Mittwoch, 10. Februar 2010

Politik



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17.10.2009
 

Streichliste

Steinbrück hinterlässt Schwarz-Gelb giftiges Vermächtnis

Von Björn Hengst und Severin Weiland

Finanzminister Steinbrück: Die Realitäten nicht vergessen
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dpa

Finanzminister Steinbrück: Die Realitäten nicht vergessen

Noch ist unklar, wie die neue Regierung die Milliardenlöcher im Haushalt stopfen will. Doch eine Liste aus dem Finanzministerium des scheidenden Amtsträgers Steinbrück macht der künftigen Koalition Vorschläge - vor allem betroffen: Rentner, Arbeitslose, Studenten.

Berlin - Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Giftliste. Erarbeitet wurde sie im Finanzministerium, das noch vom SPD-Politiker Peer Steinbrück geführt wird. Das Papier, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, wurde den künftigen Haushältern der schwarz-gelben Koalition übergeben - und es enthält brisante Vorschläge.

Steinbrück hatte wiederholt erklärt, für Steuersenkungen gebe es eigentlich keinen Spielraum. 86,1 Milliarden Euro Nettokredite muss der Bund allein im Jahr 2010 aufnehmen. Bis 2013 muss daher die künftige schwarz-gelbe Regierung rund 30 Milliarden Euro einsparen, damit es kein Problem gibt mit der neuen Schuldenbremse im Grundgesetz.

Schwarz-Gelb aber will an den im Wahlkampf versprochenen Steuererleichterungen festhalten. Am Freitag sagte CDU-Haushaltsexperte Steffen Kampeter, die Union werde der FDP in den Koalitionsverhandlungen Steuersenkungen in Höhe von 20 Milliarden Euro für die kommenden vier Jahre anbieten. Die Liberalen hatten 35 Milliarden Euro verlangt. Aber woher soll das Geld kommen? Ohne massive Einsparungen an anderer Stelle sind niedrigere Steuern nicht möglich.

Genau um solche Einsparungen dreht sich das Papier der Fachbeamten aus dem Finanzministerium. Die Linke ist angesichts der diskutierten Sparvorschläge bereits alarmiert. Der stellvertretende Parteichef Klaus Ernst zu SPIEGEL ONLINE. "Die Umsetzung der Giftliste würde den sozialen Frieden in Deutschland gefährden."

Schwarz-Gelb wiegelte am Freitag ab. In der zuständigen Arbeitsgruppe Steuern/Finanzen/Haushalt habe das Papier bislang keine Rolle gespielt, hieß es aus Koalitionskreisen.

SPIEGEL ONLINE zeigt, welche Pläne in Steinbrücks Ministerium vorliegen:

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