Friedrichshafen - Stefan Mappus ist am Freitagabend zum neuen Vorsitzenden des CDU-Landesverbands in Baden-Württemberg und damit zum Nachfolger des scheidenden Landeschefs Günther Oettinger gewählt worden.
Auf dem Landesparteitag der Südwest-CDU in Friedrichshafen wählten die knapp 400 Delegierten Mappus mit einer Zustimmung von 92 Prozent der abgegebenen Stimmen. Zugleich wurde Mappus zum Spitzenkandidaten der CDU für die Landtagswahlen 2011 gewählt.
Mappus kündigte an, die Interessen des Landes in Berlin stärker zu vertreten. "Nach 20 Jahren Aufbau Ost ist es Zeit für den Ausbau Südwest." Er werde alles tun in Berlin, dieses Problem zu lösen, sagte Mappus. Überdies sei es sein "Ehrgeiz, im Land so schnell wie möglich zur Nullverschuldung zurückzukehren", sagte Mappus mit Blick auf die 2,5 Milliarden Schulden, die die Landesregierung nach zwei Haushalten ohne Schulden für 2010 und 2011 nun aufnehmen muss.
Der Wechsel an der Spitze der Südwest-Union war notwendig geworden, weil Oettinger als EU-Kommissar nach Brüssel wechselt. Spätestens im Januar soll auch das Amt des Ministerpräsidenten an Mappus übergehen. Oettinger ist seit 2005 Regierungschef in Stuttgart.
Mappus hatte seine Partei in einer fast einstündigen Bewerbungsrede aufgefordert, den Vorteil als einzige verbliebene Volkspartei zu nutzen und wirksame Politik für die Mitte zu machen. Zielgruppen seien "die ganz normalen Bürger wie du und ich".
Zuvor hatte Oettinger von der CDU verlangt, auch in den kommenden Jahren am strikten Sparkurs festzuhalten. Seinem Nachfolger bescheinigte er, "alles mitzubringen, was für das höchste Amt im Land" notwendig sei.
amz/AP
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