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26.09.2009
 

Terrordrohungen

Polizei durchsucht 19 Wohnungen

Die Sicherheitskräfte nehmen die Anschlagsdrohungen im Umfeld der Bundestagswahl ernst: Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hat die Polizei 19 Wohnungen "mutmaßlicher Terroristen" durchsucht. Bei dem Hauptverdächtigen soll es sich um einen Deutschen aus Südbayern handeln.

Berlin - Die Drohungen von al-Qaida und Taliban, im Umfeld der Bundestagswahl einen Anschlag zu verüben, zeigen Wirkung: Die Polizei hat einem Zeitungsbericht zufolge 19 Wohnungen "mutmaßlicher Islamisten" in fünf Bundesländern durchsucht.

Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, zielte die Aktion vom Mittwoch auf eine Gruppe deutscher Konvertiten, die verdächtigt würden, "für ein islamistisches Zentrum im Jemen zu werben". Bei dem Hauptverdächtigen handele es sich um den Deutschen Alexander F. aus dem südbayerischen Weilheim, der sich lange im Jemen aufgehalten habe.

Zusammen mit zwei deutschen Islamisten aus dem südbadischen Freiburg, die beide im Jemen leben, soll er laut "FAS" Konvertiten und andere Muslime aus Deutschland für den Besuch der Koranschule Dar-ul-Hadith in Dammaj geworben haben. Die Betreiber der Schule im jemenitischen Bürgerkriegsgebiet sollen enge Kontakte zu al-Qaida unterhalten. Es werde vermutet, dass "militärische Ausbildungslager an die Schule angeschlossen" seien.

In der Koranschule halten sich nach Angaben der in dem Bericht zitierten Sicherheitskreise zahlreiche Konvertiten aus Europa und den Vereinigten Staaten auf. Darunter sollen zehn Muslime aus Deutschland sein, unter ihnen sechs Konvertiten. Die Polizei durchsuchte laut Zeitung Wohnungen in Südbayern, Stuttgart, Köln, Bonn, Düsseldorf, Wiesbaden, Darmstadt, Eschborn und in Eckernförde bei Kiel.

böl/AFP/AP

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Terrorpropaganda gegen Deutschland

Al-Qaida

Osama Bin Ladens Terrornetzwerk al-Qaida hat die Erwähnungen und direkte Ansprache Deutschlands in seiner Propaganda massiv gesteigert. Mittlerweile präsentiert al-Qaida sogar einen aus Deutschland stammenden Terrorwerber, den 32 Jahre alten Bekkay Harrach aus Bonn, der sich 2007 der Organisation angeschlossen haben soll. Im Januar 2009 erklärte Harrach alias "Abu Talha" in seiner Rede "Das Rettungspaket für Deutschland", dass die Bundestagswahl am 27. September eine einmalige Gelegenheit sei, sich vom Afghanistan-Einsatz abzuwenden. Deutschland könne anderenfalls nicht ernsthaft glauben, ungeschoren zu bleiben. Im Februar 2009 sprach er über die Finanzkrise, verzichtete aber auf Terrordrohungen. Am 18. September 2009 kündigte er dagegen explizit Anschläge in Deutschland innerhalb von zwei Wochen nach der Wahl an, sollte von ihr nicht ein Signal für den Abzug aus Afghanistan ausgehen. Wenige Tage danach folgten zwei predigtähnliche Reden von ihm, "O Allah, ich liebe Dich" Teil 1 und Teil 2. Darin versuchte er, deutsche Muslime für den bewaffneten Kampf zu gewinnen.

Jenseits von Harrach gibt es zwei weitere Qaida-Videos, in denen Deutschland allgemein mit Vergeltung gedroht wird.

Osama Bin Laden hat sich unterdessen seit Jahren nicht mehr zu Deutschland geäußert. Am 25. September veröffentlichte er allerdings eine Rede an "die europäischen Völker". Darin drohte er zwar nicht ausdrücklich mit Terroranschlägen in Europa, forderte jedoch erneut einen Abzug aus Afghanistan und warnte vor Vergeltung.

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