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Kommunalwahl CDU fürchtet Schockergebnis in NRW-Großstädten

Wahlkampf in NRW: Kicker, Jecken und ein Hobbykoch
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dpa

2. Teil: In Essen wird es knapp

Ein ganz knapper Wahlausgang ist jedoch in Essen zu erwarten, wo zwei Oberbürgermeisterkandidaten ohne Amtsinhaber-Bonus antreten: Reinhard Paß (SPD) liegt laut WDR-Umfrage nur ein Prozent vor Franz-Josef Britz (CDU). Schon im ersten Wahlgang geht es um alles oder nichts - entsprechend hartnäckig werben die Kandidaten an Haustüren und auf Marktplätzen um Stimmen.

Auf dem Katernberger Markt, im sozial schwachen Essener Norden, verteilte am vergangenen Freitag SPD-Landeschefin Hannelore Kraft gemeinsam mit Kandidat Paß rote Rosen. "13 plus X" hat Kraft als Ziel für die Kommunalwahl gesetzt. Das heißt: Die SPD will ihre 13 Oberbürgermeister-Posten in Nordrhein-Westfalen halten und der CDU noch einige der zehn übrigen abjagen.

Um Politik geht's bei dem "Grasnarben-Wahlkampf" (Kraft) höchstens am Rande. Kandidat Paß schaut in Kinderwagen ("Wie alt?"), plaudert mit jungen Eltern und Senioren. Die SPD im Ruhrgebiet müsse "back to the roots" - zurück zum "Menschenfischer-Wahlkampf" des Langzeit-Landesvaters Johannes Rau, sagt der Essener SPD-Kandidat.

Stimmensammeln auf dem Fußballplatz

Auch in Dortmund setzt der SPD-Kandidat für den Oberbürgermeistersessel, Ullrich Sierau, auf Bürgernähe: "Die Leute wollen einen Oberbürgermeister, der mehr beim Volk unterwegs ist", sagt er. Es sei "zu diskutieren", ob die SPD in der Vergangenheit abgehoben sei.

Eine süffisante Bemerkung, denn Sieraus Partei stellt den amtierenden Dortmunder Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer (SPD). Nach innerparteilichen Querelen und einer Affäre um eine Rathausmitarbeiterin, die sich geraume Zeit unbehelligt aus der Stadtkasse bedient hatte, musste Amtsinhaber Langemeyer einem neuen SPD-Kandidaten Platz machen.

SPD-Mann Sierau, der Kontrahent von Hobbykoch Pohlmann, rang am vergangenen Donnerstag im Fußball-Dress auf dem Bolzplatz im Dortmunder Neubaugebiet Menglinghausen-Süd um Wählerstimmen. Beim Kicken mit Kindern der Siedlung, spielte er den Verteidiger hinten links - keine schlechte Position für einen SPD-Kandidaten in einer Stadt, die Herbert Wehner einst die "Herzkammer der deutschen Sozialdemokratie" nannte. Dann stürmte Verteidiger Sierau plötzlich nach vorne, schoss den Ball ins Tor. Die Zaungäste applaudierten. Das sei doch ein "gutes Omen" für die Kommunalwahl, freute sich ein SPD-Sympathisant.

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