[22.10] Wer hat gewonnen? Erste Umfrage
SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier hat nach einer ersten ZDF-Umfrage in dem Fernsehduell besser abgeschnitten als Bundeskanzlerin Merkel. In einer Befragung von 600 Personen zur Halbzeit der 90-minütigen Sendung sahen am Sonntag 31 Prozent Steinmeier vorne und nur 21 Prozent Merkel. 48 Prozent sahen ein Unentschieden. Mit 48 Prozent meinte fast jeder Zweite, Steinmeier habe besser abgeschnitten als erwartet. Nur 13 Prozent fanden ihn schlechter. Merkel übertraf die Erwartungen von nur zehn Prozent der Befragten. 24 Prozent meinten dagegen, sie sei schlechter gewesen als erwartet. (AP)
[22.00] Fazit: Eins zu Eins für Merkel/Steinmeier
Das war ein Eins zu Eins zwischen den beiden. Steinmeier fing wesentlich stärker an als Merkel, die gegen Ende besser in Form kam. Bei der ARD sollte man sich allerdings mal die Frage stellen, ob man die richtigen Leute ins Rennen geschickt hat.
[21.57] Finale: Die Schluss-Statements
Wir haben es überstanden! Zeit für die Schluss-Statements. "Wir sind noch nicht über den Berg", sagt Steinmeier, "aber wir können aus dieser Krise herauskommen." Der SPD-Kandidat verspricht sozialen Ausgleich und das Ende der Atomenergie. Steinmeier grenzt sich von Merkel an den entscheidenden Punkten ab. Kleiner Schönheitsfehler: "Das ist meine Weg" sagt er.
Merkel bedankt sich für das "Vertrauen der vergangenen Jahre". Sie wirbt für eine faire Familienpolitik und nachhaltige Arbeitsplätze. Auch Merkels Finale klappt. Allerdings wirkt ihr Appell etwas sehr auswendig gelernt, wie in ihrem wöchentlichen Video-Podcast.
[21.50] Merkel kämpft für Schwarz-Gelb
Wenn Merkel ihre Präferenz für Schwarz-Gelb begründen muss, dann wird es immer dünne, so auch hier. Sie begründet es diffus-inhaltlich, in Wahrheit möchte sie Schwarz-Gelb aus machtpolitischen Gründen. Eine Wiederauflage der Großen Koalition wäre für sie ungleich ungemütlicher als die vergangenen vier Jahre, weil die SPD mit Rot-Rot-Grün alsbald eine Ausstiegsoption hätte, spätestens nach den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen. "Der Redlichkeit halber" weist Merkel darauf hin, dass Schwarz-Gelb nicht viel beliebter ist als andere Konstellationen - das hat Größe.
[21.45] Steinmeiers Afghanistan-Dilemma
Dass Steinmeier jetzt erklären muss, warum er erst nicht und nun doch mit einer genauen Jahreszahl aus Afghanistan raus will, hat er sich selbst in diesem Wahlkampf eingebrockt. Er segelte immer am Wind und hat allmählich seine Position geändert. Das unterscheidet ihn von Gerhard Schröder, der mit einer klaren Ansage in einer solchen Frage in den Wahlkampf gegangen wäre - wenn es sein muss, in Abkehr von seiner eigenen Politik.
[21.41 Uhr] Moderatoren: Privat schlägt Öffentlich-Rechtlich
"Darf ich kurz ausreden?", sagt Peter Kloeppel und will Steinmeier zu Afghanistan befragen. Er lässt sich nicht beirren, als Steinmeier ihn abwürgen möchte. Vorläufig letzte Bemerkung zu den Moderatoren: Limbourg und Kloeppel sind besser als Illner und Plasberg. Die Privaten vor den Öffentlich-Rechtlichen - das ist doch auch mal eine interessante Erkenntnis.
[21.36 Uhr] Frank Plasberg klar übermotiviert
Das Problem bei solchen Veranstaltungen ist ja oft, dass man zu verbissen in die Sache geht. Frank Plasberg ist klar übermotiviert in diese Veranstaltung gegangen. Seine süffisant gemeinten Zwischenrufe wirken peinlich. Bei vier Moderatoren müssen sich die Befrager zurücknehmen und nicht Pfauenräder schlagen wie der gute Herr Plasberg. Er verteilt Schulnoten an Ulla Schmidt. "Ich finde auch...", sagt Plasberg zur Gesundheitspolitik. Kann man ihn nicht einfach sofort aus dem Studio zerren? Peter Limbourg schaut, als ob er sich genau das wünscht. Wie Merkel über das Gesundheitswesen redet - das ist kanzleresk.
[21.31 Uhr] Reizthema Steuerpolitik belebt Debatte
Steuern - endlich ein Thema, bei dem die beiden sich fetzen müssen. Die CDU sagt, sie will die Steuern senken, die SPD sagt, das geht nicht, nachdem man Milliarden-Proramme gegen die Wirtschaftskrise aufgelegt hat. Und siehe da: Es wird gleich lebendiger.
[21.27 Uhr] Merkels Handakrobatik
Handflächen, Finger, lockere Fäuste zur Bekräftigung der Argumente: Angela Merkel setzt ihre unverwechselbare Handakrobatik häufiger ein als zu Beginn der Sendung. Das deutet darauf hin, dass sie lockerer geworden ist im Laufe des Duells.
[21.25 Uhr] Kein verbaler Schusswechsel
Jetzt allmählich muss man sich in Erinnerung rufen, dass es sich hier um ein Duell handelt. Viel geschossen wird nicht aufeinander.
[21.23 Uhr] Zu viele Moderatoren
Vier Moderatoren gegen zwei Kandidaten - das muss vielleicht im deutschen Mediensystem so sein, aber das haut nicht hin. Es wird viel unterbrochen, man produziert sich. Die Kandidaten schießen oft scharf zurück, vor allem Merkel. Wenn es darum ginge, wer sich am meisten aufspielt, müsste Frank Plasberg Bundeskanzler werden.
[21.21] Stilfragen: Peter Kloeppels Krawatte
Die Krawatte von Herrn Kloeppel halte ich, gelinde gesagt, für gewagt.
[21.20] Treffer von Merkel bei Tobin-Steuer
Der Hinweis, dass Steinbrück die Tobin-Steuer noch vor kurzem als "Loch Ness" bezeichnet hat, ist ein guter Treffer von Merkel. Touché!
[21.15] Steinmeier will Merkel das Thema Finanzmarktkrise streitig machen
Steinmeier versucht, beim Thema Finanzmarktkrise das Wasser abzugraben. Das ist unfein. Merkel wird als Kanzlerin zum London-Nachfolgetreffen der G20 in Pittsburgh reisen, mit Peer Steinbrück als Finanzminister. Da wird Deutschland mit einem Konzept auftreten, und nicht mit einem SPD- und einem Merkel-Konzept.
[21.10] Merkel hält überzogene Manager-Gehälter für "unanständig"
"Sechs Monate Arbeit und für fünf Jahre Gehalt, das halte ich für unanständig", sagt Merkel mit Blick auf den bisherigen Chef des insolventen Arcandor-Konzerns, Karl- Gerhard Eick.
[21.05] Uhrenvergleich: Beide sprechen gleich lang
Die Moderatoren ziehen eine Zwischenbilanz: Wer hat bisher mehr geredet? Beide Duellanten liegen gleichauf. "Das haben wir geplant", wirft Steinmeier ein, Moderatorin Maybrit Illner bemerkt: "Oder Sie haben sich vorher abgesprochen."
[21.00] Steinmeier wirbt für Atomausstieg
Atomkraft als "Brückentechnologie" - Merkel schleift die Unterschiede in der Kernkraftfrage klein. Steinmeier bricht eine Lanze für den Atomausstieg, spricht fast zwei Minuten über alternative Energien. Merkel hört ihm zu.
[20.59] Merkel lobt Steinmeier für Opel-Rettung
"Wie Sie das getan haben, Herr Steinmeier" - Merkel billigt ihrem Herausforderer auch zu, bei der Opel-Rettung seinen Anteil zu haben. Das ist der Sound ihres ganzen Wahlkampfes: keine persönlichen Angriffe.
[20.51] Bildnachteil für Merkel
Es gibt einen regiebedingten Nachteil für Merkel. Sie wird sehr oft gezeigt, wie sie etwas sauertöpfisch schaut, wenn Steinmeier redet. Den gleichen "Schuss" von Steinmeier, wenn Merkel redet, gibt es kaum. Dafür passt sie besser auf als die Moderatoren - Merkel kommt von selbst auf das Thema Mindestlohn zurück.
[20.50] Die Kontrahenten debattieren über den Mindestlohn
Der Mindestlohn ist ein gutes Thema, um die (wenigen) Unterschiede von Merkel und Steinmeier zu erkennen. Die SPD wollte ihn immer schon, Merkel erst, seit sie Kanzlerin ist. Die Moderatoren verpassen allerdings die Chance, nach den Statements von Steinmeier und Merkel noch einmal nachzuhaken.
[20.46] Merkel spricht viel, Steinmeier wirkt mehr
Es wäre interessant, das Duell von einem Menschen sehen zu lassen, der nicht weiß, wer von den beiden Amtsinhaber ist. Mein Tipp: Nach den ersten knapp 15 Minuten würde dieser Mensch eher Steinmeier für den Amtsinhaber halten. Er hat den besseren Start in die Sendung. Aber was meinte Frank Plasberg bloß mit dem Wort "Sozialwirtschaft"?
[20.42] Limbourg fragt nach Merkels Grundwerten in der Krise
Moderator Peter Limbourg fragt die Kanzlerin nach möglicherweise veränderten Grundwerten Merkels in Zeiten der Krise - eine Antwort darauf wäre schön gewesen. Es verfestigt sich der Eindruck, dass Merkel einfach abspult, was sie sich vorgenommen hat. Steinmeier wirkt bislang spontaner und authentischer.
[20.39] Beide reklamieren Erfolge auf dem Arbeitsmarkt für sich
Die Kanzlerin verweist auf die Senkung der Arbeitslosenzahlen unter ihrer Kanzlerschaft - typisch für sie. Im Wahlkampf hat sie immer wieder, auf jedem Marktplatz für sich in Anspruch genommen, die Arbeitslosenzahl von fünf auf drei Millionen gesenkt zu haben. Steinmeier versucht, das Urheberrecht an dieser Entwicklung für Rot-Grün - also für sich - zu reklamieren.
[20.36] Merkel sperrt sich gegen Moderatoren-Frage
Merkel weicht der ersten Frage von Peter Limbourg - warum sie die Wahl gewinnen möchte - direkt aus und referiert erst einmal, was sie sich vorgenommen hat. Sie gibt eine Bilanz der Koalition unter ihrer Führung. "Ich beantworte Ihre Fragen so, wie ich mir das vorgenommen habe", sagt die Kanzlerin.
[20.32] Steinmeier wirbt, Merkel lobt
Steinmeier hat das erste Wort. Warum er Kanzler werden will? "Weil's 'ne Alternative gibt, nämlich mich". Angela Merkel lobt zunächst die Arbeit der Großen Koalition. Beide wirken ziemlich angespannt.
[20.30] Das Duell beginnt
Die Moderatoren Maybrit Illner, Frank Plasberg, Peter Kloeppel und Peter Limbourg begrüßen Zuschauer und Studiogäste. (amz)
[20.20] Müntefering rechnet mit "sachlichem Fernsehduell"
Kurz vor Beginn der Sendung hat SPD-Chef Franz Müntefering ein "sachliches Fernsehduell" zwischen der Kanzlerin und ihrem Herausforderer vorausgesagt. "Die Qualität eines Wahlkampfes hängt nicht an der Lautstärke", sagte Müntefering. "Die Menschen wollen nicht, dass man sich das Gesicht zerkratzt." Steinmeier werde noch deutlicher machen als bisher, dass Merkel "die Spitzenkandidatin von Schwarz-Gelb" sei. (AP)
[19.40 Uhr] Merkel und Steinmeier zu TV-Duell eingetroffen
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sind am Sonntagabend zum Fernseh-Duell in Berlin-Adlershof eingetroffen. Als erster kam der Außenminister und Herausforderer in das Fernsehstudio, begleitet von Ehefrau Elke Büdenbender. Zehn Minuten später fuhr die Kanzlerin in Begleitung ihrer wichtigster Berater vor. Die 90-minütige TV-Debatte beginnt um 20.30 Uhr. (dpa)
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"Eine gute Rede soll das Thema erschöpfen, nicht die Zuhörer."" mehr...
Wusste gar nicht, dass der Kompromiß aus 0% + 2% = 3% gibt, aber naja.. Gut, mit dem Politiker-Einmal-Eins tue ich mich ein bißchen schwer, die haben anscheinend immer noch ein paar versteckte Unbekannte in der Rechnung. [...] mehr...
Das Merkelchen hat sich gehör verschafft? Für was denn? Wollte sie etwa was sagen was noch niemand weiß? Ich hab nichts gehört. Journalisten,oder Moderatoren sollen das gewesen sein,gleich im Vierer-Pack,aber denen war [...] mehr...
Das Merkelchen hat sich gehör verschafft? Für was denn? Wollte sie etwa was sagen was noch niemand weiß? Ich hab nichts gehört. Journalisten,oder Moderatoren sollen das gewesen sein,gleich im Vierer-Pack,aber denen war [...] mehr...
Die CDU wollte damals 2% Erhöhung, wie man dann mit der 0% Erhöhung der SPD auf den Kompromiß von 3% kommt, ist mir immer noch unverständlich. mehr...
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