. Im Herbst, nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers, hatte die Große Koalition unter Hochdruck ein Hilfspaket geschnürt. Mit dem Finanzmarktstabilisierungsgesetz wurde der "Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung" (Soffin) geschaffen, der 480 Milliarden Euro an Krediten und mehrheitlich an Staatsgarantien bereithält. Nun steht ein weiteres Instrument zur Verfügung, sofern auch der Bundesrat dem Gesetz am 10. Juli zustimmt.
Bis zuletzt hatte es Streit zwischen der SPD und der Union wegen der Regelungen für die Landesbanken gegeben. Ursprünglich wollte der Bund ein sogenanntes Konsolidierungsmodell für öffentlich-rechtliche Banken dazu nutzen, um auf diesem Weg auch eine Fusion der angeschlagenen Institute zu erreichen. Auf Druck der Unionsländer Bayern und Baden-Württemberg wurde jedoch neben diesem Modell ein weiteres ins Gesetz hineingeschrieben, was nun auch Bad Banks auf Landesebene ermöglicht.
Von der Opposition wurde das Gesetz geschlossen abgelehnt. Der FDP-Finanzexperte Florian Toncar bedauerte, dass nicht alle Institute einbezogen werden: "Die Banken, die es irgendwie hinkriegen, werden erstmal abwarten." Der Finanzpolitiker der Linken, Roland Claus, sagte, es handele sich nicht nur um ein Bad-Bank-Gesetz, es sei auch ein "schlechtes Gesetz". Alle Risiken würden dem Steuerzahler von Heute und von Morgen aufgeladen. Verstaatlicht würde nicht werthaltige Substanz, sondern Schulden. Das sei die "Fortsetzung des Casino-Kapitalismus". Der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick kritisierte, dass ein Gesetz, das in 20 Jahren erst seine volle Wirkung zeigen werde, kurzfristig durch den Finanzausschuss gebracht worden sei. Das Thema sei bereits vor Monaten auf dem Tisch gewesen.
cai/sev/AFP/Reuters
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Hallo rabenkrähe, daß die schwarz-rote Regierung in der Bewältigung der Fi- nanzkrise überfordert war, halte ich für eine berechtigte Kritik. Auch die Entrüstung über die Verlagerung der durch Banken verursachten Verluste auf [...] mehr...
Der Gedanke, Schrottpapiere, die an einem bestimmten Bi- lanzstichtag in den Aktiva eines Kreditinstituts enthalten waren, auf eine gesondert geführte Bank auszulagern, bietet ausrichtsreiche Ansätze, um Banken aus einer [...] mehr...
...... Bad Banks dienen ausschließlich der Optik und der Verschiebung existierender Schulden. Ein Staat, der sowas unterstützt, ist unredlich, inkompetent und manipulativ. Er haust in unverantwortlicher Art und Weise mit den [...] mehr...
Die WestLB ist nicht zu retten, genau wie ein halbes duztend andere Landesbanken fehlt dennen einfach ein tragfaehiges Geschaeftsmodel. mehr...
Es ist - eine Lösung - damit die Banken wieder ihrer eigentlichen Aufgabe "Kredite zu vergeben" nachkommen. Jetzt scheuen sie jedes "Risiko". Aber erstaunt ist schon, daß der Bundestag zustimmt. Haben die [...] mehr...
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