Hamburg - Politiker aller Oppositionsparteien im Bundestag haben das Streitgespräch der Kanzlerkandidaten bemängelt. Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, sprach am Montag von einer "Kuschelveranstaltung". FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte, das ganze Duell sei auf "weiter so" ausgerichtet gewesen: "Es gibt nur einen Verlierer, nämlich Deutschland".
Den 90-minütigen Schlagabtausch wertete Niebel im ARD-"Morgenmagazin" als Plädoyer der beiden Kontrahenten für eine Fortsetzung der Großen Koalition. Keiner von beiden habe gewonnen. Der Verlierer des Duells sei "Deutschland", weil keiner gezeigt habe, welche Perspektiven für die nächsten vier Jahre notwendig seien, "um den Wohlstand der Bürgerinnen und Bürger zu erhalten und dafür zu sorgen, dass wir international wettbewerbsfähig sind".
Auch FDP-Chef Guido Westerwelle sagte der "Bild"-Zeitung, von diesem Duell werde "nichts übrig bleiben". Keiner habe gewonnen: "Das waren Szenen einer Zwangsehe. Scheidung nur durch die Wähler." Wichtige Themen, wie Familie und Bildung, seien überhaupt nicht angesprochen worden.
Das einzige Fernsehduell der beiden Kandidaten Angela Merkel (CDU) und Frank-Walter Steinmeier (SPD) vor der Bundestagswahl am 27. September wurde von vier Sendern live übertragen.
"Bewerbungsgespräch" von Steinmeier bei Merkel
Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, sagte im ARD-"Morgenmagazin", es habe sich um ein "Bewerbungsgespräch" Steinmeiers gehandelt. Er habe sich bei Merkel dafür beworben, in der kommenden Wahlperiode wieder Vizekanzler zu sein. "Ich fand das ein sehr langweiliges Duell, ich fand beide nicht gut."
Bartsch lehnte eine Zusammenarbeit mit der SPD auf Bundesebene nach der Wahl erneut ab: "Mit diesem Steinmeier nicht. Die politischen Positionen gehen nicht zusammen. Wir werden Opposition sein. Aber an unserem Wahlergebnis wird sich die Richtung der Politik sehr stark festmachen." Schon in der zu Ende gehenden Wahlperiode habe die Linke die Politik und die anderen Parteien verändert.
Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin kritisierte die Debatte am Sonntagabend als nicht mehr zeitgemäß. "Es stammt aus einer Zeit, wo man geglaubt hat, dass es zwei große Parteien gibt", sagte Trittin im Sender Sat.1. Es gebe in Deutschland inzwischen eine Fünf-Parteien-Landschaft.
Sowohl SPD als auch CDU/CSU hätten bei den Landtagswahlen der vergangenen Zeit verloren. "Dieser Situation ist das Format nicht gerecht geworden", beklagte der Grünen-Politiker. Es habe den Eindruck gegeben, als ginge es um amerikanische Präsidentenwahlen. Keiner der beiden Kontrahenten werde ohne Hilfe einer oder zwei weiterer Parteien in das Kanzleramt einziehen können, es sei denn, "sie haben sich jetzt schon darauf verständigt, dass sie weitermachen wollen".
kgp/dpa/ddp/AP
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"Eine gute Rede soll das Thema erschöpfen, nicht die Zuhörer."" mehr...
Wusste gar nicht, dass der Kompromiß aus 0% + 2% = 3% gibt, aber naja.. Gut, mit dem Politiker-Einmal-Eins tue ich mich ein bißchen schwer, die haben anscheinend immer noch ein paar versteckte Unbekannte in der Rechnung. [...] mehr...
Das Merkelchen hat sich gehör verschafft? Für was denn? Wollte sie etwa was sagen was noch niemand weiß? Ich hab nichts gehört. Journalisten,oder Moderatoren sollen das gewesen sein,gleich im Vierer-Pack,aber denen war [...] mehr...
Das Merkelchen hat sich gehör verschafft? Für was denn? Wollte sie etwa was sagen was noch niemand weiß? Ich hab nichts gehört. Journalisten,oder Moderatoren sollen das gewesen sein,gleich im Vierer-Pack,aber denen war [...] mehr...
Die CDU wollte damals 2% Erhöhung, wie man dann mit der 0% Erhöhung der SPD auf den Kompromiß von 3% kommt, ist mir immer noch unverständlich. mehr...
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