Von Claus Christian Malzahn, München
41 Prozent Zustimmung wären für die CSU-Spitze in Bayern vor wenigen Jahren noch ein Grund gewesen, sich an der tiefsten Stelle in den Chiemsee zu stürzen - und zwar mit Gewichten an den Füßen.
Am Mittwoch wurde eine lange erwartete Umfrage des Bayerischen Rundfunks von den Repräsentanten der Partei dagegen geradezu erleichtert aufgenommen. "Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis!" sagte Parteichef Horst Seehofer am Abend in Wildbad Kreuth am Rande der CSU-Klausurtagung, "wir sind mit Abstand die stärkste Kraft im Land."
Tatsächlich kommt nach der CSU erst einmal lange nichts - und dann eine abermals geschwächte SPD mit 17 Prozent, die nicht einmal ihr bisher schwächstes Landtagswahlergebnis von 2008 mit 18,6 Prozent halten konnte. Die bayerischen Grünen sind der Umfrage von Infratest dimap zufolge den Sozialdemokraten dicht auf den Fersen und liegen inzwischen bei 15 Prozent, gefolgt von der FDP mit elf und den Freien Wählern mit sechs Prozent.
Dass die CSU trotz interner Querelen und der milliardenschweren Affäre um den Verkauf der österreichischen Skandalbank Hypo Group Alpe Adria überhaupt noch eine 40-Plus-Ergebnis erzielte, hatten selbst höchste Würdenträger der Partei vergangene Woche noch für völlig unwahrscheinlich gehalten. "Ich war auf alles gefasst", sagte ein sichtlich erleichterter Ministerpräsident Seehofer auf einer improvisierten Pressekonferenz in der Lobby des alten Kurbads in Kreuth.
Das Umfrageergebnis markiert zwar einen neuen Tiefstand für die kriselnde Volkspartei. Zur erwarteten Katastrophe - in Seehofers Umgebung fürchteten manche ein Ergebnis von unter 35 Prozent - kam es nun aber doch nicht.
Seehofer selbst schnitt in der Umfrage schlecht ab. Die Befragten gaben ihm die Schulnote 3,3 - gleichauf mit den Landeschefs von SPD und Freien Wählern, Florian Pronold und Hubert Aiwanger. Spitzenreiter wurden Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) mit 2,3. Auch die bayerische FDP-Spitze kommt etwas besser davon als der Ministerpräsident: Landeschefin und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erhielt wie Wirtschaftsminister Martin Zeil eine 3,2.
CSU umschmeichelt Bayerns Grüne
Was den CSU-Wert angeht, gab die bayerische Arbeits- und Sozialministerin Christine Haderthauer auf den Kreuther Fluren den neuen CSU-Sprech vor. Ein "solides Ergebnis, auf dem man aufbauen kann", bedeute diese Umfrage. Jetzt müsse man "arbeiten, arbeiten, arbeiten".
Parteichef Seehofer betonte, er sehe "keinen Ankerpunkt in Bayern für eine alternative Koalition" - und richtete das Augenmerk auf das bemerkenswerte Abschneiden der Grünen. Die hätten im Gegensatz zur SPD in der Aufarbeitung der Bankenaffäre "nicht unter die Gürtellinie" gezielt, das sei offenbar honoriert worden. Von den Grünen lernen heißt für Seehofer ab heute siegen lernen: "Ich registriere zunehmend eine wachsende Bedeutung in der Bevölkerung von nicht ökonomischen Lebenszielen", sagte er.
Eine Konsequenz der Finanz- und Bankenkrise, die für die CSU zum "Stimmungsgau" (O-Ton Seehofer) geführt habe, sei offenbar die Erkenntnis, das es "Wichtigeres im Leben gibt als das, was man zählen und bemessen" könne. Diesen Leuten gehe es eben auch um eine "Bewahrung der Schöpfung". Die bayerischen Grünen als Stichwortgeber für eine konservative Wertedebatte - wer hätte das geahnt.
Ein paar Meter weiter lächelt Franz Josef Strauß milde von einem Ölgemälde. "Es lohnt sich meistens, die Prognosen der Meinungsforscher nicht gelesen zu haben" hat der politische Ziehvater von Horst Seehofer einmal gesagt - aber das war zu einer Zeit, als die absolute Mehrheit der CSU in Bayern wie in Granit gemeißelt stand. Diese Zeiten, das weiß auch der neue Ministerpräsident, kommen nie wieder - auch wenn die Umfragenkatastrophe nach dem Stimmungsgau heute ausblieb.
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Habe die Frage gerade erst gesehen und möchte die Antwort nicht schuldig bleiben: In der Reihe der um-die-40-Jährigen hat die CSU m. E. doch etliche ganz vielversprechende Leute, z.B. den neue Vorsitzenden der [...] mehr...
Gegen diesen pazifistischen Unflat möchte ich die Tierfabel Schillers ins Feld führen, um zu zeigen wie gefährlich ein solches Denken für den Staat ist: "Das Volk gewann's. Die Regierung ward demokratisch. Jeder Bürger gab [...] mehr...
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die Deutschen nur in den Foren und an den Stammtischen murren ändert sich nichts Auch in den Foren kommen nur Anklagen aber keine Punkte was man wie machen müßte. mehr...
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