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05.09.2009
 

Bundestagswahl

Türkische Gemeinde kritisiert aussichtslose Listenplätze

Türkenvertreter Kenan Kolat (Archivbild aus dem Januar 2008): "Mehr als zwei oder drei werden es nach der Wahl aber wohl nicht mehr sein."Zur Großansicht
dpa

Türkenvertreter Kenan Kolat (Archivbild aus dem Januar 2008): "Mehr als zwei oder drei werden es nach der Wahl aber wohl nicht mehr sein."

Bundestagskandidaten mit Migrationshintergrund werden oft auf hintere Listenplätze verbannt - das verärgert die Türkische Gemeinde in Deutschland. Deren Vertreter befürchten nach SPIEGEL-Informationen, dass in Zukunft noch weniger türkischstämmige Menschen im Parlament sitzen als ohnehin schon.

Hamburg - "Wir befürchten, dass in der kommenden Legislaturperiode Abgeordnete mit Migrationshintergrund deutlich unterrepräsentiert sein werden", sagt Kenan Kolat. Er ist Vorsitzender der Türkischem Gemeinde in Deutschland (TGD) und Mitglied der SPD. Eine Quote wolle niemand, so Kolat im Gespräch mit dem SPIEGEL, "aber es geht schon darum, dass die Parteien guten Leuten eine realistische Chance geben, auch wenn diese einen türkischen Namen haben".

Derzeit sitzen fünf türkischstämmige Abgeordnete im Bundestag. Zwar kandidieren mehr als zwei Dutzend Türkischstämmige für die Wahl, mehrheitlich jedoch auf hinteren Listenplätzen - ohne Aussicht auf ein Mandat.

"Mehr als zwei oder drei werden es nach der Wahl aber wohl nicht mehr sein", schätzt Ahmet Külahci, Redakteur der türkischen Zeitung "Hürriyet". Gut stehen etwa die Chancen für die neu kandidierende Aydan Özoguz von der Hamburger SPD, und auch die Wiederwahl der grünen Abgeordneten Ekin Deligöz gilt als wahrscheinlich.

Grünen-Chef Cem Özdemir hingegen muss bangen: Er tritt in Stuttgart als Direktkandidat gegen die SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt an. "Wir sind weit davon entfernt, dass Migranten in der Politik normal sind", hatte Özdemir, der 1994 als erster türkischstämmiger Politiker in den Bundestag kam, vor wenigen Tagen zu SPIEGEL ONLINE gesagt.

Es müsse selbstverständlich sein, dass sich ein deutschstämmiger Politiker um Migrationspolitik kümmere, eine türkischstämmige Politikerin um Finanzpolitik, so der Grüne. "Aber damit das kein Thema mehr ist, muss es mehr Migranten in der Politik geben - so weit sind wir nicht", so Özdemir.

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Die neuesten Beiträge:
13.09.2009 von oliver twist aka maga:

Völlig richtig. Ich würde nie einen Kandidaten wählen, nur weil er Türke, Schweizer oder Italiener ist. Das Ganze erinnert an den Schwachsinn der "positiven Diskriminierung". Zustimmung. Nein, da würden [...] mehr...

13.09.2009 von Yorek: Antwort Teil 2

Blödsinn. Schauen Sie sich doch mal die deutschen Emigranten in den USA und in Russland an. Die Emigranten in Russland sprachen selbst nach mehreren Generationen Deutsch, die in den USA verschwanden nach ein paar Generationen [...] mehr...

13.09.2009 von Yorek: Antwort Teil 1

Ich hatte auf den Unterschied zwischen Kultur und Gesetz hingewiesen - aber ich kann Sie natürlich nicht dazu zwingen, zu lesen. Wenn Sie einfach mal privat die Meinung haben, dass eine feste deutsche Identität existiert, [...] mehr...

13.09.2009 von Beyazid:

Doch. Genau das hat Herr Krug getan. Und Sie sitzen auch einem Irrtum auf, wenn Sie glauben, daß die ganzen "Ausländer" das Land wieder verlassen. Aus den früheren Fehlern sollte man auch die richtigen [...] mehr...

13.09.2009 von PaulNeu:

Seit wann unterscheidet das deutsche Erbschaftsrecht zwischen Deutschen und Nichtdeutschen? Da bin aber mal gespannt. Wenn in anderen Ländern Ausländer bei Erbschaftsangelegenheiten diskriminiert werden, dann allerdings [...] mehr...

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