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02.01.2010
 

Flugsicherheit

Union rechnet mit umfassendem Nacktscanner-Einsatz schon 2010

Was vor wenigen Wochen als unwahrscheinlich galt, rückt nun näher: Auf allen deutschen Flughäfen könnten 2010 nach einer Testphase Nacktscanner eingesetzt werden. Führende Unionspolitiker sehen Persönlichkeitsrechte der Passagiere nicht gefährdet - trotz Protesten des Justizministeriums.


München/Köln/Osnabrück - CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach rechnet damit, dass die umstrittenen Nacktscanner noch 2010 auf allen deutschen Flughäfen eingeführt werden. Auf ein halbes Jahr mit Testversuchen könnte der flächendeckende Einsatz folgen, sagte Bosbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Probebetrieb zeigen werde, dass die Persönlichkeitsrechte der Passagiere gewahrt blieben. "Wenn alles glattläuft, könnte einige Monate später der Normalbetrieb beginnen."

Auch der innenpolitische Sprecher der Union, Hans-Peter Uhl, geht davon aus, dass die Technik ohne Gefahr für Gesundheit und Persönlichkeitsrechte einsetzbar sei. In Zeiten des Massentourismus seien Körperscanner unverzichtbar, um Attentäter im Strom der Fluggäste zu erkennen, sagte der CSU-Politiker.

Bereits vor wenigen Tagen hatte Innenminister Thomas de Maizière einen Einsatz der Geräte nicht mehr ausgeschlossen. Voraussetzung sei allerdings, dass Ganzkörperscanner entwickelt würden, die die Persönlichkeitsrechte der Passagiere "vollumfänglich wahren", sagte der Politiker der "Süddeutschen Zeitung". Während in Deutschland noch heftig debattiert wird, schafft das Nachbarland Niederlande Fakten: Als Reaktion auf den versuchten Anschlag in Detroit führt der Flughafen Amsterdam innerhalb der nächsten drei Wochen Scanner dieser Art ein.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" wird ein in der Bundespolizeiakademie in Lübeck modifizierter Ganzkörperscanner, der Intimbereiche von Flugpassagieren pixelt, bereits im Januar 2010 dem Staatssekretär im Innenministerium, Klaus-Dieter Fritsche, vorgeführt. Bei dem neuen Scanner würden Persönlichkeitsrechte und gesundheitliche Aspekte berücksichtigt.

"Trügerische Ruhe durch technische Geräte"

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Klaus Jansen, hält den Nutzen der Geräte an Flughäfen jedoch für fraglich. Die Scanner könnten einen gewissen Bereich abdecken, "aber wenn Selbstmordattentäter entschlossen sind, tatsächlich sich selber zu vernichten und andere mitzunehmen, wird der Sprengstoffgürtel möglicherweise nicht außerhalb des Körpers, sondern im Körper getragen".

Im August vergangenen Jahres sei ein Anschlag auf den stellvertretenden Innenminister Saudi-Arabiens verübt worden, bei dem der Attentäter den Sprengstoff im Körper getragen habe.

"Wir müssen sehen, dass wir hier nicht einer technischen Lösung aufsitzen, die eine trügerische Ruhe verbreitet", sagte Jansen am Samstag im Deutschlandfunk. Es sei fraglich, ob beim Flugzeugattentat von Detroit der in die Unterhose des Täters eingenähte Sprengsatz von einem Scanner erkannt worden wäre.

Innenminister berät über Duty-Free-Shops Ende Januar

Auch Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hatte bislang sehr skeptisch auf entsprechende Forderungen reagiert. "Ob Körperscanner so eingesetzt werden können, dass dabei die Intimsphäre beachtet und die Menschenwürde strikt gewahrt bleibt, hängt entscheidend von der technischen Weiterentwicklung solcher Geräte ab", hatte Leutheusser-Schnarrenberger am Mittwoch gesagt.

Laut Bosbach wird Innenminister de Maizière Ende Januar im Innenausschuss mit den Experten des Bundestages beraten, welche Maßnahmen für mehr Sicherheit zu ergreifen seien. Neben der Frage der Körperscanner soll es auch um das Thema Duty-Free-Shops gehen. "Es kann nicht sein, dass Passagiere vor der Sicherheitsschleuse große Shampooflaschen abgeben müssen, aber dahinter in Duty-Free-Shops potentiell explosive Stoffe kaufen können", sagte Bosbach.

kgp/ddp/APD/Reuters

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Die neuesten Beiträge:
29.03.2010 von takeo_ischi:

Dann arbeiten also Nacktscanner mit Nacktstrahlen und liefern Nacktbilder..? ;o] Körperscanner haben vor der Nutzung der vermutlich (?) unbedenklicheren Terahertzstrahlung auch mit Röntgenstrahlung gearbeitet. mehr...

29.03.2010 von Forumtreff: Antwort

Wenn diese Geräte mit Röntgenstrahlen arbeiten, sind es keine Nacktscanner, sondern Röntgengeräte und liefern demzufolge Röntgenbilder. mehr...

28.03.2010 von A_Friend:

Sie können ja gerne FKK machen, wann und wo sie wollen, aber meine Zustimmung findet diese staatlich verordnete Peepshow keinesfalls. Zumal ja inzwischen belegt ist, daß diese Nacktscanner mit einfachsten Mitteln [...] mehr...

28.03.2010 von freiheitodertod:

Oh mein Gott...da hat er halt ihre dicken Hupen gesehen. Weltuntergang. Reißt doch bitte mal endlich diesen unsagbar peinlichen Heuchlern der Prüderie ihre Klamotten runter, damit wir alle in Ruhe weiterleben und uns um [...] mehr...

28.03.2010 von A_Friend:

In den USA werden z.Zt. hauptsächlich Nacktscanner genutzt, die mit Röntgenstrahlen (X-ray backscatter) arbeiten. Langzeitstudien gibt es zwar keine (wie auch?), aber es ist natürlich alles gaaaanz ungefährlich und [...] mehr...

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Nacktscanner

Was ist der Vorteil eines Nacktscanners?

Körperscanner sind Geräte, mit denen die Oberfläche des menschlichen Körpers unter der Kleidung abgebildet werden kann. So sollen versteckte Gegenstände sichtbar gemacht werden - etwa Sprengstoff oder sogenannte Nichtmetallwaffen wie Keramikmesser, die bei herkömmlichen Scannern unerkannt bleiben.

Wie funktioniert das Gerät?

Warum ist der Scanner umstritten?

Wird der Körperscanner in Europa eingesetzt?






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