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28.11.2009
 

Privilegien

Bundestag will Goldfüller-Gier von Abgeordneten stoppen

Abgeordnete im Bundestag: "Verdacht der Selbstbedienung"Zur Großansicht
dpa

Abgeordnete im Bundestag: "Verdacht der Selbstbedienung"

Edles Schreibgerät, Duftkerzen, teure Staubsauger: Abgeordnete können sich jede Menge Extras ins Büro holen - bezahlt mit Steuergeldern. Allein in diesem Jahr wurden Luxusfüller im Wert von 70.000 Euro bestellt. SPIEGEL-Informationen zufolge will der Bundestag die Praxis jetzt eindämmen.

Hamburg - Der Bundestag will gegen die Praxis vieler Abgeordneter vorgehen, allzu verschwenderisch luxuriöses Büromaterial zu bestellen. Auf Initiative von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) soll eine Kommission des Ältestenrates Vorschläge entwickeln, wie künftig verhindert werden kann, dass Abgeordnete sich für ihren Privatbedarf kostenlos Füller mit Goldfedern, schnieke Pilotenkoffer oder teure Staubsauger besorgen.

Zuvor war bekanntgeworden, dass sich allein in diesem Jahr 115 Abgeordnete zwischen Januar und Oktober mit 396 Schreibgeräten der Nobelmarke Montblanc eingedeckt haben. Etliche Parlamentarier hatten kaum Gelegenheit, ihre Goldfüller im Dienst auszuprobieren, da sie nach der Wahl aus dem Bundestag ausgeschieden sind.

Jeder Abgeordnete erhält eine Diät von 7668 Euro und eine Kostenpauschale von 3868 Euro monatlich, steuerfrei. Zudem kann er Büromaterial im Wert von bis zu 12.000 Euro pro Jahr beim Hoflieferanten des Bundestages bestellen. Der Katalog präsentiert neben Papier und Druckern auch Reisetaschen, Wasserfilter, ein Mini-Fotostudio, Mandelgebäck, Duftkerzen oder Schulhefte - viele Dinge, die im Büro, aber auch im Privathaushalt nützlich sein können.

Die Bundestagsverwaltung kontrolliert das sogenannte Konto für Sachleistungen. Dabei fällt seit Jahren auf, dass die Nachfrage regelmäßig kurz vor Weihnachten und zum Ende einer Legislaturperiode nach oben schnellt. Lammert will eine Regelung, die "sowohl unnötigen Formalismus und Bevormundung vermeidet, als auch mögliche Versuchungen begrenzt, die den Verdacht der Selbstbedienung erzeugen".

amz

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Die neuesten Beiträge:
29.01.2010 von chirin: Steuern - verschwendet wie eh und je?

Ja, man kann dagegen etwas tun - die Haftung für die Verursacher und Politiker. Diese Haftung wird schon seit Jahrzehnten bei der Politik angemahnt, aber , da diese die größten Steuergeldverschwender sind , natürlich mit [...] mehr...

28.01.2010 von Negotiator:

Der Bund der Steuerzahler sollte lieber der Bund der Steuervermeider genannt werden, denn es handelt sich um eine Vertretung der Arbeitgeber und Großinvestoren, nicht um eine Bürgerbewegung. Und die Rechnung, die dieser [...] mehr...

27.01.2010 von kurt klemm: Angleichung Versorgungssystem und Krankenversicherungssystem

Die Hauptbeteiligten hätten da sicher keine großen Einwände. Aber fragen Sie mal nach den Kosten für die Angleichnug des Versorgungssystems; Kosten die man nicht verstecken und auf die Zukunft übertragen kann sondern Kosten die [...] mehr...

27.01.2010 von Jordan Sokoł: Angleichungen in Teilen zu Lasten der Haushalte

Hallo arbusto, um das Versorgungssystem der Beamten an das Rentensystem der übrigen Beschäftigten anzupassen, bedarf es allerdings einer Neuordnung mit tiefgreifenden Folgen für die öffent- lichen Haushalte. - Wenn Sie z.B. [...] mehr...

27.01.2010 von Jordan Sokoł: Stellschraube anziehen

Hallo h.d.mohl, die Börse ist aber das transparenteste Medium, um die Interessen von Käufern und Verkäufern zusammenzuführen. Wenn Sie die Börsen nicht hätten, würden derartige Trans- aktionen generell in den [...] mehr...

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Präsident und Vizepräsidenten des Bundestags

Norbert Lammert, CDU

ddp
Der 60-Jährige aus Nordrhein-Westfalen wurde nach 2005 zum zweiten Mal zum Präsidenten des Bundestags gewählt. Er erhielt 522 Ja-Stimmen bei 617 abgegebenen Stimmen. 66 Abgeordnete stimmten mit Nein, 29 enthielten sich der Stimme.

Gerda Hasselfeldt, CSU

Wolfgang Thierse, SPD

Hermann Otto Solms, FDP

Petra Pau, Linke

Katrin Göring-Eckardt, Grüne





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