Frankfurt am Main - Die Opposition ist empört, auch aus der SPD gab es kritische Stimmen, jetzt machen auch die Beamten Front gegen die Entscheidung von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, ein Gesetz zur Bankenrettung von einer Großkanzlei schreiben zu lassen - und nicht von den Mitarbeitern der Bundesbehörden.
"Das ist eine besorgniserregende Entwicklung", sagte Hans-Ulrich Benra, Vorsitzender des Verbands der Beschäftigten der obersten und oberen Bundesbehörden, der "Berliner Zeitung". "Wenn Gesetzesentwürfe in Kanzleien angefertigt werden, ist nicht ausgeschlossen, dass diese ihre eigenen Interessen vertreten und nicht die öffentlichen."
Benra führt die Einschaltung externer Berater auf den rigiden Sparkurs zurück. Allein zwischen 2004 und 2006 seien mehr als 10.000 Stellen in den obersten Bundesbehörden sowie im nachgeordneten Bereich gestrichen worden, sagte Benra. "Wer den öffentlichen Dienst kaputt spart, der riskiert Entwicklungen, bei denen am Ende einseitige Interessen an die Stelle unabhängiger Sachverwaltung treten."
Auch der Speyerer Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim kritisierte, dass die Ministerien Aufträge immer häufiger an externe Berater vergäben. "Es besteht die Gefahr, dass der Gesetzgeber immer mehr zum Gesetznehmer wird", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Ministerien übernähmen das Ergebnis der beauftragten Experten manchmal bis hin zu den Formulierungen.
Dagegen verteidigte der CDU-Haushaltspolitiker Steffen Kampeter den Wirtschaftsminister. Es sei absolut nicht kritikwürdig, dass der CSU-Politiker einen Gesetzentwurf zur staatlichen Zwangsverwaltung maroder Banken von der Anwaltskanzlei Linklaters habe erarbeiten lassen. Das habe mit Lobbyismus nichts zu tun, sagte Kampeter der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es sei richtig und letztlich kostensparend, dass das Wirtschaftsministerium bei dem komplexen Sachverhalt des Insolvenzrechtes Sachverstand von außen geholt habe. "Zu Guttenbergs Vorgehen ist für den Steuerzahler letztlich günstiger", sagte Kampeter.
Zugleich warf er Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) vor, mit fadenscheinigen und unfairen Vorwürfen dem populären Wirtschaftsminister eins auswischen zu wollen. Zypries hatte Guttenberg die Verschwendung von Steuergeldern vorgeworfen.
hen/AP/AFP
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„Der Staat“ (also Deutschland) ist eine sehr abstrakte und sehr doppeldeutige Formulierung Immer dann, wenn für staatliche Entscheidungen jemand gesucht wird, der für diese Entscheidungen die Verantwortung übernehmen muss, [...] mehr...
...mehr Transparenz und Mitbestimmung ist in diesem Land eh nicht gewollt. Liebgewonnene Projekte und Referentenentwürfe werden da dann doch besser mal mit den "Fachleuten" besprochen! Dazu haben Sie ja bereits ein [...] mehr...
Graue Eminenzen- m.M. nach- sind Gewerbesteuer zahlende örtliche Unternehmer.;) mehr...
Nun, dann wird es wohl demnächst in diesem Land zu Recht große Demonstrationen geben. Dann ist die Demokratie gescheitert. Was wir hier haben ist eine kapitalistische Selbstbedienungsmentalität der Politiker und das - so [...] mehr...
...die "Staatssekretäre" sind die grauen Eminenzen unserer Zeit. Eine im verborgenen operierende Machtkomponente frei nach der Unbestimmtheitsrelation. ;-) mehr...
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