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18.01.2010
 

Vätermonate

Köhler will Männer länger wickeln lassen

Familienministerin Kristina Köhler: "Männer stehen nicht mehr unter dem Weichei-Verdacht"Zur Großansicht
REUTERS

Familienministerin Kristina Köhler: "Männer stehen nicht mehr unter dem Weichei-Verdacht"

Ursula von der Leyen hat dafür geworben, Nachfolgerin Kristina Köhler will ihn nun umsetzen: den Ausbau der Vätermonate. Ab 2011 soll es vier statt zwei Partnermonate geben. Auch das Elterngeld für Mütter und Väter in Teilzeitarbeit soll erweitert werden, kündigte die Familienministerin an.

Berlin - Familienministerin Kristina Köhler (CDU) will ab 2011 die Vätermonate beim Elterngeld ausweiten. Im Gespräch ist zunächst eine Ausweitung von zwei auf vier Monate - wie dies Köhlers Amtsvorgängerin Ursula von der Leyen (CDU) auch im Wahlkampf angekündigt wurde. Die Höchstbezugsdauer für Fälle, in denen beide Partner zur Betreuung ihres Kindes eine berufliche Auszeit nehmen, würde damit auf 16 Monate steigen.

Schon jetzt nähmen 20 Prozent der Väter die zwei Vätermonate in Anspruch, sagte Köhler im Familienausschuss. Damit sei die gesellschaftlich kritische Schwelle überschritten. "Männer stehen nicht mehr unter dem Weichei-Verdacht, wenn sie sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern wollen", sagte Köhler. Tatsächlich haben weit mehr Männer als angenommen die Vätermonate genommen. Das Budget reichte 2007, 2008 und 2009 nicht aus - jedes Jahr wurden Zusatzmittel beim Bundesfinanzministerium beantragt.

Köhler kündigte an, den Bezug des Elterngeldes einfacher und flexibler gestaltet werden. Das Elterngeld wird als Lohnersatzleistung für die Betreuung eines Kindes nach dem bisherigen Recht bis zu 14 Monate lang gezahlt. Köhler sagte, sie wolle auch das Teilelterngeld für diejenigen Mütter und Väter ausbauen, die neben ihrer Teilzeitarbeit parallel Elterngeld beziehen möchten.

Diese Weiterentwicklung des Elterngeldes steht im Koalitionsvertrag: Mütter und Väter in Teilzeit sollen für einen längeren Zeitraum als bisher das staatliche Elterngeld erhalten können - bis zu 28 Monate.

Betreuungsplätze für unter Dreijährige sollen ausgebaut werden

Köhler sagte zudem, sie wolle an dem Ziel festhalten, bis 2013 das Angebot an Betreuungsplätzen für unter Dreijährige auf 35 Prozent zu erhöhen. "Daran darf nicht gerüttelt werden." Auch der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz stehe nicht zur Disposition, sagte Köhler vor dem Hintergrund der zunehmenden Klagen der Kommunen über Finanznöte.

Zum Koalitionsstreit über das vor allem von der CSU geforderte Betreuungsgeld für diejenigen Eltern, die keinen Kindergartenplatz in Anspruch nehmen und ihre Kinder selbst betreuen, sagte Köhler: "Das Jahr 2013 wird das Jahr der Wahrheit für das Betreuungsgeld." Dabei ließ sie es nach Angaben des Bundestagspressedienstes aber offen, wohin der Weg gehen könnte. Genauso wie man anerkennen müsse, dass Eltern für die Erziehung ihrer Kinder zu Hause bleiben, genauso müsse man auch sehen, dass es Kinder gebe, die von einer Betreuung zu Hause nicht profitieren würden, weil sie dort nicht die nötige Zuwendung bekämen, sagte Köhler.

kgp/dpa/apn

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04.03.2011 von tzscheche: ...

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04.03.2011 von chirin: Wie sinnvoll ist das Betreuungsgeld?

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Elterngeld

Anfang 2007 führte die damalige schwarz-rote Bundesregierung das sogenannte Elterngeld ein. Es richtet sich besonders an berufstätige Eltern und garantiert diesen zwölf Monate lang 67 Prozent ihres letzten Nettogehaltes. Wenn auch der Vater mindestens zwei Monate Elternzeit nimmt, verlängert sich diese Zeit sogar auf 14 Monate.
Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Väter, die seit der Einführung des Elterngeldes auch Elternzeit genommen haben, von rund 3,5 Prozent im Jahr 2007 auf 20,7 Prozent im 3. Quartal 2009 gestiegen. Allerdings hatten nur 16,7 Prozent der Väter, die Elterngeld bezogen, vor der Geburt ein Einkommen von 2700 Euro netto oder mehr - was darauf hindeutet, dass sich gerade Männer in höheren Positionen seltener eine Auszeit nehmen.
Im Gegensatz zum Elterngeld ist die Elternzeit bis zu drei Jahren möglich - beide Elternteile können dabei bis zu 30 Wochenstunden arbeiten.

Streitthemen der Koalition

Steuern

dpa
Die geplanten Steuersenkungen bleiben vermutlich das zentrale Streitthema zwischen Union und FDP. Ab 2011 soll es weitere Entlastungen im Umfang von rund 20 Milliarden Euro geben. Die Liberalen drängten in den vergangenen Tagen vehement, an den Plänen festzuhalten. Die Union macht dagegen finanzielle Vorbehalte geltend. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will zudem ein milliardenschweres Sparpaket vorlegen. Konkrete Verhandlungen dürften allerdings erst nach der Steuerschätzung im Mai beginnen - und damit nach der wichtigen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai.

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