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27.08.2009
 

Landtagswahlen

NPD will sich in neuen Bundesländern festsetzen

Von Philipp Wittrock

Foto: DDP

Mit plumpem Rassismus auf Stimmenfang: Interne Fehden, Finanzaffären und skandalöse Auftritte scheinen der NPD nicht zu schaden - bei den Landtagswahlen am Sonntag hofft sie auf einen Erfolg in Thüringen. In Sachsen könnte ihr sogar erstmals der Wiedereinzug in ein Landesparlament gelingen.

Berlin - Das altersschwache, riesige Wohnmobil rumpelt mit einiger Verspätung auf den Dresdner Postplatz. Nicht so schlimm, allzu viele Neugierige haben die Ankunft des NPD-Trosses ohnehin nicht erwartet: Holger Apfel, der lachend aus dem Wagen springt, kann die paar Dutzend Anhänger einzeln per Handschlag begrüßen. Man kennt sich.

Doch auch für das kleine, braune Häuflein legt sich der sächsische Fraktionschef am vergangenen Wochenende ins Zeug - auch wenn die meisten der angerückten Kameraden seine Rede schon ein paar Mal gehört haben dürften. "Die NPD ist heute die einzige Partei in Deutschland, die sich als Sprachrohr der sozial Schwachen in diesem Lande verpflichtet fühlt", schreit Apfel. Er muss das Hup- und Pfeifkonzert der Gegendemonstranten übertönen.

Der zur Unterstützung angereiste Amtskollege aus Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, schwadroniert über "Togo-Neger" und homosexuelle Partnerschaften als "Brutkasten, aus dem das Unglück erwächst". Schließlich darf noch der "nationale Barde" Frank Rennicke - von der NPD im Mai allen Ernstes als Bundespräsidentenkandidat nominiert - ein rassistisches Liedchen trällern: "Gastarbeiter in Millionen wollen unser Land sich holen."

Chancen in Sachsen und Thüringen

Die NPD auf Stimmenfang im Osten. Mit ihrem "Flaggschiff", einem alten Mercedes-Camper, den ihnen "ein älteres Ehepaar" überlassen hat (NPD-Chef Udo Voigt), tourt die rechtsextreme Parteiprominenz derzeit durch Sachsen und Thüringen. Wahlkampfhelfer plakatieren jedes noch so kleine Dorf in der ostdeutschen Provinz mit ausländerfeindlichen Parolen zu, verteilen Tausende Handzettel, besuchen Bürgerfeste und Fußballspiele.

Die braune Truppe investiert für ihre Verhältnisse viel, um bei den Landtagswahlen am Sonntag endlich wieder mit Abstimmungserfolgen Schlagzeilen zu machen. Die andauernden Machtkämpfe in den eigenen Reihen und die Enthüllungen über das Finanzchaos haben in den vergangenen Monaten tiefe Gräben quer durch die Partei gerissen, das Ergebnis Anfang des Jahres in Hessen fiel mager aus.

Am Sonntag will die NPD punkten, um die eigene Klientel zu befrieden - und die Parteikasse wieder ein wenig zu füllen. Schließlich winken satte Zuschüsse aus der Parteienfinanzierung jenes Staates, den die Neonazis eigentlich bekämpfen wollen.

SPIEGEL ONLINE zeigt, wo die Hetze der NPD auf fruchtbaren Boden fallen könnte.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels wurde behauptet, das Ergebnis der NPD bei der Europawahl im Juni dieses Jahres sei "mager" ausgefallen. Tatsächlich stand die NPD bei der Europawahl gar nicht auf dem Stimmzettel. Die Ergebnisse der anderen rechtsextremen Parteien, DVU und Republikaner, fielen mit 0,4 bzw. 1,3 Prozent tatsächlich mager aus. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

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28.09.2009 von smallbrother:

Mal noch zwei Unterschiede: 1. Die Anteile in % an der Gesamtbevölkerung sind an den von Ihnen genannten Orten wesentlich geringer, als umgekehrt in D. 2. Die von Ihnen genannten Deutschen leben vermutlich zu 99,99% von [...] mehr...

27.09.2009 von gaaps:

Man muss den Feind studieren, um ihn zu kennen. Und am besten studiert man ihn, wenn er sich zeigt (zB als ewig-gestrigen-Partei). Im Untergrund mit Guerilla-Taktik - daran scheitert der demokratische Rechtsstaat, dann gehen wir [...] mehr...

27.09.2009 von billy pilgrim:

Es sind keine ethnischen Ghettos, by the way, sondern Armutsghettos. Man sollte nicht die deutsch-Deutschen unter den Tisch fallen lassen, die auch in den entsprechenden Vierteln (über-)leben müssen. Es war immer schon eine [...] mehr...

27.09.2009 von billy pilgrim:

Was machen Deutsche, die ins Ausland emigrieren? Sie bleiben unter sich, eröffnen einen Biergarten, gründen einen Fastnachtsverein, kaufen Sauerkraut und Würstchen bei "ihrem" Laden ein und ziehen Jägerzäune um ihre [...] mehr...

25.09.2009 von aat: Ist schon ok...

...ich denke, das war ein Mißverständnis. Ich hatte es tatsächlich nicht herablassend gemeint und ich finde es gut, daß Sie sich zu dem Thema nochmal gemeldet haben. Hätte wohl nicht jeder getan. Bin Ihrem Hinweis gefolgt und [...] mehr...

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