Von Christian Buß, Thorsten Dörting, Annett Meiritz, Reinhard Mohr und Philipp Wittrock
[02.20] Das Endergebnis
Die schwarz-gelbe Wende ist definitiv bestätigt. Auf der Internetseite des Bundeswahlleiters wird das Ergebnis nach Auszählung aller Wahlkreise verkündet. CDU: 23,7 Prozent, CSU: 6,5, SPD: 23,0, FDP: 14,6, Linke: 11,9, Grüne: 10,7 steht da bei den Zweitstimmen - und als siebtstärkste Kraft dahinter: die Piratenpartei mit 2,0 Prozent.
[21.14] Nachtrag aus dem Norden
In ganz Deutschland knallen schon die Sektkorken, oder es fließt das Frustbier, je nach politischer Ausrichtung. In ganz Deutschland? In einem kleinen Bundesländchen im Norden wird noch gezittert: Denn Schwarz-Gelb hat, wie Jörg Schönborn in der ARD informiert, nach dem letzten Stand noch keine Mehrheit in Schleswig-Holstein. Ein klein bisschen Spannung hält sich also doch noch an diesem ungewöhnlich schnell abgewickelten Wahlabend. Und natürlich kommt auch noch das amtliche Endergebnis. (cbu)
[21.05] Feierabend
Jetzt ist so ziemlich alles gesagt und gezeigt, was gesagt und gezeigt werden musste. Das ZDF sendet noch ein wenig weiter vor sich hin, Phoenix natürlich auch. Und die ARD widmet sich den Wahlen in einer Mini-"Tagesthemen"-Ausgabe bevor es ab zur Familie Beimer geht. Um den Wahlabend mal mit einem beliebten (aber leicht abgewandelten) Reich-Ranicki-Zitat zusammenzufassen: "Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und fast keine Fragen mehr offen." War ja eine ziemlich klare Sache. (tdo)
[21.01] Guttenberg völlig trendfrei
CSU-Star Karl-Theodor zu Guttenberg gibt gerne den Rebell. Bei der Bundestagswahlrunde von Stefan Raab trug er als einziger Gast Jeans statt Maßanzug. Jetzt hat er es auch noch gewagt, den Absturz-Trend seiner Partei zu ignorieren: Guttenbergs Wahlkreis Kulmbach hat ihm 68,1 Prozent der Erststimmen beschert, acht Prozentpunkte mehr als 2005. (amz)
[20:58] Abschied von Angela
ZDF-Mann Brender und Angela Merkel haben sich zum Schluss ganz lieb. Die Kanzlerin bedankt sich sogar bei Brender, so schön sei's bei ihm gewesen. Seien wir ehrlich: Für die Zuschauer war's das nicht unbedingt. (tdo)
[20.55] Das liebe Geld
Steuer, Steuer, Steuer: Zurück bis zur "Waigelschen Steuerpolitik" (Steinmeier) aus dem letzten Jahrhundert reicht die Debatte um die richtigen Finanzkonzepte der Zukunft. War da nicht noch irgendetwas Anderes? Nö. Bildungs-, Umwelt- und Sozialpolitik? Sind kein Thema mehr. (cbu)
[20.52] Pikantes Detail am Rande
Einer der beiden Fragenden, ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, hat ja derzeit kein ganz ungetrübtes Verhältnis zur CDU. Obwohl er als unionsnah gilt, wollen ihn einige CDU-Granden - allen voran Roland Koch - absägen, sprich: Seinen Vertrag nicht verlängern. All das merkt man ihm nicht an - Brender ist ein journalistischer Vollprofi. (tdo)
[20.48] Schlagabtausch, aber richtig
Die "Lindenstraße", so war vorab zu erfahren, ist wieder bestens auf alle möglichen Wahlausgänge vorbereitet. Die Macher haben mehrere Versionen abgedreht, die auf die möglichen Resultate eingehen; sogar ein SPD-Wahlsieg war dabei (Wird Frank-Walter Steinmeier diese Version je zu sehen bekommen? Würde er sie überhaupt anschauen wollen?). Es soll, das steht offenbar fest, in der Wahlabend-Folge sogar zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kommen. Das sorgt dann wenigstens für etwas Feuer an diesem Abend. Wir sind gespannt. (tdo)
[20.46] Ramsauers Flirt mit Westerwelle
Steuersenker unter sich: CSU-Mann Ramsauer betont, dass die Freidemokraten und die Christsozialen finanzpolitisch ja ganz wunderbar zu einander passen würden. Merkel, Obacht: Da bahnt sich eine gefährliche Männerfreundschaft an! (cbu)
[20.43] Sie reden. Und reden.
Aufwachen! (amz)
[20.40] Warten auf die "Lindenstraße"
Irgendwie sehen alle Diskutanten ziemlich gelangweilt aus - inklusive der beiden Fragesteller. Warten die alle auf Klausi Beimer? (tdo)
[20.35] Lafontaine ohne Antwort
Lafontaine wird gefragt: "Muss es sie nicht schmerzen, dass in Zeiten der Krise gerade die Liberalen so zulegen?" Da hat der linke Dampfquassler auch keine Antwort. Lafontaine sprachlos - so was gab es noch nicht so oft. (cbu)
[20.25] Reif für die Insel
Ein Trost für die SPD, wenn auch ein sehr kleiner: Auf der Hallig Gröde im Wattenmeer vor der Nordseeküste ist die SPD noch Volkspartei. Wie die Nachrichtenagentur AP vermeldet, stimmten von den 13 Wahlberechtigten mit der Zweitstimme vier für die SPD, drei für die Grünen, zwei für die CDU und einer für die Linkspartei, wie Wahlvorstand Volker Mommsen mitteilte. Zwei Stimmen waren ungültig. Eine Stimme wurde bereits früher per Briefwahl abgegeben. Bei den Erststimmen dominierte die CDU mit 7. Mit 17 Einwohnern ist Gröde nach eigenen Angaben die kleinste Gemeinde in Deutschland. (tdo)
[20.20] Verlierer mit Stil
Als Kandidat war er offensichtlich nicht so überzeugend, als Verlierer aber macht er ein perfekte Figur. Kein peinliches Ablenken von der eigenen Niederlage gibt es bei Steinmeiers Auftreten in der "Berliner Runde". Die Gerd-Show ist ihm fremd, dafür gibt er sich glaubhaft nachdenklich. Selbst die Moderatorenfrage "Ist die SPD noch eine Volkspartei?" kontert er freundlich bestimmt: "Die SPD muss eine Partei sein, die alle anspricht." Und gratuliert CDU und FDP großmütig zum Wahlsieg. Kann sein, dass dem Loser Steinmeier demnächst ganz unerwartete Sympathiewerte entgegenschlagen. (cbu)
[20.19] Guido ganz seriös
Tja, so kennt man ihn gar nicht: FDP-Kandidat Guido Westerwelle spricht in der Berliner Runde ganz ruhig und bedächtig. Da probiert einer schon mal den verbalen Ministeranzug an. (tdo)
[20.12] Wenn Elefanten reden
Gleich beginnt die Berliner Runde und man denkt an: 2005, ach ja. Daran wird sich diese Runde messen lassen müssen. Herrlich war's damals, als der große Polit-Entertainer Gerhard Schröder seinen legendären Auftritt hinlegte und polternd nach der Macht verlangte, obwohl er und seine Partei ja der Merkel-CDU unterlegen waren. Was wird's diesen Jahr geben? Zwei Kandidaten, die Wesensverwandte sind in ihrem nüchternen, emotionsfreien Politikstil. (tdo)
[20.04] Gaaanz langsam
Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel rät nach der herben Schlappe bei der Bundestagswahl zu Besonnenheit. "Wir dürfen jetzt nicht in Hektik verfallen", sagte Schäfer-Gümbel im Hessischen Rundfunk. Hektik und Schäfer-Gümbel? Eine Kombination, die ohnehin niemandem eingefallen wäre. (tdo)
[20.00] Verschreckte SPD-Stammwähler
Jörg Schönenborn legt in der ARD eine erste Analyse zum desaströsen Abschneiden der Sozialdemokraten vor: Verprellte SPD-Stammwähler hätten durch massive Stimmverweigerung für das schlechte Abschneiden gesorgt. Da wird der Machtverlust zur Chance, an Profil zu gewinnen: In der Opposition zur Selbstfindung, glücklicher Steini. (cbu)
[19.57] Platzeck mit Optionen
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) könnte jetzt mal etwas Neues wagen. Da seine Partei zum fünften Mal seit 1990 die Landtagswahl gewonnen hat, kann er sich wohl wieder einen Juniorpartner für die Regierung aussuchen. Weitermachen mit der schwächeren CDU oder neu anfangen mit der stärkeren Linken? Zu Sondierungsgesprächen werden beide eingeladen. Das gehört sich schließlich so. (amz)
[19.55] Und was sagt Barack?
ARD-Mann Ulrich Deppendorf fragt die USA-Korrespondentin Hanni Hüsch, wie denn in Amerika die Kommentare zur deutschen Wahl lauten. "Es gibt noch keine", sagt Hüsch. Aha. Aber Hauptsache wir haben mal kurz das Weiße Haus im Hintergrund gesehen. (tdo)
[19.52] Angela sagt Danke
Das orangefarbene Banner auf dem Facebook-Profilbild von Angela-Merkel zeigt seit einigen Minuten "Danke!". Die Kanzlerin lässt wissen: "Sie dankt allen Wählerinnen und Wählern der Union // thanks her supporters". (amz)
[19.50] Lafontaine labt sich
Linken-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine feiert seine Partei dafür, dass sie die Grünen überholt hat - und droht mit einem scharfen Oppositionskurs. "Es wird es an uns sein, die schärfste Klinge zu führen". (amz)
[19:40] Kichern mit der "Bild"
Auf N24 verrät "Bild"-Chef Kai Diekmann die morgige Schlagzeile seines Blattes: "Guido! Merkel hat 'nen Neuen". Kann man drüber schmunzeln. Muss man aber nicht. (tdo)
[19.35] Friesen-Power in der ARD
Im Ersten kommt der Wahlsieger in Schleswig-Holstein zu Wort. Peter Harry Carstensen, der sprechende Friesennerz, bedankt sich im nöligen norddeutschen Idiom bei seinen Wahlkämpfern und schließt sein eher dösiges Lob mit den Worten: "Jetzt wollen wir arbeiten." Bevor er aber abtritt, tutet er noch mal vor seinen Anhängern ins Mikro: "Und ich komme gleich wieder zurück!" Ist schon klar: So einer wie Harry kommt immer zweimal. Wenn auch nicht gerade so wahnsinnig gewaltig. (cbu)
[19:33] Noch ein wichtiges Wort
Unter Journalisten war das Konsenswort dieses Wahlkampfs ja: Langeweile. Das Superduperwahljahr, so die generelle Ansicht, war furchtbar öde. Und das, worüber dann das Berliner Kommentariat stritt, war lediglich, ob diese Langeweile ein gutes Zeichen und damit begrüßenwert sei oder doch eher beklagenswert. Wie dem auch sei: Der Wahlabend passt sich so langsam dem Wahlkampf an. So recht will nichts mehr passieren. (tdo)
[19.25] Die Messe ist gelesen
ARD und ZDF beschäftigen sich jetzt mal ein wenig mit Brandenburg und Schleswig-Holstein. Im Bund ist's ja langweilig - weil alles total klar. RTL zeigt "Schwiegertochter gesucht". Anchorman Peter Kloeppel verweist vorher noch eilig auf n-tv, "da geht der Wahlabend weiter". (tdo/amz)
[19.22] Der neue Sonnenkönig
RTL zeigt den großen Gewinner des Abends als erstes: Westerwelle steht da und strahlt vor den gelben Plakaten wie ein Sonnenkönig. Kann man ihm ja auch nicht verdenken. Wer will ihm schon widersprechen, dass die prognostizierten 15 Prozent "das beste Ergebnis der FDP seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland" sind. Am Ende wird Spaß-Guido allerdings arg pathetisch: "Jetzt geht die Arbeit für Deutschland und unser Volk erst richtig los." Staatstragend halt, aber bald ist er ja wohl Außenminister. Schön an dem Auftritt auch die Gruppenbild-Optik: Genscher mit auf der Bühne, Pieper, Rösler. Total generationenübergreifend. (cbu/tdo)
[19.23] Blitzinterview mit der Kanzlerin
Eine strahlende Kanzlerin lässt sich auf RTL interviewen. "Ich habe hier vor vier Jahren gestanden, da war ich etwas bedröppelt - heute bin ich einfach nur glücklich." (amz)
[19.21] Gysis Traum
Fast wäre die Linke untergegangen: RTL schiebt noch schnell eine Mini-Schalte nach. Ein stolzer Gregor Gysi spricht in der Berliner Kulturbrauerei: "Wir haben die Gesellschaft umgekrempelt, und das wurde auch Zeit!" Naja - umgekrempelt vielleicht nicht ganz. Aber das Wahlergebnis um mehrere Prozentpunkte verbessert. (amz)
[19.19] Dauer-Applaus für Westerwelle
Westerwelle drängelt sich durch sie Menge, minutenlang grölen die FDP-Anhänger Fangesänge. Der FDP-Chef versucht mehrmals vergeblich, seine Siegerrede zu halten - schafft es dann aber doch. (amz)
[19.17] Claudia Roth total grün
Augen zu und durch: Claudia Roth gibt im kreischend grünen Kostüm ein erstes Statement: "Wer, wenn nicht Schwarz-Gelb hat eine starke Opposition verdient. Und die wird knallgrün!" Quak, der Frosch hat gesprochen. (cbu)
[19.14] Konservatives Tête-à-tête
Peter Hahne, ganz der konservative Galan, interviewt für das ZDF die Kanzlerin. Die Umschwärmte haucht: "Wir werden Nägel mit Köpfen machen. Das Land muss ja wieder regiert werden." (cbu)
[19.09] Merkel atmet durch
Die Kanzlerin sagt: "Wir wollen Volkspartei bleiben." Puh, das ist grad noch mal jemand davongekommen. Dann verabschiedet sie sich mit den Worten: "Jetzt muss ich noch ein bisschen Medienarbeit machen. Eine schöne Party noch." (tdo/cbu)
[19.06] Merkel badet
Eine gute Stunde nach Veröffentlichung der Wahlergebnisse tritt CDU-Chefin Angela Merkel vor die Kameras - es ist ein triumphaler Auftritt für die Kanzlerin im Konrad-Adenauer-Haus, ihr Parteivolk lässt sie gar nicht zu Wort kommen. Sie sieht, man muss das mal so sagen, glücklich aus. Aber man sollte nicht vergessen: Rund 33,5 Prozent sind so dolle nicht. (tdo)
[19.00] Bajuwarische Selbstkritik
CSU-Chef Horst Seehofer spricht in München: "Ergebnis in Bayern nicht zufriedenstellend." Man sieht's ihm auch an - etwas verkniffen, der Mann. Derzeit sieht's nach nur 41 Prozent für die CSU aus. Aua. (tdo)
[18.58] Ehrenrettung für Wahlforscher
Deutschlands Wahlforscher können aufatmen: Die Hochrechnungen ähneln den jüngsten Prognosen vor der Bundestagswahl - die Umfrage-Institute wurden also vor einer weiteren Schmach bewahrt. Vor vier Jahren wichen die Vorab-Zahlen der Wahlforscher zum Teil erheblich von Endergebnis ab. (amz)
[18.55] Wolfgang Schäuble selig
Der CDU-Mann lächelt im ZDF-Interview beglückt: "Nach 15 Jahren gibt es endlich wieder eine bürgerliche Mehrheit." (cbu)
[18.50] Müntefering im Angriffsmodus
Der SPD-Mann Müntefering ist schon wieder kampflustig: "Alle Versuche, das Land kaputt zu machen, werden auch weiterhin an der deutschen Sozialdemokratie scheitern." Mit einem bescheidenen Ergebnis ein starker Spruch. Aber so ist er halt, der Aufsteher Münte. (cbu)
[18.47] Die Therapie beginnt
Die SPD muss also auf die Oppositionscouch, die ja gleichzeitig auch so etwas wie eine Psychoanalytikercouch sein dürfte. Münte hat's erkannt und kündigt das große Nachdenken an. Das dürfte der Partei vermutlich sogar ganz gut tun. Sie muss erst mal ihre Agendajahre aufarbeiten und auch mal klären, ob es strategisch dauerhaft eine gute Idee ist, die Linke nur zu bekämpfen - oder ob da nicht doch etwas geht. Im Zweifelsfall kann man sich ja bei Wowi erkundigen, der ohnehin als der nächste große Mann der Sozialdemokraten gilt. (tdo)
[18.42] Frank-Walter macht weiter
Steinmeier sagt: "Gerade an diesem Abend werde ich nicht aus der Verantwortung fliehen." Er will als Oppositionsführer in den Bundestag - da kann der bald Ex-Vizekanzler ja dann bald seiner Ex-Chefin einheizen. "Diese Mission ist nicht beendet", verspricht Steinmeier. (tdo)
[18.37] Steinmeier und die Jugend
Der abgewatschte SPD-Spitzenkandidat wendet sich gezielt an die jungen Wahlhelfer: "Ihr seid die Zukunft der Partei. Macht weiter so!" Wie - "weitermachen"? Mit dem Verlieren? (cbu)
[18.36] Keine Tränen bei der SPD
Das sind schon irgendwie deprimierende Szenen im Willy-Brandt-Haus: Die SPD hat sich vom Volkspartei-Status mit diesem Ergebnis ja vorerst fast verabschiedet und doch feiern die Genossen, als habe ihr Frank-Walter die absolute Mehrheit errungen. Nun will ja niemand Sozialdemokraten weinen sehen, aber: Muss das sein? Müssen sie diese hemmungslose Show abziehen? Kann man im Politbetrieb nicht mit Größe eine Niederlage (er-)tragen, was hieße: Trauer zeigen. Und vielleicht noch demonstrativen Kampfeswillen? (tdo)
[18.32] Steinernes Lächeln
Steinmeier und Münte reden vor der SPD-Anhängerschaft im Willy-Brandt-Haus - das Gesicht wie gemeißelt. Die Partei jubelt ihnen trotzdem zu, minutenlanger Beifall. Steinmeier spricht zuerst: "Eine bittere Niederlage." (tdo)
[18.31] Zeitenwende in Deutschland
Trotz des Sieges von Schwarz-Gelb: Die beiden "Volksparteien", CDU wie SPD, verlieren weiter an politisch-sozialer Bindungskraft. Dass sowohl FDP als auch Linke und Grüne deutlich dazugewonnen haben, ist ein klares Signal aus der Patchwork-Gesellschaft. Längst zählt eine Vielzahl an Meinungen, Erfahrungen und Lebensstilen mehr als alte Schichten- oder gar Klassenzugehörigkeiten. Dennoch ist erstaunlich, in welcher nüchternen Leidenschaftslosigkeit, ja Gelassenheit sich der politische Wachwechsel dieses Wahlabends vollzieht. (rmo)
[18.28] Die SPD-Jugend kündigt Ärger an
Franziska Dohsel, Juso-Chefin im ARD-Interview: "Es darf kein 'Weiter so!' geben. Es muss eine radikale Erneuerung stattfinden." (tdo)
[18.25] Rüttgers auf ganz großer Tour
Huch, da ist er ja schon wieder! Kaum hat er im ZDF die Kanzlerin gekürt, tut es Jürgen Rüttgers jetzt vor den ARD-Kameras. Tüchtig, tüchtig, Ministerpäsident Überall. (cbu)
[18.24] Grün lacht
Fraktionschefin Renate Künast gibt sich kämpferisch: "Wir sehen unser Zweistelligwerden als Arbeitsauftrag!" Fraktionschef Fritz Kuhn triumphiert: Der Abend zeige, dass die großen Volksparteien ihrem Ende entgegen gingen. Klar, aber wohin geht es mit den Grünen? Dann wohl doch wieder in die Opposition. (cbu)
[18.23] Die Kleinen werden groß
FDP, Grüne und Linke verzeichnen als einzige von allen im Bundestag vertretenen Parteien Zuwächse. (amz)
[18.22] Prophetischer Bayer
"Dieses Duell kennt nur einen Gewinner, und der heißt Guido Westerwelle!", hatte CSU-Mann Markus Söder nach dem Fernsehduell zwischen Merkel und Steinmeier gesagt. Er hat Recht behalten. (tdo)
[18.20] Kanzlerduell 2013 - Westerwelle dabei?
Okay, angesichts dieses SPD-Ergebnisses muss Guido Westerwelle beim nächsten Kanzlerduell auch antreten dürfen. Ist die SPD überhaupt noch Volkspartei? Und wenn ja: Ist es die FDP dann auch? (tdo)
[18.18] Struck: "An Steinmeier hat es nicht gelegen"
Der scheidende SPD-Fraktionschef Peter Struck räumt eine bittere Niederlage seiner Partei ein. "Das ist eine schwere Stunde für die SPD". Und fügt hinzu: "Das Ergebnis hat nicht an Frank- Walter Steinmeier gelegen". (amz)
[18.16] Wowereit solidarisch im ZDF
Berlins Regierender Bürgermeister sagt, die ganze Partei trage die Mitschuld am desaströsen Ergebnis. Andererseits wird ja nun Platz für eine neue Generation von SPD-Politikern frei - zu der auch Wowereit zählen wird. Er sagt schon mal im ZDF: "Die SPD muss sich neu aufstellen." Wowi, ick hör dir trapsen. (cbu)
[18.14] Bayrisches Fiasko
Die CSU muss eine dramatische Niederlage hinnehmen. Laut Prognose des Bayerischen Fernsehens kommt sie auf 41 Prozent der Stimmen und schneidet damit so schlecht ab wie noch nie bei einer Bundestagswahl seit mehr als 50 Jahren. Wahlverlierer ist zudem die SPD, die im Freistaat auf 16,5 Prozent der Stimmen kommt - ebenfalls ihr schlechtestes Resultat bei einer Bundestagswahl in Bayern. (amz)
[18.11] Lafontaine am Ziel
Oskar Lafontaine hat sein Ziel erreicht: SPD kaputt. Steinmeier adé, Münte go home. Eine historische Niederlage, eine geschichtliche Zäsur. Nun muss komplett neu angefangen werden. Mit neuen Leuten an der Spitze. Vor allem aber: Mit einem gründlichen Nachdenken in der Opposition. Eine neue Generation in der SPD wird daran arbeiten müssen. (rmo)
[18.10] SPD unter Schock
ZDF-Schalte ins Willy-Brandt-Haus. Wenn das Wort Fassungslosigkeit irgendeinen Sinn hat, dann in der SPD-Zentrale kurz nach dieser desaströsen Prognose. (tdo)
[18.07] Bonusfragen
Peter Hahne im Gespräch mit Jürgen Rüttgers: Die Kanzlerin konnte ihren Amtsbonus nicht nutzen, stellt der ZDF-Mann fest. Rüttgers widerspricht nicht so richtig - aber kürt Merkel schon mal zur nächsten Kanzlerin. (tdo)
[18.00] Deutschland hat gewählt
Die Hochrechnungen sind da, Deutschland hat gewählt. Nach den Prognosen für ARD und ZDF zeichnet sich eine klare Mehrheit für eine Koalition von Union und FDP ab. Die CDU/CSU unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt auf 33,5 Prozent. Die FDP legt deutlich zu und erreicht demnach zwischen 14,5 und 15 Prozent. Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Frank-Walter Steinmeier rutscht auf einen historischen Tiefstand ab und landet den Prognosen zufolge bei 22,5 bis 23,5 Prozent. Die Linkspartei erzielt demnach 12,5 beziehungsweise 13,0 Prozent, die Grünen zwischen 10,0 und 10,5 Prozent. (amz)
[17.57] Warten auf die Zahlen
Noch drei Minuten bis zu den ersten Prognosen. Der rot unterlegte RTL-Countdown zählt im Sekundentakt runter. (amz)
[17.54] Und noch 'n Wort
ARD-Zahlenmagier Schönenborn und Caren Miosga mühen sich redlich, dem Zuschauer das Konzept der Überhangmandate zu erklären. (tdo)
[17.50] "Kanzlermachtwort" im ZDF
Jacob Schrot, Gewinner der Castingshow "Ich kann Kanzler", gibt seine Prognose ab: Natürlich gewinnt die CDU, spricht der "Kanzler der Herzen". Notfalls mit Überhangmandaten - wie Deutschland jüngster Parteistratege hinzufügt. Dann ist ja gut. (cbu)
[17.44] Spannung - das Wort des Tages
"Hier wächst die Spannung", sagt der ZDF-Reporter, der sich diesen Abend um die FDP kümmern wird. Spannung - dieses Wort werden wir wohl häufiger hören während dieses Fernseh-Wahlabends. Aber momentan stimmt's ja auch, denn gleich kommt er, der große Auftritt der Säulen(h)eiligen: Jörg Schönenborn in der ARD und Bettina Schausten im ZDF werden pünktlich um 18 Uhr die erste Prognose vorlegen. Die Parteizentralen sind zu diesem Zeitpunkt natürlich schon längst informiert, damit die politischen Spitzenkräfte ihre Statements vorbereiten können, die möglichst mehr enthalten sollten als den obligatorischen Satz: Wir bedanken uns bei unseren Wählerinnen und Wählern. (tdo)
[17.40] Falsche Stimmzettel in Frankfurt und Berlin
Noch mehr Pannenmeldungen: In Frankfurt/Main wurden sechs Wahlbezirke mit Hunderten Stimmzetteln beliefert, die eigentlich für Hanau bestimmt waren. In einem Berliner Wahllokal tauchten Stimmzettel eines anderen Wahlkreises mit anderen Kandidaten auf. (amz)
[17.35] Sozialdemokratisch Speisen
Die ARD verrät uns: Es gibt Currywurst und Bier auf der Wahlparty im Willy-Brandt-Haus. Zumindest was die Verpflegung angeht, hält man sich bei der SPD an gute alte Arbeitertraditionen. (tdo)
[17.25] Kuschelstimmung beim ZDF
Wie rührend: Henning Scherf (SPD) und Rezzo Schlauch (Grüne) seufzen auf der Wahlstudio-Couch unisono traurig über die Umfragewerte und tätscheln sich liebevoll die Schulter. Vereint im Pessimismus. (cbu)
[17.20] Widersprüchliche Vorab-Ergebnisse auf Twitter
Twitter-Nutzer veröffentlichen noch vor Schließung der Wahllokale angebliche Prognosen: Einzelne Twitter-Nutzer behaupten, sich auf renommierte Umfrageinstitute zu beziehen. Die Zahlen weichen sehr stark voneinander ab. (amz)
[17.05] Spannung in der CDU-Zentrale
Das Konrad-Adenauer-Haus füllt sich am späten Nachmittag langsam. Orange und blau sind Trumpf, zwei junge Damen haben sich sogar extra orangefarbene Strumpfhosen zum blauen Kleid angezogen. Zahllose Journalisten bereiten sich auf die Schließung der Wahllokale um 18 Uhr vor. Die CDU-Anhänger können sich am Buffet stärken. Es gibt Hähnchenspieße mit Grillgemüse, kleine Knödel mit Nougatfüllung, Currywurst, mexikanische Hähnchenstreifen in Cornflakes-Panade, gefüllte Kartoffeltaschen, Kaiserschmarrn, dazu Wein aus der Pfalz und aus Sachsen, Bier, und Rotkäppchensekt serviert von jungen Frauen im kleinen Roten. (phw)
[17.00] Online-Panne in Bremen
Die Zahlen sind angeblich fiktiv, das Problem echt: Während die Bundestagswahl läuft, stehen auf den Internetseiten des Bremer Landeswahlleiters die Zwischenergebnisse. Es handele sich nur um "Testdaten", kommentiert die Behörde. (amz)
[16.50] Wahlbeteiligung droht Rekordtief
Der Wahltag verläuft schleppend. Bis 14 Uhr haben 36,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben - 2005 lag die Quote zu dieser Zeit bei 41,9 Prozent. Die Briefwähler sind in diesem Ergebnis noch nicht berücksichtigt. (amz)
Christian Buß (cbu), Thorsten Dörting (tdo), Annett Meiritz (amz), Reinhard Mohr (rmo), Philipp Wittrock (phw)
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da anscheinend weiterhin Steuergeld für Kriegsgerät einfach verpulvert wird: "Israel will Subventionen vom Bund für U-Boot-Kauf": http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE59208Z20091003 Unglaublich!! mehr...
Vor 20 Jahren hat das Volk fuer freie demokratische Wahlen demonstriert. Das war sehr erfolgreich wie man an den Wahlen am 27.9.09 sehen konnte. mehr...
Und Sie sind selbsternannte "Elite". Das merkt man auch. mehr...
es gibt auch Andere, die müssen nach Dänemark gehen ;) mehr...
Von den zur Wahl stehenden Parteien haben zwei/drei Parteien den Wählern Steuersenkungen versprochen. Zufällig haben diese Parteien "gewonnen". Nur wusste "jeder", dass dramatische Einnahmeausfälle zu [...] mehr...
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