Berlin - Ein rascher Einsatz von Körperscannern an deutschen Flughäfen zur Erhöhung der Sicherheit vor Terroranschlägen ist nicht in Sicht. "Das können wir Mitte 2010 entscheiden", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Sonntag in der ARD auf die Frage, wann die Scanner kommen werden.
Zunächst müssten drei Voraussetzungen erfüllt sein: Die Scanner müssten leistungsfähig sein, dürften nicht die Gesundheit gefährden und nicht die Persönlichkeitsrechte verletzen. "Wenn die drei Voraussetzungen vorliegen, dann können wir über den Einsatz entscheiden, möglichst europaweit", sagte de Maizière.
"Wir erproben die neue Technologie gründlich und nicht voreilig", sagte Innenstaatssekretär Klaus-Dieter Fritsche. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) äußerte sich allerdings kritisch über die Einführung solcher Geräte. Der Weg zu Körperscannern sei noch "weit und ungewiss".
Diskussion über Sicherheitspersonal
"Wir planen, frühestens ab Mitte des Jahres mit Tests der Scanner an deutschen Flughäfen zu beginnen", sagte Fritsche. Einen genauen Termin für die sogenannten Realtests gebe es noch nicht. Fritsche hatte sich am vergangenen Donnerstag selbst die Tests bei der Bundespolizei in Lübeck angesehen.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, sagte der "BZ am Sonntag", für die Sicherheit von Fluggästen entscheidender als Körperscanner sei es, die Arbeit der Kontrolleure zu verbessern. "Auf deutschen Flughäfen wird viel schlecht ausgebildetes Sicherheitspersonal zu Billiglöhnen für diese verantwortungsvolle Aufgabe eingesetzt."
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) forderte im SPIEGEL ebenfalls, mehr über die Ausbildung, Qualifizierung und Bezahlung des Sicherheitspersonals an Flughäfen zu diskutieren. "Wir müssen prüfen, ob das unseren Sicherheitsansprüchen noch genügt." Künftig müssten gezielt Reisende stärker herausgesucht werden, die genauer untersucht werden sollten: "Das ist die Kunst, und das kann kein Nacktscanner."
böl/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
Dann arbeiten also Nacktscanner mit Nacktstrahlen und liefern Nacktbilder..? ;o] Körperscanner haben vor der Nutzung der vermutlich (?) unbedenklicheren Terahertzstrahlung auch mit Röntgenstrahlung gearbeitet. mehr...
Wenn diese Geräte mit Röntgenstrahlen arbeiten, sind es keine Nacktscanner, sondern Röntgengeräte und liefern demzufolge Röntgenbilder. mehr...
Sie können ja gerne FKK machen, wann und wo sie wollen, aber meine Zustimmung findet diese staatlich verordnete Peepshow keinesfalls. Zumal ja inzwischen belegt ist, daß diese Nacktscanner mit einfachsten Mitteln [...] mehr...
Oh mein Gott...da hat er halt ihre dicken Hupen gesehen. Weltuntergang. Reißt doch bitte mal endlich diesen unsagbar peinlichen Heuchlern der Prüderie ihre Klamotten runter, damit wir alle in Ruhe weiterleben und uns um [...] mehr...
In den USA werden z.Zt. hauptsächlich Nacktscanner genutzt, die mit Röntgenstrahlen (X-ray backscatter) arbeiten. Langzeitstudien gibt es zwar keine (wie auch?), aber es ist natürlich alles gaaaanz ungefährlich und [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Deutschland | RSS |
| alles zum Thema Thomas de Maizière | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH