Der zurückgetretene nordrhein-westfälische Finanzminister Heinz Schleußer hat in der so genannten Flugaffäre Strafanzeige gegen einen Kopiloten und drei Journalisten erstattet. Wie Schleußers Rechtsanwalt Winfried Seibert am Dienstagabend in Köln erklärte, hat der SPD-Politiker außerdem beim Deutschen Presserat Beschwerde gegen die Berichterstattung des Münchner Nachrichtenmagazins "Focus" in dieser Angelegenheit eingelegt.
Seibert bestätigte in wesentlichen Teilen eine vorab veröffentlichte Meldung der "Süddeutschen Zeitung". Die bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft erstattete Strafanzeige richtet sich gegen den ehemaligen Kopiloten der Düsseldorfer Privat Jet Charter GmbH, Ralph Ermisch, und wird mit dem Verdacht des Meineids, der üblen Nachrede und der Beihilfe zum versuchten Prozessbetrug begründet.
Dieser habe unter Eid ausgesagt, dass Schleußer am 6. August 1991 von Split nach Ibiza und dann von dort zurück nach Ibiza geflogen sei. In Wirklichkeit sei der langjährige Düsseldorfer Finanzminister noch nie in seinem Leben auf Ibiza gewesen und habe nachweislich an diesem Tag in seinem Ministerbüro gearbeitet. Der nach dem Zeitungsbericht im März 1996 wegen Kokainschmuggels zu 13 Jahren Haft verurteilte Kopilot habe zudem einen weiteren angeblichen Flug nach Ibiza im August 1992 frei erfunden.
Die zweite Anzeige wegen übler Nachrede wurde bei der Münchner Staatsanwaltschaft gegen "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort und zwei Düsseldorfer Korrespondenten des Magazins erstattet, weil sie die Behauptungen des Kopiloten übernommen hatten.
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