Hamburg - Die Szenarien ähneln den Verläufen der Anschläge von Madrid 2004 und von Bali 2002: Bei einer Sondersitzung am kommenden Donnerstag wollen die Innenstaatssekretäre von Bund und Ländern die Vorbereitungen auf einen möglichen Anschlag von Islamisten abstimmen. Die Behörden haben sich nach Informationen des SPIEGEL vor allem mit dem Szenario eines Doppelanschlags beschäftigt, bei dem entweder an mehreren Orten zeitgleich Sprengsätze gezündet werden oder an einem Tatort auf eine erste, kleinere Detonation eine zweite Explosion folgt.
So sollen Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter im Fall eines Alarms nicht mit dem gesamten Personal an einen Einsatzort vorrücken, sondern sich aufteilen, um handlungsfähig zu bleiben, wenn eine weitere Detonation folgt. Bei den Geheimdiensten wird das Szenario unter dem Codenamen "Domino" behandelt.
Genährt wird die Sorge über einen Anschlag durch unbestätigte Informationen, die der Bundesnachrichtendienst (BND) gesammelt hat.
Demnach sollen sich 15 Islamisten, die im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet unter anderem in der Sprengung von Gebäuden ausgebildet wurden, auf den Rückweg in ihre Heimatländer begeben haben.
Zu der Gruppe gehören angeblich sechs Männer aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien. Die Ausbildung sei von den Qaida-Führern Scheich al-Libi und Abu Abd al-Rahman al-Nadschdi beaufsichtigt worden.
Die Hinweise stammen von Ende April; vergangene Woche erreichte den BND ein neuer Tipp, wonach die Gruppe mittlerweile Pakistan verlassen habe. Offen ist allerdings, wie seriös die Warnung ist.
han
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