Hamburg - Mitte der Woche soll es endlich so weit sein: Am Rande einer Klausurtagung in Potsdam will SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sein Wahlkampfteam vorstellen. Seit Wochen wird bereits emsig über die personelle Zusammensetzung spekuliert - und eine Frau galt stets als so gut wie gesetzt: Doris Ahnen, Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz. Sie sollte im Falle eines Wahlsiegs der SPD Nachfolgerin von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) werden.
Doch die 44-Jährige soll überraschend keinen Platz im Wahlkampfteam Steinmeiers bekommen. Das erfuhr SPIEGEL ONLINE am Sonntag aus SPD-Kreisen. "Ahnen ist nicht dabei", hieß es.
Sollte Ahnen tatsächlich nicht berücksichtigt werden, dürfte das vor allem Proporzgründen geschuldet sein. Mit der jungen Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), und der stellvertretenden Parteivorsitzenden Andrea Nahles, denen gute Chancen auf einen Platz im Team eingeräumt werden, wäre Rheinland-Pfalz bereits zweifach bedient.
In der Partei wurde am Sonntag zudem auf Ahnens engen Draht zum ehemaligen SPD-Parteichef und rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck verwiesen. "Auch das könnte eine Rolle gespielt haben", hieß es.
Das Verhältnis zwischen Beck und Steinmeier gilt seit der dramatischen Ablösung des Pfälzers von der Parteispitze im September 2008 als nicht völlig konfliktfrei.
vme
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