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05.09.2009
 

Umwelt-Bonus

Abwrackprämie holte viele Schadstoff-Schleudern von der Straße

Abgewrackte Autos: Vergangenen Mittwoch war der Fördertopf von fünf Milliarden Euro leerZur Großansicht
DPA

Abgewrackte Autos: Vergangenen Mittwoch war der Fördertopf von fünf Milliarden Euro leer

Und sie wirkt doch: Die Abwrackprämie brachte offenbar stärkere Umweltvorteile, als viele Kritiker annehmen. Die neu gekauften Autos haben einer Studie zufolge einen deutlich geringeren Spritverbrauch als die verschrotteten Alt-Modelle.

Frankfurt am Main - Aus und vorbei. Die Abwrackprämie hat ausgedient. Acht Monate lang hatte es Zuschüsse vom Staat beim Autokauf gegeben - und mindestens genausolang hatten Kritiker die Subvention verteufelt. Unter anderem aus Umweltschutzgründen. Doch denen hält nun eine Studie andere Erkenntnisse entgegen: Die Abwrackprämie bringt offenbar mehr für die Umwelt, als viele Kritiker vermuten.

Wie die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (Ifeu) in Heidelberg berichtet, stoßen die rund zwei Millionen durch die Prämie geförderten Pkw deutlich weniger Schadstoffe aus als ihre in die Schrottpresse gewanderten Vorgänger. Außerdem liege ihr Spritverbrauch um rund 20 Prozent niedriger, gehe aus dem im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellten Papiers hervor.

Der 2500-Euro-Bonus habe wider Erwarten nur in geringem Maße dazu geführt, dass relativ neue Autos in die Schrottpresse kamen. Die verschrotteten Pkw waren demnach im Schnitt 14,4 Jahre alt. Die Neuwagenkäufer stiegen vielfach auf kleinere Wagen um. Rund 85 Prozent der mit der Prämie gekauften Autos seien Minis wie der Smart, Klein- und Kompaktwagen wie die Golf-Klasse gewesen.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht sich durch die Studie bestätigt. Er sagte der Zeitung: "Diejenigen, die befürchtet haben, dass die Prämie zum Kauf von teuren Straßenkreuzern anreizt, haben das Portemonnaie der Menschen über- und ihr Umweltbewusstsein unterschätzt."

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hingegen bekräftigte seine Kritik. Die Regelung habe große Öko-Lücken, sagte VCD-Experte Gerd Lottsiepen. So seien "zum Beispiel auch Billigdiesel ohne Rußpartikel-Filter aus rumänischer und leider vereinzelt auch aus deutscher Produktion" gefördert worden. "Beim Einsatz von fünf Milliarden Euro hätte für die Umwelt mehr herauskommen müssen", fügte er hinzu.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schloss unterdessen eine Fortsetzung des staatlichen Förderprogramms für Autokäufer erneut aus. Die Umweltprämie werde nicht verlängert, sagte Merkel dem "Münchner Merkur". Das Instrument sei richtig gewesen, "um die Nachfrage in Deutschland zu stärken, als der Export total zusammenbrach." Die Lage habe sich mittlerweile jedoch verbessert: "Wir beobachten jetzt, dass die Konjunkturpakete in Europa ihre Wirkung entfalten und der Export langsam wieder anzieht", sagte Merkel.

Der Bund hatte fünf Milliarden Euro für den Fördertopf bereitgestellt, die Verschrottungsprämie für Altfahrzeuge belief sich beim Kauf eines Neuwagens auf je 2500 Euro.

ler/ddp

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