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25.09.2009
 

Stuttgart

Festnahme wegen Weiterverbreitung von Qaida-Drohvideo

In Stuttgart ist ein 25-jähriger Türke festgenommen worden, weil er das Drohvideo des Bonner Qaida-Mitglieds Bekkay Harrach auf YouTube weiterverbreitet haben soll. Der mutmaßliche Islamist steht nach Behördenangaben seit einiger Zeit im Fokus der Fahnder.

Berlin - Seit seiner Erstveröffentlichung am vergangenen Freitag ist das gegen Deutschland gerichtete Drohvideo des Terrornetzwerks al-Qaida längst an vielen Orten im Internet auffindbar. Dasselbe gilt für die mittlerweile schon zwei weiteren Veröffentlichungen Harrachs.

Einer dieser Orte ist das Videoportal YouTube. An dieser Weiterverbreitung mitgewirkt hat offenbar ein 25-jähriger Mann aus dem Raum Stuttgart. Weil er das Video online zugänglich gemacht habe, hieß es am Freitag in einer Erklärung des Stuttgarter Polizeipräsidiums, habe man den Mann festgenommen.

Für die Herstellung des Videos, in dem das aus Bonn stammende Qaida-Mitglied Bekkay Harrach zu sehen ist, komme der polizeibekannte Verdächtige aber nicht in Betracht, teilte die Polizei weiter mit. Der Mann ist jedoch schon am Donnerstag festgenommen worden, inzwischen wurde Haftbefehl erlassen. Ihm wird Beihilfe zur Störung des öffentlichen Friedens vorgeworfen, weil er Straftaten angedroht habe.

"Kein unbeschriebenes Blatt"

Der jetzt festgenommene Islamist mit türkischer Staatsangehörigkeit sei in der Vergangenheit mehrfach aufgefallen, weil er immer aggressivere Botschaften ins Netz gestellt habe, sagte ein Polizeisprecher. Das Harrach-Video auf der Internetplattform YouTube wurde rund 4000-mal angeklickt.

Die Polizei kenne den Mann seit Herbst 2008, hieß es weiter. "Er ist für uns kein unbeschriebenes Blatt", sagte ein Sprecher. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Stuttgart stellten die Beamten Beweismaterial wie Laptops und DVDs sicher.

Der alleinstehende arbeitslose Mann sei zudem intensiv auf einschlägigen Plattformen in internen Foren der islamistischen Szene aktiv. Dort stelle er auch Botschaften ein, die zum Dschihad aufrufen. In Sicherheitskreisen gilt der 25-Jährige als "spät Erweckter". In der kommenden Woche sei ein beschleunigtes Verfahren gegen den Mann vorgesehen.

Nicht als unbedingter Terrorbefürworter bekannt

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gilt der Mann als überzeugter Islamist, aber nicht als unbedingter Terrorbefürworter. In einem Internetposting sagt er angeblich, dass er, wenn er einen Anschlag oder etwas Ähnliches plante, wohl kaum im Internet unter seinem realen Namen auftreten würde.

Aus der Pressemitteilung des Stuttgarter Polizeipräsidiums geht nicht hervor, um welche potentiellen Straftatbestände es sonst noch gehen könnte. In Frage kommen dürfte aber eventuell der Vorwurf der Werbung für eine terroristische Vereinigung.

Erst im Juni vergangenen Jahres wurde in Deutschland zum ersten Mal ein Angeklagter wegen Internetpropaganda für al-Qaida verurteilt. Der Bundesgerichtshof bestätigte Anfang 2009 das entsprechende Urteil des Oberlandesgerichts Celle, das einen 38-jährigen Iraker zu drei Jahren verurteilt hatte. Ibrahim R. hatte in einem vornehmlich von Dschihadisten besuchten Chatroom unter anderem Links weiterverbreitet, die zu Reden von Qaida-Kadern führten. Laut Gericht hatte er sich damit den Inhalt, und zwar auch dessen werbenden Charakter, zu Eigen gemacht. Die Werbung für eine terroristische Vereinigung ist eine Straftat, bloße Sympathiebekundung allerdings nicht.

Aktiv auf YouTube

Auf YouTube war der junge Türke unterdessen sehr aktiv. Er veröffentlichte Dutzende von Video-Clips, entweder mit Material aus dem Internet, oft aber auch mit Fernsehbeiträgen, die sich mit dem islamistischen Terror auseinandersetzen.

In offenbar am Heimcomputer zusammengeschnittenen Clips geißelt er Berichte von TV-Magazinen und aus Zeitungen als angebliche Hetze gegen den Islam und warnt indirekt in einem der Videos einen bekannten Aussteiger aus der Islamistenszene mit der Rache der Glaubensbrüder. Besonders häufig kommen im YouTube-Kanal des Festgenommenen Videos des Salafistenpredigers Pierre Vogel vor. Vogel ist ein prominenter und radikaler Islamist, ruft aber nicht zu Gewalt auf.

Bekkay Harrach hatte am vergangenen Freitag eine Drohbotschaft auf einschlägigen arabischen Terror-Websites veröffentlicht, in der er im Namen von al-Qaida mit Anschlägen in Deutschland innerhalb von zwei Wochen nach der Bundestagswahl an diesem Sonntag droht, falls das Wahlergebnis kein Signal für einen Abzug aus Afghanistan beinhalte.

amz/dpa

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15.10.2009 von alfredoneuman:

Was Sie als "Interpretationsentwürfe" bezeichnen, sind doch oft nicht mehr als hanebüchene Behauptungen, Lügen und Hirngespinste. Als Diskussionsgrundlagen dienen diese Beiträge sowieso nicht. mehr...

15.10.2009 von BillBrook:

Ach. Wen haben die USA denn sonst noch so alles gegründet? Alles mit dem sie mal verhandelt haben? Jetzt wird mal ein eigener Gedanke versucht und das geht gleich so daneben. mehr...

15.10.2009 von BillBrook:

Wo die Argumente nicht reichen, kommen die Unterstellungen. Aber zur Sache nie ein eigener Gedanke, sondern immer nur links. PS. Sie können ruhig mal wieder damit aufhören, permanent zu versuchen, mir pns zu schicken, die ich [...] mehr...

14.10.2009 von Nachtschwester Ingeborg:

Sie verkürzen ein Zitat aus einer seriösen Quelle mit brisanten Informationen zum Anschlag von Madrid zu "bla bla bla" und weichen einer eigenen Deutung der Informationen aus beiden Quellen mit einer plumpen [...] mehr...

14.10.2009 von Nachtschwester Ingeborg:

Nun ja, bei Ihren seltsamen Beiträgen weiß man zwar sehr genau, was Sie aussagen wollen und ehrlich gesagt habe ich auch nichts dagegen, mich mit professionellen Spin-Doktoren auszutauschen, aber Sie sollten nicht so tun, als [...] mehr...

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Terrorpropaganda gegen Deutschland

Al-Qaida

Osama Bin Ladens Terrornetzwerk al-Qaida hat die Erwähnungen und direkte Ansprache Deutschlands in seiner Propaganda massiv gesteigert. Mittlerweile präsentiert al-Qaida sogar einen aus Deutschland stammenden Terrorwerber, den 32 Jahre alten Bekkay Harrach aus Bonn, der sich 2007 der Organisation angeschlossen haben soll. Im Januar 2009 erklärte Harrach alias "Abu Talha" in seiner Rede "Das Rettungspaket für Deutschland", dass die Bundestagswahl am 27. September eine einmalige Gelegenheit sei, sich vom Afghanistan-Einsatz abzuwenden. Deutschland könne anderenfalls nicht ernsthaft glauben, ungeschoren zu bleiben. Im Februar 2009 sprach er über die Finanzkrise, verzichtete aber auf Terrordrohungen. Am 18. September 2009 kündigte er dagegen explizit Anschläge in Deutschland innerhalb von zwei Wochen nach der Wahl an, sollte von ihr nicht ein Signal für den Abzug aus Afghanistan ausgehen. Wenige Tage danach folgten zwei predigtähnliche Reden von ihm, "O Allah, ich liebe Dich" Teil 1 und Teil 2. Darin versuchte er, deutsche Muslime für den bewaffneten Kampf zu gewinnen.

Jenseits von Harrach gibt es zwei weitere Qaida-Videos, in denen Deutschland allgemein mit Vergeltung gedroht wird.

Osama Bin Laden hat sich unterdessen seit Jahren nicht mehr zu Deutschland geäußert. Am 25. September veröffentlichte er allerdings eine Rede an "die europäischen Völker". Darin drohte er zwar nicht ausdrücklich mit Terroranschlägen in Europa, forderte jedoch erneut einen Abzug aus Afghanistan und warnte vor Vergeltung.

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