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09.11.2009
 

Erinnerung an 1989

Merkel zelebriert Mauerfall an Bornholmer Straße

Feiern zum Mauerfall: Blumen, Domino und eine Bronzebüste
Fotos
AP

Es war ein symbolischer Gang über die Brücke an der Bornholmer Straße: Kanzlerin Merkel hat zusammen mit Michail Gorbatschow und dem ehemaligen polnischen Präsidenten Walesa den einstigen DDR-Übergang in Berlin passiert. Dort wurde damals zuerst die Grenze geöffnet.

Berlin - Grenzübergang Bornholmer Straße, die sogenannte Bösebrücke: Der Kontrollpunkt war am Abend des 9. November 1989 der erste, über den die Menschen in den Westen stürmten. Auch Angela Merkel war vor 20 Jahren über den Grenzübergang in den Westen gegangen. An diesem Montag hat die Kanzlerin symbolisch die frühere Grenze zwischen Ost und West überquert - gemeinsam mit dem früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow und dem Mitbegründer der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc, Lech Walesa.

Merkel bedankte sich in einer kurzen Ansprache bei Walesa und Gorbatschow für deren Beitrag zum Mauerfall. An Gorbatschow gewandt sagte die Kanzlerin: "Sie haben mutig die Dinge geschehen lassen, und das war viel mehr, als wir erwarten konnten. Ein herzliches Dankeschön dafür." Mit Blick auf Polens Ex-Präsident Walesa würdigte Merkel die Solidarnosc als Wegbereiterin für die Wende in der DDR. Die Gewerkschaftsbewegung in Polen sei eine "mutige Erhebung" und "eine unglaubliche Ermutigung" für die Menschen in der damaligen DDR gewesen.

An diesem historischen Ort sollten auch diejenigen des Mauerfalls gedenken können, die damals noch nicht geboren oder kleine Kinder waren, sagte Merkel. Es wachse eine neue Generation heran, die in die Europäische Union eingebettet sei. "Dafür hat es sich gelohnt zu kämpfen und einzutreten." Deswegen sei dies ein schöner Tag für Deutschland, sagte Merkel, die anschließend Autogramme gab und sich von Bürgern fotografieren ließ.

Zum Mauerfall-Jubiläum waren auch viele frühere Bürgerrechtler an den symbolträchtigen Ort gekommen. Zu ihnen gehörten der langjährige Beauftragte für die Stasi-Unterlagen, Joachim Gauck, seine Nachfolgerin Marianne Birthler, die Sänger Wolf Biermann und Stephan Krawczyk sowie die früheren Pfarrer Reinhard Eppelmann und Markus Meckel. An dem historischen Spaziergang nahmen vor Hunderten Schaulustigen auch Bundestagspräsident Norbert Lammert und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit teil.

Am 9. November 1989 drängelten sich gegen 21.30 Uhr an der Bösebrücke tausend Menschen. Die DDR-Grenztruppen entschlossen sich zu einer "Ventillösung" und ließen erste Bürger durch ein schmales Tor passieren.

Walesa bestritt in einem Interview mit dem polnischen Fernsehsender tvn24, dass der Mauerfall vor allem Gorbatschow zu verdanken sei. Es sei "eine Lüge", dass Gorbatschow die Mauer zu Fall gebracht habe, sagte der Friedensnobelpreisträger. Viel wichtiger sei die Rolle des damaligen Papstes Johannes Paul II. und der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc gewesen, die Walesa anführte.

"Es macht mich heute traurig, dass Helden aus denen gemacht werden, die keine waren", sagte Walesa. Gorbatschow habe weder den Kommunismus noch die Berliner Mauer stürzen wollen - "das lag nicht auf seinem Weg". "Wenn die Dinge so dargestellt werden, heißt das, dass Europa auf einer Lüge errichtet wird, das erschreckt mich", sagte der frühere Gewerkschaftsführer.

"Die Wahrheit ist, dass Papst Johannes Paul II. zu 50 Prozent zum Mauerfall beigetragen hat, 30 Prozent die Solidarnosc und Lech Walesa und nur 20 Prozent der Rest der Welt", sagte Walesa. Der polnische Papst habe seinerzeit die Völker Europas aufgerufen, das "Gesicht der Welt zu verändern", und seine Botschaft habe die Menschen ermutigt, die Politiker zu Veränderungen zu zwingen.

Die offiziellen Feiern zur Erinnerung an den Mauerfall hatten am Montagmorgen mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Berliner Gehtsemanekirche begonnen.

hen/dpa/AP/ddp/AFP

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Die neuesten Beiträge:
14.05.2010 von chirin: Welche Hoffnungen wecke der Mauerfall , welche erfüllten sich davon?

Als Westberliner fand ich es wunderbar, daß alle Menschen wieder ein Heimatland hatten und so reisen konnten, wie wir. Das ist auch heute noch meine Ansicht und dofe Leute gibt es hüben wie drüben. Als wir neulcih in Bansin [...] mehr...

14.05.2010 von Grünschnabel?:

Ich persönlich verband keinerlei Hoffnungen mit dem Mauerfall. Ich freute mich natürlich, wie die meisten. Wen's betraf, der konnte jetzt ungehinderter seine Verwandten im Osten besuchen. Seit dem Mauerfall hat sich im Westen [...] mehr...

11.03.2010 von Berg:

Sie fragen mich, als wäre ich Treuhandmanager oder der OB von Wittenberge. Diktatur gibt es dort seit 20 Jahren nicht mehr, es war die Demokratie, die den Leuten die Lebensgrundlagen entzogen hat: ganz demokratisch [...] mehr...

11.03.2010 von Peterldw:

Ja der größte und modernste Nähmaschinenbetrieb Europas. Der war wohl doch nicht so modern, sonst würde es ihn ja noch geben. Was für eine Lösung für Wittenberge hätten sie denn? Ja und die Häuser und Schlösser hätte man sich [...] mehr...

11.03.2010 von Berg:

Witzig, dass dieses Thema wieder aufflammt. Es stimmt, der Warenüberflüss hat sich aus dem Westen in den Osten ausgebreitet. Es stimmt auch, dass die Häuser nun weitgehend renoviert und bunt angemalt wurden. Doch wenn [...] mehr...

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