Von Philipp Wittrock
Auch im Saarland träumt NPD-Spitzenkandidat Peter Marx noch von "fünf Prozent plus x". Doch nachdem die Rechtsextremisten an der Saar vor fünf Jahren aus dem Stand noch vier Prozent holten, dürfte heute selbst diese Marke unerreichbar sein. Bei den Kommunalwahlen im Juni kam die NPD landesweit nur auf 0,5 Prozent, nur in ihren Hochburgen Völklingen und Saarbrücken zog man in den Stadtrat ein.
Marx war bis zum Frühjahr noch Generalsekretär der Bundespartei, bis NPD-Chef Voigt ihn als Hauptintriganten gegen sich ausmachte. In seinem jüngsten Wahlaufruf in der Parteizeitung "Deutsche Stimme" erwähnte Voigt die Saar-Kameraden nicht einmal, Marx selber bezeichnete die finanzielle Unterstützung der Bundespartei als "eher dürftig". Stattdessen leisteten die mächtigen Voigt-Kritiker Holger Apfel aus Sachsen und Udo Pastörs aus Mecklenburg-Vorpommern zumindest personelle Wahlkampfhilfe.
Reichen wird das nicht - auch weil die meisten Protestwähler wohl bei der starken Linken von Oskar Lafontaine eine Heimat gefunden haben dürften, eine Konkurrenz, die es 2004 für die NPD so noch nicht gab. Statt auf soziale Themen setzen die Rechtsextremisten an der Saar daher auch wieder verstärkt auf altbekannte, ausländerfeindliche Parolen.
Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels wurde behauptet, das Ergebnis der NPD bei der Europawahl im Juni dieses Jahres sei "mager" ausgefallen. Tatsächlich stand die NPD bei der Europawahl gar nicht auf dem Stimmzettel. Die Ergebnisse der anderen rechtsextremen Parteien, DVU und Republikaner, fielen mit 0,4 bzw. 1,3 Prozent tatsächlich mager aus. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.
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