Mitten im Wahlkampf belastet die Linke ein neuer Stasi-Fall, berichtet der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe. Der Spitzenkandidat der Linken in Thüringen und stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Bodo Ramelow, beschäftigt in seinem Berliner Büro eine ehemalige Stasi-Offizierin. Die Sekretärin Marion Wallrodt arbeitete zu DDR-Zeiten in der Hauptabteilung III, die vor allem für das Abhören von Bürgern und Spitzenpolitikern im Westen zuständig war.
In einer MfS-Beurteilung von 1988 heißt es: "Genossin Hauptmann Wallrodt besitzt ein festgefügtes Feindbild und hält die Regeln der Konspiration und Geheimhaltung ein." Wallrodt gehört als persönliche Mitarbeiterin in Ramelows Büro zu denjenigen, die nicht routinemäßig überprüft werden. "Ramelow weiß von meiner früheren Tätigkeit. Ich war beim MfS vor allem für Russisch-Übersetzungen zuständig", sagt Wallrodt. "Für die Beschäftigung als Angestellte im Bundestag ist das ja wohl kein Problem."
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