Berlin - Jetzt muss es schnell gehen. Die schwarz-gelben Koalitionäre in spe sind ehrgeizig. Am 28. Oktober will sich Angela Merkel zur Kanzlerin wählen lassen, dann muss alles klar sein. Schon am Sonntag wollen die Großen Drei - Merkel, Horst Seehofer und Guido Westerwelle - die inhaltlichen Knackpunkte für ihr Regierungsbündnis geklärt haben. Denn die Chefs von CDU, CSU und FDP wissen: Sie brauchen in den folgenden Tagen noch Zeit für anderes. Die Personalfragen.
Wer kriegt was - und wer wird was im schwarz-gelben Kabinett? Offiziell heißt es, das kläre man ganz am Schluss, Gedanken habe man sich noch nicht gemacht. Ob etwa das Finanzministerium attraktiv sei, könne er erst sagen, wenn der Koalitionsvertrag ausgehandelt sei, sagt Seehofer. Und FDP-Vizechef Rainer Brüderle findet: "Erst grübeln, dann dübeln." Ist klar.
Längst hat hinter den Kulissen das Pokern um Posten und Personal begonnen. Fernab aller Inhalte überlegen sich die schwarz-gelben Verhandler, wo sie ganz persönlich am Ende stehen, welche Position für sie herausspringt. Mobiltelefone werden auch nachts nicht mehr ausgeschaltet, es könnte ja der oder die Vorsitzende anrufen.
Manche scheinen schon gesetzt. Zum Beispiel CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, der heißeste Kandidat fürs Arbeitsministerium. "Weiß gar nicht, woher Sie diese Auffassung haben", pflegt er zu sagen, wenn man ihn auf seine Karrierechance anspricht. Um dann aber lächelnd hinzuzufügen: "Der Arbeits- und Sozialhaushalt ist der größte Posten im Bundeshaushalt, in diesem Umfeld können Sie Zukunft gestalten." In der Koalition mit der SPD habe man in Sachen Arbeitsmarktpolitik immer gestritten, aber mit der FDP sehe er nun "phantastische Möglichkeiten".
Dann ist da noch die Frage nach der Aufteilung zwischen CDU, CSU und FDP: Wer bekommt wie viele Ressorts? Die Christsozialen hatten in der alten Koalition zwei, Seehofer fordert nun drei. Doch die Liberalen sind fast dreimal so stark aus der Bundestagswahl hervorgegangen wie die Bayern, sie werden bei der Zahl der Ministerien auf einen gewissen Abstand achten. Und was bleibt dann für die CDU?
SPIEGEL ONLINE zeigt, wer was werden kann unter Schwarz-Gelb:
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