Berlin/Homburg - Linke-Chef Oskar Lafontaine hat seine Krebsoperation nach Parteiangaben gut überstanden. "Der Eingriff verlief erfolgreich", teilte Fraktionssprecher Hendrik Thalheim in Berlin mit. "Ihm geht es den Umständen entsprechend gut." Der Heilungs- und Genesungsprozess entspreche den Erwartungen der behandelnden Ärzte. Der 66 Jahre alte Lafontaine war am Donnerstag im saarländischen Homburg operiert worden.
Der Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, Gregor Gysi, sagte, er rechne fest mit Lafontaines Rückkehr in die Bundespolitik. "Wir haben miteinander telefoniert, und ich bin sehr optimistisch, dass er der Bundesrepublik und unserer Partei auch politisch erhalten bleibt", sagte Gysi dem "Tagesspiegel". Schließlich sei es nicht zufällig Lafontaine gewesen, der auf die Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel geantwortet habe.
Gysi nannte die Debatte über die Lafontaine-Nachfolge in seiner Partei "völlig daneben. Wenn jemand ins Krankenhaus kommt, denkt man über alles Mögliche nach - aber nicht über dessen Nachfolge." Der thüringische Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow hatte sich für einen Generationswechsel an der Linken-Spitze stark gemacht, brachte dafür allerdings einen Zeitraum von zwei Jahren ins Spiel.
Lafontaine hatte seine Krebserkrankung am Dienstag selbst öffentlich gemacht. Nach überstandener Operation werde er zum Jahresbeginn unter Berücksichtigung seines Gesundheitszustandes und der ärztlichen Prognosen darüber entscheiden, in welcher Form er seine politische Arbeit weiterführe, hatte er erklärt.
sac/dpa/Reuters
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