Brüssel/Washington - Die Entscheidung wird seit Wochen mit Spannung erwartet. Am Dienstag will US-Präsident Barack Obama bekannt geben, wie viele zusätzliche Soldaten er in den Kampf gegen radikal-islamische Taliban in Afghanistan schickt. Doch amerikanische Zeitungen berichten schon vor dem Termin von einer geplanten Truppenaufstockung von mehreren zehntausend Soldaten.
Nach Informationen der "New York Times" soll die derzeit 68.000 US-Soldaten umfassende Afghanistan-Truppe um 25.000 bis 30.000 weitere vergrößert werden, die "Washington Post" sprach von 30.000 bis 35.000 weiteren Soldaten. Offizielle Angaben machte die US-Regierung zur künftigen Truppenstärke noch nicht.
Laut Präsidentensprecher Robert Gibbs will Obama in seiner 40-minütigen Rede an die Nation am Dienstag in der Militärakademie West Point eine Strategie vorstellen, die ein allmähliches Ende des Einsatzes herbeiführen soll. "Wir sind im neunten Jahr unserer Anstrengungen in Afghanistan", sagte Gibbs. "Wir wollen nicht noch weitere acht oder neun Jahre bleiben." Die Washington Post sprach mit Blick auf die erwartete Entscheidung von einer "Eskalation". Hinter den Kulissen der Obama-Administration hatte zuvor ein Machtkampf über die geplante Truppenentsendung getobt. Berichte mehren sich, dass Obama eine neue Strategie in Afghanistan verfolgt - die amerikanischen Truppen sollen auch mit Teilen der Taliban Kontakt haben.
Derzeit haben die USA rund 68.000 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Allein in der von der Nato geführten Afghanistan-Schutztruppe Isaf stellen sie die Hälfte der rund 71.000 Soldaten. Deutschland ist mit maximal 4500 Soldaten der drittgrößte Truppensteller nach den USA und Großbritannien, das mit 9000 Soldaten vertreten ist.
USA erwarten mehr Einsatz von den Nato-Partnern
Das US-Verteidigungsministerium rief die Nato-Partner auf, ebenfalls mehr Soldaten an den Hindukusch zu entsenden. Laut "Washington Post" erwartet Obama, dass sich die Nato-Verbündeten mit weiteren 10.000 Soldaten beteiligen. "Wenn der Präsident weitere Truppen für Afghanistan bereitstellt, wird es ganz klar die Erwartung geben, dass unsere Alliierten ebenfalls zusätzliche Truppen liefern", sagte Pentagon-Sprecher Geoff Morrell.
Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bemüht sich bei den europäischen Bündnismitgliedern um eine "angemessene" Antwort auf die in Kürze erwartete Mitteilung des US-Präsidenten. Am Donnerstag trifft er in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Guido Westerwelle und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.
Nato-Generalsekretär Rasmussen werde bei seiner Berlin-Visite am Donnerstag Verständnis für die deutsche Position zeigen, eine Entscheidung über mehr Soldaten erst nach der Afghanistan-Konferenz im Januar zu treffen. "Deutschlands Engagement steht außer Frage und ist höchst willkommen. Deutschland leistet einen sehr wichtigen Beitrag", sagte Nato-Sprecher James Appathurai. Rasmussen verstehe den "politischen Kalender in Deutschland".
"Deutschland leistet einen wichtigen Beitrag"
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch teurer werde als erwartet. Die Bundeswehr veranschlagt für das kommende Jahr 785 Millionen Euro für die Mission, 215 Millionen mehr als 2009. Die Rechnung wird noch höher ausfallen, wenn die Mission aufgestockt wird. Der Bundestag berät am Donnerstag über die Verlängerung des Einsatzes und die deutsche Beteiligung am Anti-Terroreinsatz Operation Enduring Freedom.
Der Nato-Sprecher betonte, es sei "für das politische Gleichgewicht des Einsatzes wichtig, dass es auch von den anderen Verbündeten einen angemessenen Beitrag zu einem verstärkten Isaf-Einsatz gibt". In den vergangenen 20 Monaten hätten die US-Partner in der Isaf die Zahl ihrer Soldaten bereits von 18.000 auf 36.000 erhöht.
Der britische Premier Gordon Brown sagte am Mittwoch, dass zahlreiche Nato-Staaten 5000 Soldaten mehr nach Afghanistan entsenden würden. An Rasmussen schrieb Brown, zehn weitere Staaten, die von den Briten kontaktiert wurden, seien zu einer Truppenverstärkung bereit.
kgp/dpa/AFP/AP
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In Bezug auf das Ausländer raus sind sie sich durchaus einiger, als die bundesrepuplikanische Gesellschaft. Beim Nachlesen ihrer Postings beschleicht mich obendrein der Verdacht, dass sie selber möglicherweise gar nicht vor Ort [...] mehr...
Nach dem deutschen Versagen im Norden, einen solchen Beitrag abzudrücken ist deutlich mehr als Realitätsignorant! mehr...
Sie benutzen den Begriff "Unsinn" hier im Sinne unvernünftigen Handelns. Aus der Sicht der Afghanistan-Krieger ist er nicht unsinnig, man verrät uns allerdings den Eigensinn nicht, der ihm zugrunde liegt, weil wir ihn [...] mehr...
Es gab XX Tote, darunter auch Kinder und Frauen. Ein vermeintlicher Standardsatz. Doch was will er uns sagen? Sind (a) keine Männer gestorben? Oder ist es (b) halb so schlimm, wenn Männer sterben?? In Zeiten der [...] mehr...
"freies afghanistan" - sie auch nicht! wenn sie was vom aktuellen krieg sehen wollen, dann empfehle ich: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,688532,00.html das ist die freiheit , der frieden ( o.ä. dummschwätz ) [...] mehr...
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