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25.09.2009
 

Energie

Unionsspitze will AKW aufrüsten

Atomkraftwerk Grafenrheinfeld: Technische Aufrüstung für deutsche Meiler?Zur Großansicht
Getty Images

Atomkraftwerk Grafenrheinfeld: Technische Aufrüstung für deutsche Meiler?

Der schwedische Atommeiler Forsmark könnte das Vorbild sein: Die Unionsspitze will nach SPIEGEL-Informationen Stromkonzernen die technische Aufrüstung von Kernkraftwerken ermöglichen. Doch nicht alle in der Partei ziehen mit. Auch aus der CSU droht Widerstand.

Berlin - In der Union offenbart sich im Schatten der Bundestagswahl ein Richtungsstreit über die Atompolitik. In hohen Berliner Parteikreisen wird ein Plan favorisiert, nach dem Stromkonzernen die technische Aufrüstung von Kernkraftwerken ermöglicht werden soll. Als Vorbild für die sogenannten Ersatzkraftwerke dient Schweden: Dort wird zum Beispiel der bestehende Atommeiler Forsmark mit Investitionen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro so modernisiert, dass sich technische Laufzeit und Stromleistung des Reaktors deutlich erhöhen. Das Wahlprogramm von CDU/CSU, das Neubauten von Kernkraftwerken ausschließt, wird mit dem schwedischen Modell einfach umgangen.

Gegen eine umfassende technische Aufrüstung deutscher Atomkraftwerke sprechen sich indes der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU) und die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) aus. Beide gelten als Anwärter auf das Amt des Bundesumweltministers. Sie wollen allein Sicherheitsinvestitionen forcieren; einen Ausbau der Atomkraft-Kapazitäten, etwa über leistungsfähigere Turbinen und Generatoren, lehnen sie ab. "Die Anlagen dürfen nicht so umgebaut werden, dass es auf einen praktischen Neubau hinausläuft", sagt Söder. Die Union müsse ernst damit machen, dass Kernkraft nur eine Brückentechnologie sei - bis ausreichend erneuerbare Energien zur Verfügung stünden.

Klar ist, dass die Union die Laufzeiten der deutschen Atomreaktoren gegenüber dem Ausstiegsgesetz aus rot-grünen Zeiten verlängern möchte. Um wie viele Jahre oder Jahrzehnte verlängert würde, darüber zeichnet sich parteiintern aber eine kontroverse Diskussion ab.

Während der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) die Kraftwerke so lange wie möglich laufenlassen will, plädiert die CSU für maximal acht bis zehn Jahre Verlängerung. Offen ist auch, wie hoch die sogenannte Öko-Dividende zugunsten erneuerbarer Energien ausfallen soll, die von der Union bei einer erweiterten Laufzeit versprochen wird. Die Konzerne sollen demnach "den größten Teil" ihrer zusätzlichen Profite aus der Betriebsverlängerung in einen Fonds abführen, mit dem Öko-Energien gefördert werden. Hohe Investitionen in die Sicherheit der Anlagen oder in noch viel teurere Aufrüstungen könnten diese Gewinne aber dramatisch abschmelzen. Zudem hinterfragen einige Stromkonzerne bereits die Berechnungsgrundlage für die geplante Öko-Abgabe. 40 Prozent der Erlöse pro Kilowattstunde gingen schon heute als Steuern und Abgaben an den Staat, heißt es. Das müsse im Fall einer Laufzeitverlängerung angerechnet werden, mithin wollen die Energieunternehmen allenfalls rund 10 Prozent ihrer zusätzlichen Gewinne abführen.

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insgesamt 2342 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
29.03.2010 von wowirom: Reaktor-Pannen

Wieso soll die Kernenergie wieder diskutabel, d.h. akzeptabel werden, obwohl wir nach jahrzehntelangem Streit immer noch keine Lösung für die Endlagerung der Abfälle haben? Die vom sysop erwähnten 'Pannen' haben fast [...] mehr...

29.03.2010 von Interessierter0815:

Der 1. Mai wird kommen... und es wird ein 1. Mai geben wo Links - Rechts erkennen wer die wirklichen Aggressoren in diesem Land sind. Ob dieses Jahr oder doch erst 2012 mag ich nicht voraussagen. ;) mehr...

29.03.2010 von AndyH:

Noch nie ist eimn Atomkraftwerk explodiert. Nicht einmal Tschernobyl. Dort war es ein Dampfexplosion, der mangels tragfähige Gebäude das Dach vom Hütte hob. Da dies anderswo physikalisch unmöglich ist, müssen sie schon andere [...] mehr...

29.03.2010 von grubers:

Skandal, dann schimpfen Sie doch auf die sozialen Gewerkschaften ... die Gehälter der normalen Mitarbeiter basieren i.d.R auf Tarifverträge. mehr...

29.03.2010 von peterm8s: Großmann

Lieber ostap, Sie schimpfen so intensiv über die Abzocker Manager der EVUs und sind der Ansicht die sollten einfach durch Beamte ersetzt werden etc. Ich fand diese beiden Artikel, ein Spiegel-Interview [...] mehr...

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