Mittwoch, 10. Februar 2010

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19.10.2009
 

Diplomatische Initiative

Obama bietet Sudan Ausweg aus der Isolation

US-Präsident Obama: "Wir wollen ein definitives Ende des Konflikts"
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dpa

US-Präsident Obama: "Wir wollen ein definitives Ende des Konflikts"

Die USA haben eine diplomatische Initiative zur Stabilisierung des Sudan gestartet. Präsident Barack Obama stellte für den Fall der Kooperation Gegenleistungen in Aussicht. Die Regierung des afrikanischen Landes sieht "positive Ansätze".

Washington - Präsident Barack Obama stellte Sudans Führung am Montag vor die Wahl. Entweder verbessert der Staat im Gegenzug für Hilfsangebote die Lage in der Unruheregion Darfur, oder er wird mit "wachsendem Druck der USA und der internationalen Gemeinschaft" konfrontiert werden.

Ohne Details zu nennen, machte Obama der sudanesischen Führung für den Fall der Kooperation Hoffnung auf Gegenleistungen. "Wenn die Regierung des Sudan die Lage vor Ort verbessert und den Frieden vorantreibt, wird es dafür Anreize geben", sagte Obama. Neben einer friedlichen Regelung für Darfur im Westsudan müsse Khartum außerdem das Friedensabkommen von 2005 zur Beendigung des Bürgerkriegs im Südsudan voll umsetzen und darüber hinaus verhindern, zu einem "Rückzugsgebiet für Terroristen" zu werden.

Als oberstes Ziel nannte Obama eine Befriedung von Darfur, wo nach Uno-Angaben während der Unruhen rund 300.000 Menschen gestorben sind und 2,7 Millionen Menschen vertrieben wurden. "Wir wollen ein definitives Ende des Konflikts, der eklatanten Menschenrechtsverletzungen und des Genozids in Darfur sehen", erklärte Obama.

In den vergangenen Jahren hatten die USA vor allem auf die internationale Ächtung der Khartumer Führung gesetzt. Der sudanesische Präsidentenberater Ghasi Salaheddin begrüßte die US-Initiative: "Im Vergleich zur früheren Politik gibt es positive Ansätze", sagte er in Khartum. "Es ist eine Strategie des Dialogs, nicht der Isolation." Salaheddin bestritt zugleich vehement den Vorwurf des Völkermords.

Nun ist die sudanesische Regierung gefordert

US-Außenministerin Hillary Clinton machte klar, dass nach Auffassung ihres Landes nun die sudanesische Regierung am Zuge ist. "Die Entscheidung darüber, ob es für den Sudan Anreize oder Strafen gibt, wird von einer nachprüfbaren Verbesserung der Lage vor Ort abhängen", sagte Clinton. Ein wichtiges Kriterium für die USA werde sein, ob es im Sudan im kommenden Jahr "glaubwürdige Wahlen" gebe, wie es im Friedensabkommen von 2005 vereinbart sei. Die Uno-Botschafterin der USA, Susan Rice, warnte den Sudan vor "erheblichen Konsequenzen", sollten Fortschritte bei der Befriedung Darfurs ausbleiben.

Die neue Sudan-Strategie steht in Einklang mit dem erklärten Ziel Obamas, internationale Konflikte auf dem Wege des Dialogs zu lösen. "Wir wollen Ergebnisse durch breite Kontakte und offenen Dialog", sagte Clinton. Ein hochrangiger US-Diplomat stellte in Washington klar, dass die USA keine direkten Kontakte zu Sudans Staatschef Umar al-Baschir suchen. Gegen diesen hatte der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag Anfang März Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur erlassen.

wit/AFP

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SPIEGEL WISSEN: DER KONFLIKT IN DARFUR

Darfur-Konflikt

Der Konflikt in der westsudanesischen Region Darfur entwickelte sich aus dem Gegensatz zwischen dort sesshaften schwarzafrikanischen Stämmen und arabischen Nomaden. Die Auseinandersetzung eskalierte Anfang 2003: Die schwarzafrikanischen Rebellenbewegungen Sudanesische Befreiungsarmee (SLA) und die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) forderten die Gleichberechtigung der nicht-arabischen Stämme und sagten der arabisch-dominierten Zentralregierung in der Hauptstadt Khartum den Kampf an. Die Militärregierung unter Umar al- Baschir schlug mit äußerster Härte zurück: Sie bewaffnete Reitermilizen, die Dschandschawid, die auch "Geisterreiter" genannten werden. Mit Luftangriffen gingen sie gegen die Aufständischen vor und bombardierten vornehmlich zivile Ziele. Armee und Dschandschawid-Reiter zogen durch die Region und vergewaltigten und mordeten Zivilisten. Hunderte Dörfer wurden geplündert und niedergebrannt. 2,7 Millionen Menschen wurden aus ihren Orten vertrieben, das ist jeder zweite Bewohner von Darfur. Mindestens 200.000 Menschen flüchteten in den benachbarten Tschad. Die Verbrechen der Dschandschawid werden von vielen Beobachtern als ethnische Säuberungen und Völkermord eingestuft.
Der Uno- Sicherheitsrat forderte in mehreren Resolutionen die Entwaffnung der Milizen. Seit 2004 gilt ein Waffenstillstand, der von Unamid-Friedenstruppen überwacht wird, allerdings von allen Seiten wiederholt gebrochen wurde. Die sudanesische Regierung geht immer wieder gegen Rebellen vor, die sich in viele Gruppen zersplittert haben. Viele Banden beider Seiten betreiben den Krieg inzwischen als Privatgeschäft.
Im September 2004 drohte der Sicherheitsrat Khartum mit Sanktionen gegen die lukrative Ölindustrie des Sudan. Allerdings blockieren China und Russland handfeste Strafmaßnahmen.

Umar al-Baschir

Darfur

Unamid











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