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02.12.2009
 

Bombardement in Afghanistan

Koalition und Opposition beschließen Tanklaster-Ausschuss

Ausgebranntes Wrack am Kunduz-Fluss (4. September): Ausschuss soll Klärung bringenZur Großansicht
ddp

Ausgebranntes Wrack am Kunduz-Fluss (4. September): Ausschuss soll Klärung bringen

Wer wusste was wann im Fall des Bombenangriffs auf zwei Tanklaster in Afghanistan? Das soll ein Untersuchungsausschuss klären, der in zwei Wochen seine Arbeit aufnimmt. Die Koalition will mehr über den Informationsfluss wissen, die SPD über die Zuständigkeiten.

Berlin - Der Verteidigungsausschuss des Bundestags wird zum Untersuchungsausschuss. Darauf verständigten sich die Mitglieder des Ausschusses am Mittwoch. Die Abgeordneten von Koalition und Opposition wollten kommende Woche versuchen, einen gemeinsamen Untersuchungsauftrag zu formulieren, sagten mehrere Teilnehmer der Sitzung in Berlin.

Die Koalition forderte in einem Antrag zur Einsetzung des Ausschusses unter anderem Aufklärung darüber, welche Meldungen im Zusammenhang mit dem umstrittenen Luftangriff auf zwei Tanklaster in Nordafghanistan am 4. September an wen gemacht wurden. Die Opposition will insbesondere die Verantwortlichkeiten für diesen Einsatz sowie die Aufklärungs- und Informationspolitik der Bundesregierung untersuchen lassen.

Die SPD forderte größtmögliche Transparenz. Alle Fragen müssten öffentlich behandelt werden, mit Ausnahmen von operativ-militärischen Fragen, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann. Bei diesen Fragen könne die Öffentlichkeit vorübergehend ausgeschlossen werden. Die SPD fordert die Einbeziehung des Kanzleramts in die Untersuchungen. Die Öffentlichkeit habe "eine Vertuschung" im Verteidigungsministerium erlebt. Er könne sich nicht vorstellen, dass diese Geheimpolitik im Bundestag fortgesetzt werde, sagte Oppermann.

Auch die Grünen fordern möglichst viel Öffentlichkeit. Falls sich diese Forderung nicht durchsetzen lässt, erwägen die Grünen die Einsetzung eines ordentlichen Untersuchungsausschusses. Der Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour hatte vor der Sitzung angekündigt, auch Kanzlerin Angela Merkel solle vorgeladen werden. In ihrer Aussage solle die CDU-Politikerin klären, wann sie über konkrete Informationen zu zivilen Opfern verfügt habe. Merkel hatte am Dienstag im Namen Deutschlands die Verantwortung für die zivilen Opfer des Angriffs nahe Kunduz übernommen.

Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung war vergangene Woche zurückgetreten, weil sein Ministerium im Wahlkampf Informationen über die Folgen des Angriffs verheimlicht hatte. Der Minister hatte zivile Opfer auch dann noch als unwahrscheinlich bezeichnet, als die Militärs längst Hinweise darauf nach Deutschland gemeldet hatten. Einer Untersuchung der afghanischen Regierung zufolge kamen bei dem Luftangriff auf zwei von den Taliban entführte Tanklaster am 4. September außer 69 Extremisten auch 30 Zivilisten ums Leben, die Benzin aus den Tanklastern zapften. Einem geheimen Untersuchungsbericht der Nato zufolge gab es bis zu 142 Tote.

ffr/ddp/Reuters

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12.12.2009 von worm80:

Und wenn Sie von einem Eisbären angegriffen werden, haben Sie sich selbstverständlich fressen zu lassen, denn das Tier steht unter Naturschutz, und wenn ein Wolf in Ihre schafherde einbricht, haben Sie kein Recht ihn zu töten, [...] mehr...

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Tod im Flussbett: Grafische Rekonstruktion von Taliban-Überfall und Nato-Luftschlag bei Kunduz (Angaben in Ortszeit)Zur Großansicht
DER SPIEGEL

Tod im Flussbett: Grafische Rekonstruktion von Taliban-Überfall und Nato-Luftschlag bei Kunduz (Angaben in Ortszeit)


Chronologie der Bombennacht

Klicken Sie auf die Zeiten für Details der Bombennacht vom 3. auf den 4. September 2009...

20.00 bis 22.30 Uhr Ortszeit

22.30 bis 1.30 Uhr

1.30 bis 2.30 Uhr

Im Morgengrauen

Mittags


Was nach dem Luftangriff geschah

4. September 2009

AP
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) verteidigt den Luftangriff auf zwei von Taliban entführte Tanklaster. Den Angriff, bei dem auch Zivilisten sterben, hat der deutsche Oberst Georg Klein angefordert. Die Taliban hätten gedroht, "auch und gerade vor den Bundestagswahlen Anschläge auf die Bundeswehr" zu verüben, erklärt Jung. "Deshalb war es eine sehr konkrete Gefahrenlage, wenn die Taliban in den Besitz von zwei Tanklastwagen gekommen sind, die hier erhebliche Gefahr für unsere Soldaten bedeutet haben." An den folgenden Tagen bezeichnet Jung den Luftangriff wiederholt als "geboten".

Mehr über die Kunduz-Affäre auf der Themenseite...

5. September 2009

8. September 2009

11. September 2009

29. Oktober 2009

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