Hannover - Das Ende des Atommülllagers Asse ist eingeläutet. Der radioaktive Abfall wird aus dem maroden Stollen bei Wolfenbüttel herausgeholt. Das gab das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am Freitag in Hannover bekannt. Die Rückholung der Abfälle sei die "beste Variante", sagte BfS- Präsident Wolfram König am Freitag in Hannover. Zuvor werden aber Kammern geöffnet und der Zustand der Atommüllfässer überprüft.
Die Behörde hatte verschiedene Optionen für den Stollen geprüft. Als Ergebnis kam heraus, dass die Langzeitsicherheit nur durch die Rückholung des Abfalls gewährleistet werden kann. Der Stollen ist einsturzgefährdet und zudem droht Lauge hineinzufließen.
Untersucht wurde unter anderem, ob die 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Müll an ihrem jetzigen Standort in rund 500 bis 700 Meter Tiefe in dem ehemaligen Salzbergwerk sicher einbetoniert werden könnten oder ob eine Umlagerung in deutlich tiefere Schichten um 1000 Meter Langzeitsicherheit gewährleisten würde.
"Der Zeitfaktor ist ganz wichtig", sagte König bezüglich der Gefahren. Der BfS-Präsident schränkte aber auch ein, wenn die eingelagerten Abfälle in einem deutlich schlechteren Zustand sein sollten als bislang zu erwarten und eine Bergung zu "einer unvertretbaren Strahlenbelastung" der Beschäftigten führe, "muss die Präferenz der Rückholung neu bewertet werden".
Umweltminister Norbert Röttgen hatte zuvor angekündigt, den in Asse lagernden Atommülluntersuchen zu lassen und dann eine endgültige Entscheidung zu treffen.
Die Asse war 1965 als Forschungsbergwerk von der Bundesrepublik gekauft worden. Zwischen 1967 und 1978 diente sie zudem als damals einziges deutsches Endlager für Abfälle der kerntechnischen Industrie, der Krankenhäuser und kerntechnischen Forschung. Seit 1988 gibt es einen täglichen Laugenzutritt von rund elf Kubikmetern. Das BfS kann nach eigenen Angaben nicht ausschließen, dass sich dieser Zutritt so steigert, dass die Grube absäuft. Das einsturzgefährdete Grubengebäude soll nun stabilisiert werden.
ler/AFP7dpa
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