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13.09.2009
 

TV-Duell mit Merkel

Steinmeier punktet bei den Wählern

Von Lisa Erdmann

Wahlkampf im Fernsehen: So lief das TV-Duell
Fotos
DPA / ARD

Streit gab es vor allem mit den Moderatoren: Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier sind im TV-Duell eher zahm miteinander umgegangen, lobten die Zusammenarbeit in der Großen Koalition. Blitzumfragen von ARD und ZDF zufolge hat der SPD-Kandidat die Erwartungen der meisten Zuschauer übertroffen.

Hamburg - Um Punkt 20.30 Uhr schalteten die vier Fernseh-Sender ARD, ZDF, RTL und Sat.1 zusammen. Auf allen Kanälen zu sehen: Kanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Frank-Walter Steinmeier, beide im schwarzen Anzug hinter grauen Stehpulten. Ihnen gegenüber die vier Moderatoren Frank Plasberg, Peter Limbourg, Maybrit Illner und Peter Kloeppel.

Der SPD-Kanzlerkandidat durfte wie vereinbart zuerst das Wort ergreifen - und Steinmeier tat das mit einem Lachen. Auf die Frage von Plasberg, warum Angela Merkel nach der Wahl nicht mehr im Kanzleramt sitzen sollte, sagte er: "Weil es eine bessere Alternative gibt, nämlich mich." Bei Merkels erster Antwort gab es gleich den ersten Schlagabtausch - allerdings nicht mit Steinmeier, sondern mit Maybrit Illner. Die Moderatorin wollte Merkel zu einem ersten Angriff provozieren. Doch die Kanzlerin wollte die Frage, warum Steinmeier der schlechtere Kanzler wäre, nicht direkt beantworten. "Ich beantworte die Fragen so, wie ich es mir vorgenommen habe." Sie beharrte darauf, dass sie in den vergangenen vier Jahren sehr gut in der Großen Koalition mit Steinmeier zusammengearbeitet habe. Allerdings sprach sie sich auch klar für ein Ende der schwarz-roten Koalition und einen Regierungswechsel aus.

Merkel gegen Steinmeier: ARD-Umfrage zum Duell
Merkel Steinmeier
überzeugender 42 43
überzeugender bei unentschiedenen Wählern 37 45
besser als erwartet 18 64
schlechter als erwartet 39 15
sympathischer 39 40
angriffslustiger 13 55
verständlicher 34 36
bessere Argumente 34 41
glaubwürdiger 42 37
fairer 30 9
kompetenter 51 31
ist/wäre guter Kanzler 78 56

Merkel gegen Steinmeier: ZDF-Umfrage zum Duell
Merkel Steinmeier
besser geschlagen hat sich... 28 31
...unter unentschiedenen Wählern 18 34
...bei Unionswählern 57 5
...bei SPD-Wählern 4 64
...bei Männern 24 37
...bei Frauen 33 26
...bei unter 35-Jährigen 34 37
...zwischen 35 und 59 26 34
...bei über 59-Jährigen 30 27
besser als erwartet 10 51
schlechter als erwartet 21 10
wie erwartet 69 38
Meinung verbessert 13 47
Meinung verschlechtert 10 8
Meinung unverändert 77 44
glaubwürdiger 33 25
sympathischer 33 30
zeigte mehr Sachverstand 30 23
kann besser Jobs schaffen 37 15
lieber als Kanzler - vor Duell 64 29
lieber als Kanzler - nachher 55 38
Angaben in Prozent, Quelle: Forschungsgruppe Wahlen

In den ersten 20 Minuten blieb es dabei, dass Merkel sich immer wieder mit den Moderatoren beharkte. Sie wich in ihren Antworten häufiger aus und beharrte bei Nachfragen der Journalisten darauf, dass sie ausreden möchte. Zum Thema Finanzkrise forderte sie noch einmal Regeln für die internationalen Finanzmärkte. Der Staat sei der "Hüter der Ordnung", dies sei international "grob vernachlässigt" worden.

In dem weitgehend sachlich geführten Schlagabtausch betonten beide besonders ihre Unterschiede, wie mit der Finanz- und Wirtschaftskrise umgegangen werden soll. Merkel forderte, dass das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft möglichst international stärker Fuß fassen müsse. Steinmeier reklamierte dagegen einen Neustart der sozialen Marktwirtschaft. Er warf der Union vor, bei der Begrenzung von Managergehältern sowie von Boni und Abfindungen nur halbherzig zu handeln.

Eine deutliche Meinungsverschiedenheit zwischen beiden trat auch beim Thema Mindestlohn auf. Steinmeier breitete erneut die Position der SPD aus. Man müsse die Lohnspirale nach unten aufhalten. Die Praxis in anderen Ländern wie in Großbritannien habe gezeigt, dass über flächendeckende Mindestlöhne keine Arbeitsplätze verloren gehen. Merkel hielt dagegen. "Dadurch gehen Arbeitsplätze verloren", erklärte sie.

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Seinen ersten scharfen Angriff auf die Union führte Steinmeier beim Thema Opel. "Stellen Sie sich vor, Schwarz-Gelb hätte regiert - dann wäre Opel mausetot." Merkel billigte ihrem Herausforderer durchaus zu, bei der Opel-Rettung seinen Anteil gehabt zu haben: "Wie Sie das getan haben, Herr Steinmeier." Aber seinen Angriff wies sie zurück. Mehrere Landesregierungen aus Union und FDP hätten sich um die Rettung von Opel verdient gemacht.

Klare Unterschiede zeigten die Kontrahenten auch in Punkto Atomkraft. Merkel verteidigte die Kernenergie als "Brückentechnologie". Eine Zeit lang sei sie noch nötig. Energie müsse effizienter werden und die Preise akzeptabel. Steinmeier verwies dagegen auf die Pannen im Atomkraftwerk Krümmel und auf die in Salzlauge schwimmenden Fässer im maroden Atommülllager Asse. "Das ist alles der falsche Weg", hob er hervor und fügte hinzu: "Es muss beim Atomausstieg bleiben."


Erst eine halbe Stunde vor Schluss ging Steinmeier erstmals Merkel direkt an - es war überhaupt der erste direkte Angriff in diesem Duell, Merkel hat, wie im gesamten Wahlkampf, darauf verzichtet. Steinmeier nannte die von der Union geforderten Steuersenkungen "nicht bezahlbar". Merkel habe hier ein "Glaubwürdigkeitsproblem". Die Pläne seien nicht finanzierbar.

Zehn Minuten vor Schluss sprach Merkel Steinmeier erstmals direkt an. Sie warf ihm vor, auf der einen Seite Schwarz-Gelb zu verteufeln und auf der anderen Seite nach der Wahl auch durchaus mit den Liberalen koalieren zu wollen.

Ein wirkliches Duell war es bis zum Schluss nicht. Eher eine sachliche Diskussion bei der man beiden Rednern durchaus Respekt für den anderen anmerkte. Persönliche Angriffe blieben aus, ebenso wie abschätzige Blicke für den jeweils anderen. Klare nüchterne anderthalb Stunden. Am Ende wunderte es nicht, dass Steinmeier zu Anfang der Runde erklärte, die beiden duzten sich auch nach vier Jahren gemeinsamer Arbeit nicht. Dafür zeigten sich beide zu zurückhaltend.

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22.09.2009 von H. Krämer: Politiker-Einmal-Eins

Wusste gar nicht, dass der Kompromiß aus 0% + 2% = 3% gibt, aber naja.. Gut, mit dem Politiker-Einmal-Eins tue ich mich ein bißchen schwer, die haben anscheinend immer noch ein paar versteckte Unbekannte in der Rechnung. [...] mehr...

21.09.2009 von bosemil: Das war angeblich ein Duell ?

Das Merkelchen hat sich gehör verschafft? Für was denn? Wollte sie etwa was sagen was noch niemand weiß? Ich hab nichts gehört. Journalisten,oder Moderatoren sollen das gewesen sein,gleich im Vierer-Pack,aber denen war [...] mehr...

21.09.2009 von bosemil: Das war angeblich ein Duell ?

Das Merkelchen hat sich gehör verschafft? Für was denn? Wollte sie etwa was sagen was noch niemand weiß? Ich hab nichts gehört. Journalisten,oder Moderatoren sollen das gewesen sein,gleich im Vierer-Pack,aber denen war [...] mehr...

21.09.2009 von klauss53:

Die CDU wollte damals 2% Erhöhung, wie man dann mit der 0% Erhöhung der SPD auf den Kompromiß von 3% kommt, ist mir immer noch unverständlich. mehr...

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